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Prozess um virtuelle Vergewaltigung
Seelische Abartigkeit und sexueller Sadismus

Der Angeklagte wurde wegen vierfacher Vergewaltigung, davon dreimal in Tateinheit mit dem Verschaffen jugend-pornographischer Schriften, für schuldig befunden.
  • Der Angeklagte wurde wegen vierfacher Vergewaltigung, davon dreimal in Tateinheit mit dem Verschaffen jugend-pornographischer Schriften, für schuldig befunden.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mick Siegen. Eine virtuelle Vergewaltigung stand seit Oktober im Mittelpunkt einer Verhandlung vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Siegen. Am Montag hat das Gericht den vom BGH zurückverwiesenen Fall erneut entschieden und ist dabei zur gleichen Beurteilung gekommen, wie die 2. Strafkammer im Jahr zuvor. Der 45-jährige Angeklagte wurde wegen vierfacher Vergewaltigung, davon dreimal in Tateinheit mit dem Verschaffen jugend-pornographischer Schriften, für schuldig befunden. Allerdings kamen Richterin Elfriede Dreisbach und ihre Kollegen zu einem etwas geringeren Strafmaß.
Fünf Jahre sind es hier, die 2. Kammer hatte noch drei Monate mehr ausgesprochen. Außerdem wird der Siegerländer zur Behandlung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

mick Siegen. Eine virtuelle Vergewaltigung stand seit Oktober im Mittelpunkt einer Verhandlung vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Siegen. Am Montag hat das Gericht den vom BGH zurückverwiesenen Fall erneut entschieden und ist dabei zur gleichen Beurteilung gekommen, wie die 2. Strafkammer im Jahr zuvor. Der 45-jährige Angeklagte wurde wegen vierfacher Vergewaltigung, davon dreimal in Tateinheit mit dem Verschaffen jugend-pornographischer Schriften, für schuldig befunden. Allerdings kamen Richterin Elfriede Dreisbach und ihre Kollegen zu einem etwas geringeren Strafmaß.
Fünf Jahre sind es hier, die 2. Kammer hatte noch drei Monate mehr ausgesprochen. Außerdem wird der Siegerländer zur Behandlung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Dadurch kann die Sicherungsverwahrung, die zuvor der Knackpunkt beim Bundesgerichtshof gewesen war, nicht mehr angeordnet werden.

Angeklagter hatte bereits jahrelang eingesessen

Der Mann hat bereits fünf Jahre und neun Monate gesessen und in dieser Zeit auch eine Therapie gemacht. 2012 hatte er erstmals im Internet nach jungen Partnerinnen gesucht und hatte eine Minderjährige gefunden, die er unter Druck setzte. Er ließ sich einschlägige Videos und Fotos schicken. Spätestens an diesem Punkt, so die Überzeugung des Gerichts, habe er seine Vorliebe für Mädchen im vorpubertären Alter entdeckt.

Urteil des Siegener Gerichts lässt auf sich warten

Die Kammer ist ebenso sicher, dass der Mann nach seiner Haftentlassung glaubte, sein Problem im Griff zu haben. Kurz danach sei ihm jedoch sein altes Mobiltelefon wieder ausgehändigt worden, „mit Fotos und Videos der ersten Tat“, so Elfriede Dreisbach betroffen: „Wir wissen nicht, wie das geschehen konnte!“ Das Ansehen der Medien müsse jedenfalls beim Täter „einen Schalter umgelegt haben“, alles sei wieder von vorn losgegangen.

Das nächste Opfer lernte der Mann rasch kennen

Im September 2018 lernte er sein nächstes Opfer im Netz kennen. Das Gericht ist dem Gutachten von Psychiater Dr. Michael Mattes gefolgt. Demnach leidet der Täter an einer „schweren anderen seelische Abartigkeit“ sowie sexuellem Sadismus. Unter einem geradezu unwiderstehlichen Zwang hat er das Mädchen danach in ein komplexes Szenario mit verschiedenen fiktiven Identitäten verstrickt, es von sich abhängig gemacht und stark erniedrigt. Sie musste ebenfalls Videos und Fotos sexuellen Inhaltes an ihn senden. Als entscheidenden Unterschied zum ersten Fall von 2012 nannte Dreisbach die Entscheidung des Mannes, es diesmal nicht zum persönlichen Treffen kommen zu lassen. Wichtig für das Urteil war auch die Bereitschaft, erstmals einem Gutachter „das Herz zu öffnen“, Reue zu zeigen und die Einsicht, dass es ohne Therapie nicht gehe. Die Erkrankung des Mannes hat zudem zur Annahme einer eingeschränkten Schuldfähigkeit geführt.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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