Siegen rüstet sich zur »WM-Brautschau«

Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland:

Leimbach-Stadion als WM-Quartier-Standort? / Gegengerade ab Freitag frei / Flutlichtmasten stehen

sz Siegen. In genau 1116 Tagen wird die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eröffnet. 32, möglicherweise aber sogar deren 36 Nationen, bewerben sich im Land des Vize-Weltmeisters um den FIFA World Cup. Im Glanz dieses sportlichen Weltereignisses möchten sich viele sonnen - ab sofort auch Siegen und seine nähere Umgebung. Denn die Krönchenstadt wird sich noch in diesem Monat beim deutschen WM-Organisationskomitee als »WM-Quartierstadt 2006« bewerben. Dies teilte die Stadt Siegen gestern offiziell mit.

Zentrales Trainingsquartier für die Auswahlmannschaft eines der qualifizierten Länder würde natürlich das Leimbach-Stadion sein, dessen Ausbaustand bis 2006 allen Anforderungen gerecht werden soll. Ist es nun eine Fügung des Schicksals oder einfach nur Zufall: fast 46 Jahre nach der eigentlichen Einweihung dieser zentralen Siegener Sportstätte am 22. September 1957 rückt deren tatsächliche Vollendung nun endlich mit Riesenschritten näher. Denn in dieser Woche wurden die vier, jeweils 30 Meter hohen Stahlpfeiler für die neue Flutlichtanlage auf die mächtigen Betonpfeiler aufgesetzt. Jene signifikanten Wahrzeichen jeder modernen Sportanlage weltweit – schon bald werden sie auch das Leimbachtal in gleißendes Flutlicht tauchen! Insgesamt 76 Leuchtstoffröhren sollen das Spielfeld (ab August) mit TV-tauglichen 850 Lux Lichtstärke illuminieren. Mit den rechteckigen Rahmenhalterungen werden die Pfeiler 35 Meter hoch über der Spielfläche thronen und damit die Wahrnehmung dieses südöstlichen Stadtteils nachhaltig verändern. Für heimische wie auswärtige Besucher der Stadt werden die markanten Flutlichtmasten durch den Autobahnanschluss überhaupt zum Begrüßungsbild der Stadt »aufsteigen«.

4800 neue Stehplätze auf Beton

Freude aber auch für die Siegener »Sportfreunde«: Wolfgang Wagener vom Tiefbauamt der Stadt Siegen und zuständiger Projektleiter im Leimbach-Stadion, bestätigte gestern auf Anfrage, dass die neuerdings 4800 Zuschauer fassende, jetzt noch 95 Meter lange Gegengerade morgen Abend zum »Schicksalsspiel« des heimischen Süd-Regionalligisten gegen die TSG Hoffenheim (19 Uhr) für die Anhängerschar der »Sportfreunde« frei gegeben wird. Fünf Monate nach dem letzten Heimspiel vor Beginn der Baumaßnahme endet damit die Phase der »Baustellen-Trostlosigkeit«. 28 Stehstufen und weit über 120 »Wellenbrecher« wurden in Winter und Frühjahr installiert, der obligatorische Sicherheitszaun soll zeitnah im Juni aufgebaut werden. Auch eine komplett neue Lautsprecheranlage wird noch im Sommer eingebaut. Aus Sicherheitsgründen dagegen morgen noch gesperrt bleibt die ebenfalls komplett neu gebaute »Gästekurve II« rechts vom Marathontor.

Doch zurück zur spektakulären »WM-Brautschau« der »Krönchenstadt«. Das WM-Organisationskomitee hat der Stadt Siegen einen fünfseitigen Fragenkatalog zugeschickt, der der Siegener Zeitung vorliegt. Die Siegener Stadtväter müssen dieses Anforderungsprofil bis Ende des Monats qualifiziert ausgefüllt zurücksenden. Bis jetzt liegen dem »OK« in Frankfurt am Main schon fast 400 Einzelbewerbungen sowohl von deutschen Kommunen als auch nur von Hotels vor. Ab Anfang 2004 wird das Organisationskomitee aus allen Bewerbern die besten 120 herausfiltern und in einem Katalog zusammenstellen, der nach Abschluss der WM-Qualifikationsphase (vermutlich 20. November 2005) allen 32 oder 36 WM-Nationen zur freien Auswahl zur Verfügung gestellt wird. Auch mehrere sauerländische Städte wie z.B. Lüdenscheid und Meschede haben sich bereits beworben - die Konkurrenz schläft beileibe nicht!

Zentrale Lage das größte Pfund

Ob sich einer dieser Fußballverbände für den Standort Siegen entscheidet, mag den Stadtvätern und der Hotellerie als Lotto-Glückstreffer erscheinen, denn die weltweite Öffentlichkeitswirksamkeit wird enorm sein. Die zentrale Lage Siegens insgesamt und seine besondere Nähe zu den WM-Spielorten Frankfurt/Main, Köln, Gelsenkirchen und Dortmund scheint derzeit das größte Pfund zu sein, mit dem Siegen wuchert. Auch die Fußball-Infrastruktur wird keine Hürde darstellen. In einem Abstimmungsgespräch mit Rolf Bleck, dem Sportlichen Leiter der Sportfr. Siegen, signalisierte der heimische Top-Verein seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit, insbesondere, um als Testspielgegner in der letzten WM-Vorbereitungsphase (Mai 2006) präsent zu sein. Ob die Siegener Mannschaft sich dann noch als Drittligist präsentiert, hängt freilich nicht unwesentlich von den kommenden drei Wochen ab, insbesondere vom morgigen Schicksalsspiel, zu dem sich die Siegener nach dem Befreiungsschlag mit dem 2:2 beim Zweitliga-Aufsteiger Unterhaching eine massive Fan-Unterstützung der Region erhoffen.

Suche nach geeignetem WM-Hotel

Ungeachtet der geeigneten Fußball-Infrastruktur könnte die Suche nach einem passenden Hotel zur Achillesferse der Bewerbung werden. Zwar ließ die Stadt offiziell verlauten, dass man über die städtische Wirtschaftsförderung Kontakte zu in Frage kommenden Hotels aufnehmen werde, jedoch spricht der Anforderungskatalog und vor allem die Erfahrung bisheriger Weltmeisterschaften eher für eine ausgelagerte Lösung. Vor allem die exklusive und ungestörte Hotel-Nutzung könnte dabei nämlich in den Vordergrund rücken. Wie die SZ erfuhr, ist hier inoffiziell auch schon über das Landhotel Bähner in Niederfischbach nachgedacht worden. Durch Autobahnanbindung (Raststätte Siegerland) wäre dieses Hotel in nur 20 Minuten mit dem Leimbach-Stadion verbunden. Hotelchef Henner Bähner gestern im Gespräch mit der SZ: »Wir haben darüber schon nachgedacht und denken, dass wir alle Anforderungen und Wünsche des WM-Organisationskomitees bzw. eines möglichen WM-Landes erfüllen können.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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