Landrat Andreas Müller hält Verschärfungen für unvermeidbar
Siegen-Wittgenstein erwägt Corona-Alleingang

Weitere Öffnungen? Von wegen. Landrat Andreas Müller hält angesichts der steigenden Corona-Zahlen in der Region Verschärfungen vermeidbar.
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tile Siegen/Betzdorf. Die Kreise Siegen-Wittgenstein und Altenkirchen sind Corona-Hotspots. NRW-weit hatten Siegerland und Wittgenstein am Sonntag mit einer Inzidenz von 159,6 den vierthöchsten Wert, am Samstag war es mit 153,8 sogar der zweithöchste Wert hinter dem Märkischen Kreis (Altenkirchen war Sonntag mit 156,8 „Spitzenreiter“ in Rheinland-Pfalz). Angesichts dieser Zahlen sei klar, „es kann in unserem Kreis keine weiteren Öffnungsschritte geben“, sagte Landrat Andreas Müller vor dem Corona-Gipfel am Montag im SZ-Gespräch. Aus seiner Sicht seien erneute Schließungsschritte unvermeidbar, um Kontakte zu beschränken. „Die Frage ist, ab wann und wie stark sie sind.“ Sollten sich Bund und Länder wider Erwarten nicht auf Verschärfungen einigen, werde der Kreis abweichende lokale Maßnahmen in Erwägung ziehen.

Landrat Andreas Müller findet die Entwicklung nicht überraschend

In Nordrhein-Westfalen überstieg die Inzidenz am Sonntag erstmals nach der Lockdown-Aufweichung die 100er-Marke (103,5). Unabhängig der Beratungen zwischen Kanzlerin und Länderchefs droht nun nach aktueller Regelung ohnehin die sogenannte Notbremse, also die Rücknahme der Lockerungen im Laufe der Woche, sofern die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge die 100 übersteigt.

Landrat Andreas Müller.

Die Entwicklung sei nicht überraschend, ja sogar absehbar gewesen, meint Andreas Müller. Zu Beginn der Lockerungen seien die vulnerablen Gruppen zwar weitestgehend geimpft gewesen, aber insgesamt sei man mit dem Impfen nicht so weit gewesen, wie es der Öffnungsplan vorausgesetzt habe. Bei den Schnelltests sei es ähnlich gewesen. Wobei: In den rund 80 Teststellen im Kreis seien bisher 5523 Schnelltests durchgeführt worden, dabei seien nur 53 positive Ergebnisse festgestellt worden. Der Anstieg der Fallzahlen sei somit nur bedingt durch die erhöhte Anzahl der Testungen zu erklären, so der Landrat. Die Dunkelziffer sei geringer als befürchtet, sodass man „eine sehr gute Gesamterkenntnis der Lage“ habe.

Coronavirus verbreitet sich im privaten Umfeld

Ein strukturelles Problem in der ländlichen Region sei die Dynamik der vergangenen Tage nicht, sagt der Landrat trotz der hochschnellenden Inzidenzen. Das Virus, und vor allem der britische Mutante, verbreite sich vor allem im privaten Umfeld. Das hätten die Analysen des Gesundheitsamtes ergeben. Von dort würde Covid-19 aber auch immer wieder in Einrichtungen und Betriebe getragen – über Fahrgemeinschaften, auf dem Schulweg, in der Mittagspause, also in nicht kontrollierten Situationen. Das sei zuletzt häufiger vorgekommen, daher die hohen Fallzahlen. „Die Hygienemaßnahmen werden nicht konsequent eingehalten. Wir werden nachlässiger – das ist auch ein psychologischer Effekt der Öffnungen.“

Siegen-Wittgenstein wartet Corona-Gipfel ab

Von einer lokalen Verschärfung der Regeln unabhängig der Landesinzidenz hat der Kreis bislang abgesehen. Auch, weil Anträge auf Schulschließungen anderer Städte von Düsseldorf abgelehnt worden seien, erklärt Andreas Müller. Jetzt werde man zunächst die Entscheidungen des Corona-Gipfels abwarten. Wünschenswert sei eine einheitliche Lösung, damit unterschiedliche Regelungen beispielsweise nicht den „Tourismus“ zwischen den Bundesländern förderten. Die Gefahr bestehe gerade im heimischen Dreiländereck.

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Landrat Andreas Müller.
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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