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Prof. Dr. Martin Grond vom Kreisklinikum über Morbus Parkinson
„Sehr unterschiedliche Krankheitsbilder“

Prof. Dr. Martin Grond

ap Weidenau. In Deutschland leiden laut Krankenkassendaten etwa 400.000 Menschen an Parkinson. Prof. Dr. Martin Grond, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Neurologie am Kreisklinikum Siegen, hat mit der SZ über die Diagnose, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit gesprochen.

Was ist Parkinson?
Hierbei handelt es sich um eine neurodegenerative Erkrankung. Bei dieser Krankheit sind – anders als bei Alzheimer – nicht alle Nervenzellen im Gehirn betroffen. In der schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Mittelhirn sterben nur bestimmte Zellverbände ab, nämlich die, die dafür zuständig sind, dass unsere Bewegungen harmonisch ablaufen.Woran erkennt man die Krankheit?

ap Weidenau. In Deutschland leiden laut Krankenkassendaten etwa 400.000 Menschen an Parkinson. Prof. Dr. Martin Grond, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Neurologie am Kreisklinikum Siegen, hat mit der SZ über die Diagnose, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit gesprochen.

Was ist Parkinson?

  • Hierbei handelt es sich um eine neurodegenerative Erkrankung. Bei dieser Krankheit sind – anders als bei Alzheimer – nicht alle Nervenzellen im Gehirn betroffen. In der schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Mittelhirn sterben nur bestimmte Zellverbände ab, nämlich die, die dafür zuständig sind, dass unsere Bewegungen harmonisch ablaufen.

Woran erkennt man die Krankheit?

  • Das klinische Hauptsymptom ist die sogenannte Hypokinese, bei der es zu einer Versteifung der Bewegungsabläufe kommt. Der Gang wird hölzern und kleinschrittig, die Arme schwingen nicht mehr richtig mit und „kleben“ am Körper. Ein weiteres typisches Symptom ist die mimische Starre: Patienten sprechen nur noch mit dem Mund und nicht mehr mit dem Gesicht. Neben der sogenannten Minussymptomatik, bei der bestimmte Abläufe und Prozesse weniger werden, können auch Plusssymptome zur Diagnose der Krankheit herangezogen werden. Im Falle von Parkinson ist das ein unbeabsichtigtes Zittern der Hände (Pillendreher-Tremor), das hauptsächlich im Ruhezustand auftritt und im frühen Stadium typischerweise einseitig zu beobachten ist. Wichtig: Manche Patienten zeigen nur Minus-, andere nur Plussymptome. Es gibt aber auch Menschen, die unter allen Symptome gleichzeitig leiden. Und: Neben der klinischen Diagnose kann man die Krankheit auch durch Stoffwechseluntersuchungen im Gehirn feststellen, da der Dopamin-Haushalt bei Parkinson-Erkrankten ein Defizit aufweist.
Der Kampf mit der unheilbaren Krankheit

Begleitsymptome

  • Neben den typischen Symptomen können bei Morbus Parkinson auch Schlafstörungen, Verstopfung, Störungen des Riechens, Gleichgewichtsstörungen und Depressionen auftreten. Im Fortgeschrittenen Stadium kann zudem eine Demenz hinzukommen.

Krankheitsverlauf

  • Es gibt sehr, sehr unterschiedliche Bilder. In den meisten Fällen ist Parkinson eher eine Erkrankung des höheren Lebensalters: Bei über 60-Jährigen liegt die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, bei zwei Prozent. Oft ist es so, dass Patienten vom Zeitpunkt einer Diagnose noch lange mit der Krankheit leben. Die Ausprägungen und der Verlauf sind aber bei jedem Parkinson-Erkrankten ganz unterschiedlich.

Heilungschancen und Behandlungsmöglichkeiten

  • Eine Heilung gibt es wie bei allen neurodegenerative Erkrankungen nicht, aber man kann die Symptome beeinflussen. Das Haupttherapeutikum ist die Einnahme von Dopamin, um den Mangel des Botenstoffes im Gehirn auszugleichen. Aber: Die beste Tablette nützt nichts, wenn die Therapie nicht durch Krankengymnastik und Physiotherapie unterstützt wird. In bestimmten Fällen, beispielsweise bei besonders schweren Verlaufsformen können zudem positive Einflüsse durch einen Hirnschrittmacher erzielt werden.
Autor:

Alexandra Pfeifer

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