Siegen muss am 2. Advent wachsam sein

»Sportfreunde« wollen auf Nicht-Abstiegsplatz überwintern

Erfurter Müller und Hebestreit immer für Tor(e) gut / Feichtenbeiner muss Abwehr umbauen

rege Siegen. Der Wunschzettel des Fußball-Regionalligisten Sportfr. Siegen ist auch im Jahr 2003 wieder prall gefüllt: Die »Sportfreunde« wünschen sich neue Spieler, einen größeren Kader, mehr Punkte, weniger Verletzte, zusätzliche Sponsoren, und, und, und. An erster Stelle steht momentan jedoch ein Wunsch, den sich die Siegener am Sonntag selbst erfüllen können: Sie möchten die Weihnachtsfeiertage 2003 und den Jahreswechsel nicht auf einem Abstiegsplatz der Regionalliga Süd verbringen.

Im günstigsten Falle dürften sich die Siegerländer am 2. Advent gegen Rot-Weiß Erfurt zwar sogar eine Niederlage erlauben, doch um auf Nummer sicher zu gehen, müssen gegen die Thüringer drei Punkte her. Sollten die Mainzer Amateure am Betzenberg gewinnen und sollte Feucht gegen Augsburg nicht verlieren, dann brauchen die »Sportfreunde« auf jeden Fall einen Sieg, um nicht auf einen Abstiegsplatz zu rutschen. Hinzu kommt, dass die Stuttgarter Kickers ihre Partie des 19. Spieltags gegen den SV Wehen erst am 21. Februar bestreiten, nachträglich also noch an den Kickern aus dem Leimbachtal vorbeiziehen könnten.

Kein Wunder also, dass Siegens Trainer Michael Feichtenbeiner die Fans in der Vorweihnachtszeit noch einmal mit einem Sieg beschenken möchte: »Wir wollen auf einem Nicht-Abstiegsplatz überwintern, und deshalb müssen wir gegen Erfurt unbedingt unseren dritten Heimsieg in Folge einfahren. Nach der Niederlage in Wehen sind jetzt alle Spieler in der Pflicht. 70 oder 80 Prozent werden gegen Erfurt definitiv nicht reichen. Läuferisch und kämpferisch dürfen wird keine Wünsche offen lassen, und zudem müssen die Spieler ihr fußballerisches Potenzial noch einmal ausschöpfen.«

»Waren in Wehen viel zu weit weg«

Der Coach hofft, dass die Akteure inzwischen ihre Lehren aus dem Wehen-Spiel gezogen haben. Insbesondere das schlechte Abwehrverhalten ist Feichtenbeiner sauer aufgestoßen. »In Wehen waren wir viel zu weit weg von den Gegenspielern. Die Tatsache, dass Wehen trotz Unterzahl noch Torchancen hatte, spricht nicht für die Abwehrarbeit. Die Spieler müssen wieder viel aggressiver und enger an den gegnerischen Mann, so wie in Mainz oder gegen Stuttgart«, hofft der Trainer, dass die Einstellung nach dem »Aussetzer« im Taunus gegen Erfurt wieder stimmt.

Dass er die Abwehrkette wegen der Gelb-Rot-Sperre von Cem Islamoglu umbauen muss, passt dem Schwaben überhaupt nicht in den Kram, da es momentan an Alternativen mangelt. Neben Islamoglu wird Feichtenbeiner am Sonntag auch weiterhin auf die Defensivspezialitäten Sascha Bäcker und Matthias Straub verzichten müssen. Deshalb deutet vieles darauf hin, dass er seine »Allzweckwaffe« John van Buskirk erneut in die Abwehrkette einbauen wird. Fehlen wird beim Regionalliga-Kehraus im Jahr 2003 außerdem noch Andreas Nauroth.

Während die »Sportfreunde« in der Tabelle zur Zeit nur nach unten blicken, wissen die Erfurter nicht, ob sie sich eher nach oben oder eher nach unten orientieren sollen. Der Rückstand zu einem Aufstiegsplatz beträgt gerade einmal drei Punkte, doch bis zu den Abstiegsplätzen sind’s auch nur sechs. Der Coach der Ostdeutschen, René Müller, tritt deshalb (noch) die Euphoriebremse: »Über einen möglichen Aufstieg reden wir nicht. Wir denken nur von Woche zu Woche und möchten uns auf Dauer im oberen Tabellendrittel festsetzen. In Siegen wollen wir unbedingt punkten, aber das wird alles andere als leicht«, hat Müller durchaus Respekt vor der Heimstärke der »Sportfreunde«.

Keine »Fuchsjagd« im Leimbach-Stadion

Auf »Fuchsjagd« müssen die Siegener am Sonntag ab 15 Uhr übrigens nicht gehen, denn Ex-Bundesliga-Profi Henri Fuchs, der nach dem 2:1-Triumph der Erfurter im Hinspiel als zweifacher Torschütze zum »Matchwinner« wurde, kann wegen einem Muskelfaserriss im Oberschenkel nicht auflaufen, und auch Enrico Neitzel (Knochenabsplitterung im Sprunggelenk) steht den Thüringern nicht zur Verfügung.

Aber obwohl der »Spielverderber« des Hinrundenduells übermorgen nicht mit von der Partie ist, müssen die »Sportfreunde«-Verteidiger stets auf der Hut sein, denn auch Stürmer René Müller (bisher neun Treffer und nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Trainer!) und Ronny Hebestreit (bisher sieben Tore) haben ihre Goalgetter-Qualitäten in dieser Saison immer wieder unter Beweis gestellt. Die Siegerländer sollten am Tag nach dem Nikolaustag also stets wachsam sein, nicht dass Trainer Feichtenbeiner nach dem Spiel noch in die Rolle von Knecht Ruprecht schlüpfen und die Rute auspacken muss ...

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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