„Siegen bleibt nazifrei!“

Auch die Band In All Conscience spielte in der BlueBox aus Protest gegen die Verwendung des Begriffes „Hardcore“ durch Neo-Nazis.  Foto: soph
  • Auch die Band In All Conscience spielte in der BlueBox aus Protest gegen die Verwendung des Begriffes „Hardcore“ durch Neo-Nazis. Foto: soph
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soph Siegen. Der Begriff „Hardcore“ bezeichnet in der Musikszene die Extremrichtungen. Er stammt aus der linken Szene, prägte eine ganze Generation seit dem Ende der 70er Jahre. Seit Januar 2009 ist genau dieser Begriff von einem Neo-Nazi im Deutschen Markenregister als Schutzmarke registriert worden. Ein Antrag auf Widerruf von der linken und antifaschistischen Seite läuft bereits, falls er nicht erfolgreich ist, gehört der einst so links geprägte Begriff zur Gegenseite.

Die antifaschistische Initiative „Kein Bock auf Nazis“ ruft auf ihrer Homepage (http://typo3.freies-netzwerk-berlin.de/) zu Aktionen auf. Dieser Aufruf ist auch in Siegen angekommen. Bruno Fernandez und einige Helfer haben am vergangenen Freitag in der BlueBox in Siegen ein Konzert mit den vier Hardcorebands In All Conscience, Mutilation Of The Flesh, For Those Unseen und Blonk veranstaltet. Ursprünglich sollte es ein normaler Konzertabend sein, doch nachdem die derzeitige Situation um den Begriff „Hardcore“ bekannt wurde, plante die Gruppe anders. Der Abend stand dann offiziell im Zeichen des antifaschistischen Widerstandes. „Wir wollen die Leute mobilisieren“, erklärt Bruno Fernandez. „Und die Bands fanden die Idee super!“ Eine knappe Stunde hatte jede Band Zeit, um die Meute zum Pogen, Springen und Ausrasten zu bringen. Alles auf friedlichem Niveau, das versteht sich von selbst.

„Es geht an diesem Abend auch nicht um den Profit. Wir decken mit dem Eintritt unsere Kosten. Von dem übrigen Geld werde ich jedem Helfer ein T-Shirt von ,Kein Bock auf Nazis‘ kaufen.“ Ein Zeichen, das in der heutigen Zeit wohl immer wichtiger wird. „Wir wollen mit dieser Aktion deutlich zeigen: Siegen bleibt nazifrei!“ Freilich wissen alle, dass dies ein schöner Traum ist und vielleicht auch immer bleiben wird. Denn Mitglieder der rechten Szene finden sich in jeder Stadt. Aber gut ist, dass auch die andere Seite aktiv ist. „Wir haben keine Angst wegen Störungen, ein paar von uns haben wir als Türsteher gewonnen.“ Die Stimmung unter den rund 150 Gästen war ausgelassen und von der Hoffnung geprägt, für die antifaschistische Sache in Siegen ein Zeichen gesetzt zu haben.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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