Sieg noch nicht genau bewertet

Wasserzustand war Thema beim »Gebietsforum Sieg« in der Siegerlandhalle

sz Siegen. Im Foyer des Leonhard-Gläser-Saals der Siegerlandhalle fand jetzt eine Fachtagung mit dem Thema »Gebietsforum Sieg, Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie für das Arbeitsgebiet Sieg« statt. Dabei sollten sich die Teilnehmer einen Überblick über den Stand und die weitere Vorgehensweise zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in den beteiligten Bundesländern Nordrhein-Westfalen (NRW) und Rheinland-Pfalz (RLP) verschaffen.

Da Wasser zu einem unserer wertvollsten Naturgüter gehört und nicht vor nationalen Grenzen Halt macht, haben die EU-Kommission und das europäische Parlament sich in Dezember 2000 auf eine europäischen Wasserrahmenrichtlinie geeignet. Damit wurde das europaweit einheitliche Ziel, bis 2015 einen »guten Zustand« der Oberflächengewässer und des Grundwassers zu erreichen, festgelegt.

Zu der Veranstaltung in Siegen erschienen fast 120 Fachleute aus mehreren Bereichen wie beispielsweise der Wasserwirtschaftsverwaltung, dem Aggerverband, der Land- und Forstwirtschaft, den Natur- und Umweltschutzverbänden sowie aus den Fischereiverbänden. Die Leiterin des staatlichen Umweltamtes Siegen, Monika Raschke, eröffnete die Tagung mit dem Satz: »Wir haben heftig gearbeitet.« Mehrere Referenten aus verschiedenen Bereichen stellten dann die bisherigen Datengrundlagen vor, die bei der WRRL vorhergesehenen Bestandsaufnahme gemacht werden mussten.

Bisher wurden ländergrenzenüberschreitend mehrere Überwachungs- bzw. Monitoringprogramme erstellt, bei der die Oberflächengewässer und das Grundwasser nach ihrem chemisch-physikalischen und biologischen Zustand untersucht und eingeschätzt wurden – mit unsicherem Ergebnis: »Wir können zurzeit keine genaue Bewertung über den Zustand der Sieg nach der Wasserrahmenrichtlinie abgeben, da erst am Ende von 2006 Fristende ist«, so Dr. Thomas Ehlscheid, der als Referent für das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht RLP anwesend war.

Fest steht jedoch, dass bei einigen Flussgebietseinheiten Handlungsbedarf besteht. Nun ist das nächste Ziel der Beteiligten, bis 2009 einen Bewirtschaftungsplan zu erarbeiten, worin alle vorhandenen Erkenntnisse und Maßnahmen zur Verbesserung der sanierungsbedürftigen Gewässer enthalten sein müssen.

Ein weiteres Ziel ist die Einbürgerung des Lachses. Wanderungsbarrieren in der Sieg halten diese bislang ab. »Dafür muss die Sieg umstrukturiert werden. Denn hat sich der anspruchsvolle Lachs eingebürgert, heißt es, dass die Sieg sich selbst reinigen kann, und wir wären alle arbeitslos«, erklärte Dr. Georg Gellert vom staatlichen Umweltamt Siegen auf Nachfrage der SZ.

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