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Probleme bei Impfablauf
Seniorenheime kritisieren die KVWL

Während Mitarbeiter und Bewohner mancher Heime schon beide Impfungen gegen das Coronavirus erhalten haben, warten andere Einrichtungen sogar noch auf die erste Impfung. Nun wächst die Kritik am Ablauf der Organisation.
  • Während Mitarbeiter und Bewohner mancher Heime schon beide Impfungen gegen das Coronavirus erhalten haben, warten andere Einrichtungen sogar noch auf die erste Impfung. Nun wächst die Kritik am Ablauf der Organisation.
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juka Siegen/Bad Berleburg. Über einen Monat nach dem Start der Erstimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen warten noch 15 von 41 Einrichtungen in Siegen-Wittgenstein auf ihre ersten Dosen. Und das, während andere Kreise wie Olpe auch schon fast die zweite Impfrunde abgeschlossen haben. Durch den Stopp in der vergangenen Woche ist die Wartezeit nun noch einmal angewachsen. In der ersten Februarwoche soll es aber weitergehen. Doch nun wächst die Kritik an dem Anmeldeverfahren und dem Vorgehen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Denn viele der betroffenen Einrichtungen mussten lange auf einen Termin warten, da es Schwierigkeiten bei der Bestellung oder in der Folge gegeben habe.

Beispielsweise wartet auch die Alloheim Senioren-Residenz in Hilchenbach auf die Impfung.

juka Siegen/Bad Berleburg. Über einen Monat nach dem Start der Erstimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen warten noch 15 von 41 Einrichtungen in Siegen-Wittgenstein auf ihre ersten Dosen. Und das, während andere Kreise wie Olpe auch schon fast die zweite Impfrunde abgeschlossen haben. Durch den Stopp in der vergangenen Woche ist die Wartezeit nun noch einmal angewachsen. In der ersten Februarwoche soll es aber weitergehen. Doch nun wächst die Kritik an dem Anmeldeverfahren und dem Vorgehen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Denn viele der betroffenen Einrichtungen mussten lange auf einen Termin warten, da es Schwierigkeiten bei der Bestellung oder in der Folge gegeben habe.

Beispielsweise wartet auch die Alloheim Senioren-Residenz in Hilchenbach auf die Impfung. Der erste Termin war in der Vorwoche kurzfristig abgesagt worden. „Natürlich war man enttäuscht. Die Angst ist immer da, dass Bewohner schwer erkranken“, berichtet Leiterin Sarah Schöler. Dass man überhaupt erst so spät einen Termin bekommen habe, hätte mit Problemen bei der Anmeldung zu tun gehabt. „Die zuständige Stelle hat Informationen zu dem Vorgang verschickt. Die sind bei uns aber nicht angekommen. Und bei vielen anderen Einrichtungen auch nicht“, kritisiert Schöler. Nun hoffe man darauf, dass alles glatt laufe und der neue Termin bestehen bleibt. „Die Unterstützung dabei ist aber gut“, findet die Leiterin auch lobende Worte.

KVWL-E-Mail nie angekommen

Ähnliche Erfahrungen hat das Haus Hadem in Kreuztal gemacht. „Die Absage der ersten Impfung hat natürlich einen gewissen Ärger bei Bewohnern und Angehörigen verursacht. Diese Unkoordiniertheit schafft einen gewissen Unmut“, erklärt Heimleiter Sönke Hadem. Er habe sich bereits vor Weihnachten registriert und die Menge des benötigten Impfstoffs durchgegeben, eine angekündigte E-Mail der KVWL sei dann aber nie angekommen. „Das lief sehr holprig“, moniert Hadem. „Jetzt fiebern wir aber dem neuen Termin entgegen.“

Noch nicht einmal bis zum ersten Termin gekommen sind die Wittgensteiner Heime PK Care und Philadelphia-Home. „Wir warten darauf, dass die KVWL uns einen Arzt zuteilt“, berichtet Jessica Müller, stellvertretende Geschäftsführerin von PK Care. Seit zwei Wochen sei man nun in der Warteschleife, da die heimischen Hausärzte sich nicht dazu bereit erklärt hätten, die Impfungen durchzuführen. „Ich hoffe für die Bewohner, dass dort schnell Bewegung reinkommt“, so Müller. Sogar noch weiter am Anfang steht das Philadelphia-Home. „Wir warten bis heute auf eine Information zum Ablauf“, moniert Pflegedienstleiterin Irina Meiners. „Wir wissen auch nicht, an wen wir uns wenden sollen.“ Eine gewisse Ratlosigkeit habe sich breit gebracht. „Das ist schon sehr enttäuschend“, findet Meiners.

Liefertermin frei wählbar

Andere Erfahrungen hat das DRK-Altenheim Freier Grund gemacht. „Es hat reibungslos funktioniert und wir hatten ursprünglich einen Termin für Anfang dieser Woche“, erklärt Einrichtungsleiter Christian Groth. Auch um einen neuen Termin ab dem 1. Februar habe man sich schnell gekümmert. „Da lief auch alles gut“, freut sich Groth, auch wenn es natürlich ärgerlich sei, dass der erste Termin so kurzfristig abgesagt werden musste.

Die KVWL hingegen verweist darauf, dass die Einrichtungen den Liefertermin frei wählen konnten und dementsprechend beliefert worden seien. Zu den Vorwürfen der Einrichtungen äußerte sich die KVWL hingegen nicht. Allerdings ist sie auch schon seit dem 18. Januar nicht mehr für die Bestellung zuständig. Durch einen Erlass des Gesundheitsministeriums laufen die Bestellungen seitdem direkt über die Impfzentren vor Ort, die KVWL bleibt außen vor.

Ob dieser Schritt mit den Schwierigkeiten beim Anmeldeprozess der Kassenärztlichen Vereinigung zutun hat, wollte eine Sprecherin des Gesundheitsamtes gegenüber der SZ nicht bestätigen. „Die Ausweitung des Impfangebotes führt zur Notwendigkeit einer Steuerung vor Ort durch die Kreise und kreisfreien Städte“, heißt es aus dem Ministerium. Auch die Versorgung der Krankenhäuser und der Impfzentren läuft über die einzelnen Kreise. Für die Einrichtungen, die weiter auf den Impfstoff warten, wird das aber nur ein schwacher Trost sein.

In den Christlichen Seniorenhäusern Lützeln stehen in Kürze die Zweitimpfungen der Mitarbeiter und Bewohner gegen das Coronavirus an. Durch den Ausbruch mit über 50 infizierten Bewohnern und über 20 positiv getesteten Mitarbeitern ergeben sich jedoch Einschränkungen. „Personen, die positiv sind oder waren, werden nicht geimpft“, erklärte Heimleiter Alexander Strunk. Ausnahmen könne es nur bei genesenen Personen geben, die keine Symptome gezeigt haben. Wie es mit den Bewohnern und Mitarbeitern weitergeht, die sich nach der Erstimpfung infiziert haben, ist noch nicht klar. Aktuell gehe man aber davon aus, dass diese zu einem späteren Zeitpunkt die zweite Dosis erhalten werden. Wann das sein wird, ist aber noch nicht klar. „Es fehlen da die Langzeiterfahrungen“, so Strunk. Insgesamt werden in Lützeln, trotz des Corona-Ausbruchs, in Kürze rund 160 Menschen die Zweitimpfung erhalten.
Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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