SZ

1500 Tonnen schweres Bauteil wird abgesenkt
Siegbrücke in Wissen auf der Zielgeraden

So eine Straßenbrücke ist schon eine beeindruckende Ingenieursleistung. Wegen der Verkehrsbeschränkungen wurde im Vorfeld der Bauarbeiten der Untergang des Abendlands prophezeit. Wie so oft – grundlos.
  • So eine Straßenbrücke ist schon eine beeindruckende Ingenieursleistung. Wegen der Verkehrsbeschränkungen wurde im Vorfeld der Bauarbeiten der Untergang des Abendlands prophezeit. Wie so oft – grundlos.
  • Foto: goeb
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

goeb Wissen.  Geplante 14 Monate für den Abriss der alten Siegbrücke und den Bau der neuen: Ziemlich ambitioniert, diese Ingenieursleistung an einem der wichtigsten Knotenpunkte der Stadt. „Das ist schon eine Magistrale für uns“, lässt sich Berno Neuhoff, Bürgermeister der Stadt und Verbandsgemeinde Wissen im Gespräch ein. „7000 Autos pro Tag und der Hauptzubringer zur A 4, ,unserer Autobahn’“. Auch wichtige Ortschaften des Wisserlandes hängen an der Landesstraße 278. Jetzt befindet sich das derzeit größte Brückenbauprojekt im nördlichen Rheinland-Pfalz auf der Zielgeraden.

goeb Wissen.  Geplante 14 Monate für den Abriss der alten Siegbrücke und den Bau der neuen: Ziemlich ambitioniert, diese Ingenieursleistung an einem der wichtigsten Knotenpunkte der Stadt. „Das ist schon eine Magistrale für uns“, lässt sich Berno Neuhoff, Bürgermeister der Stadt und Verbandsgemeinde Wissen im Gespräch ein. „7000 Autos pro Tag und der Hauptzubringer zur A 4, ,unserer Autobahn’“. Auch wichtige Ortschaften des Wisserlandes hängen an der Landesstraße 278. Jetzt befindet sich das derzeit größte Brückenbauprojekt im nördlichen Rheinland-Pfalz auf der Zielgeraden.
Bis zum Ende des Jahres sollen der Einbau der Übergangskonstruktion, die Abdichtungsarbeiten auf der sogenannten Überbauoberfläche und die Herstellung der Kappen sowie die Geländermontage vonstatten gehen, so schreibt Projektbearbeiter Andreas Scheuer vom Landesbetrieb Mobilität Diez (LBM) auf SZ-Nachfrage.
Allerdings sind vorher noch Präzisionsarbeiten zu erledigen, die keinesfalls schiefgehen dürfen.

Hitzige Diskussionen um Neubau der Siegbrücke im Jahr 2019

Hitzige Diskussionen hatte es noch vor Beginn der Sperrung im Sommer 2019 in der Öffentlichkeit gegeben. Als man hörte, dass das Land Rheinland-Pfalz die ca. 80 Meter lange Siegbrücke in der Wissener Altstadt bis auf die Pfeiler abreißen wollte, um sie dann komplett neu aufzubauen, sahen manche den Untergang des Abendlandes voraus. Wissen werde am Verkehr ersticken, unkten die Leserbriefschreiber. Die Umleitung über die Alserberg-Brücke könne gar nicht funktionieren. Vehement hatte man vom LBM auch eine Ersatzbrücke gefordert, etwa auf Pontons. Doch das hatte die Straßenbehörde bereits geprüft. Die Errichtung einer Pontonbrücke hätte einen starken Eingriff in den Auenbereich des Flusses bedeutet, außerdem hätte man damit Privatgrundstücke angetastet. Auch seien solche Behelfsbrücken auf Hochwasser nicht vorbereitet.

Die Siegbrücke in Wissen war nicht mehr zu retten

Herausschieben konnte der LBM die Sanierung nicht mehr, da die letzte Prüfung der 62 Jahre alten Brücke die Note 3,5 eingebracht hatte, auch wenn sie äußerlich noch ganz passabel ausschaute. Die Skala endet bei 4. Der Neubau war u. a. deswegen notwendig geworden, da die alte Brücke mit einer Traglast von 45 Tonnen nicht mehr den heutigen Standards genügte. Hinzu kam: Wegen undichtem Beton, verrostetem Stahl und übernutzten Brückenlagern musste gehandelt werden. Der LBM stellte auch klar: Reparieren kann man da nichts mehr. Für den Wiederaufbau auf den noch brauchbaren Pfeilern sah der LBM rund 3 Millionen Euro vor. Die neuen/alten Pfeiler, so die Planer, sollten Betonringe erhalten, um die Lasten besser zu verteilen. Die neue Brücke kann bis zu 8800 Fahrzeuge pro Tag aufnehmen.
Im Rückblick sieht Neuhoff das Verkehrskonzept, an dem das Rathaus federführend beteiligt war, als Erfolg an. Besonders die Ampelregelungen hätten gute Noten bekommen. „Die Verwaltung ist von einigen Bürgern sogar angeschrieben worden, um uns zu ermuntern, die Ampeln beizubehalten.“ Besonders auf die am Feuerwehrhaus wolle man nicht verzichten.
In einem Kraftakt wurden im September 650 Kubikmeter Beton auf den Baukörper aufgebracht, von beiden Uferseiten gleichzeitig – einen ganzen Tag lang, „und mit einem Großaufgebot an Personal und Geräten“, so Scheuer. Drei Tage später konnten die 28 Spannglieder vorgespannt werden und der sich danach selbst tragende Überbau auf Pressenstapeln abgelegt werden.

1500 Tonnen schweres Bauteil muss abgesenkt werden

Ende dieser Woche soll das Traggerüst vollständig abgebaut sein, ehe die erwähnten Präzisionsarbeiten beginnen können. Der Überbau, so kann man auf dem Foto erkennen, befindet sich noch ca. 1,70 Meter über seiner Endposition und wird schrittweise abgesenkt. Um das 1500 Tonnen wiegende Bauteil in die Endlage zu bringen, werden zwei Wochen eingeplant. „Hierbei ist höchste Sorgfalt und Präzision erforderlich, damit keine irreparablen Schäden an den bereits fertiggestellten Bauteilen entstehen“, so Scheuer.
Im Auftrag der Stadtwerke Wissen wird gleichzeitig eine Gasversorgungsleitung im Zwischenraum der beiden Längsstege verlegt. Abschließend werden die Baugruben verfüllt, die Straßenbauarbeiten sowie die Anpassung der Gehwege ausgeführt. Die Zusammenarbeit mit dem LBM war bestens“, schließt Neuhoff. Er würde sich gern bei den Planern und Facharbeitern bedanken. „Den Bauleuten bringen wir ein Ständchen. Wenn die Brücke fertig ist, feiern wir das mit einer unserer Blaskapellen.“

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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