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Corona-Einschränkungen in Kitas schwer umsetzbar
Siegener AWo kritisiert FDP-Familienminister

Die Politik von Joachim Stamp wird von der AWo harsch kritisiert. Archivfoto: sos
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  • Die Politik von Joachim Stamp wird von der AWo harsch kritisiert. Archivfoto: sos
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juka/sz Siegen. „Eingeschränkter Regelbetrieb.“ Unter diesem Deckmantel dürfen seit dem 8. Juni alle Kinder wieder in den Kindergarten gehen. Das jedoch nur unter strengen Auflagen.

So darf die Betreuung nur in festen, räumlich getrennten, Gruppenstrukturen stattfinden. Bis zum 31. August gilt diese Regelung noch, Mitte August soll über weitere Schritte entschieden werden. Im Hinblick auf die aktuell weiter niedrigen Infektionszahlen in der Region geht mit dem AWo-Kreisverband nun der erste große Kita-Träger mit insgesamt 63 Einrichtungen in Siegen-Wittgenstein und Olpe gegen die Einschränkungen auf die Barrikaden.

juka/sz Siegen. „Eingeschränkter Regelbetrieb.“ Unter diesem Deckmantel dürfen seit dem 8. Juni alle Kinder wieder in den Kindergarten gehen. Das jedoch nur unter strengen Auflagen.

So darf die Betreuung nur in festen, räumlich getrennten, Gruppenstrukturen stattfinden. Bis zum 31. August gilt diese Regelung noch, Mitte August soll über weitere Schritte entschieden werden. Im Hinblick auf die aktuell weiter niedrigen Infektionszahlen in der Region geht mit dem AWo-Kreisverband nun der erste große Kita-Träger mit insgesamt 63 Einrichtungen in Siegen-Wittgenstein und Olpe gegen die Einschränkungen auf die Barrikaden.

Offener Brief an den FDP-Minister in Düsseldorf

In einem offenen Brief an NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) moniert der Kreisverband, „dass viele der uns vorgegebenen Einschränkungen in der Praxis nur schwer umsetzbar und oft nicht zielführend sind.“ Unterzeichnet ist der Brief von Geschäftsführer Andreas Neumann und Stellvertreter Jens Hunecke. Die Politik habe mit ihren Vorgaben komplett an der Realität der Kinder vorbeigeplant. „Es zwängt sich der Eindruck auf, dass die Landesregierung die Grundbedürfnisse nicht ausreichend im Blick hat“, heißt es weiter.

Der Kreisverband fordert, die Entscheidung der zu treffenden Maßnahmen in die Jugendämter vor Ort zu geben. „Bei den aktuellen Infektionszahlen wäre in Siegen-Wittgenstein unserer Ansicht nach ein normaler Betrieb wieder möglich“, erläutert Neumann auf SZ-Nachfrage. „Dieser Zustand darf nicht länger als nötig aufrecht erhalten werden“, so der Geschäftsführer.

Die Wiederaufnahme des Kitabetriebs an sich begrüßt die AWo allerdings ausdrücklich, da sie eine enorme Entlastung für viele Eltern in der Gestaltung des Familien- und Arbeitslebens bedeuten würde. Auch für die frühkindlichen Lern- und Entwicklungsprozesse sei die Möglichkeit des Kita-Besuchs sehr wichtig. Einzig mit der Umsetzung und den geltenden Regularien möchte sich die AWo nicht zufrieden geben. „Insbesondere die Betreuung in festen, räumlich getrennten Gruppen und das Verbot offener Konzepte lässt sich nicht umsetzen, ohne dass bei den Kindern mindestens Irritationen, Verunsicherungen oder sogar Frustration entstehen“, kritisiert der Kreisverband. Es sei nicht absehbar, ob dadurch langfristige Entwicklungsstörungen gefördert würden.

Irreale Szenarien in Randzeiten

Insbesondere zu Randzeiten komme es so teilweise zu Konstellationen, in denen in einer Gruppe nur ein Kind, in der anderen jedoch fünf anwesend seien und das einzelne Kind so förmlich ausgeschlossen werde, keine Möglichkeit habe, mit den anderen zu spielen. „Welchen Einfluss so eine Exklusion auf die Entwicklung hat, ist aktuell nicht abzusehen. Sicher aber keinen guten. Weder für das eine noch für die fünf Kinder“, gibt der Kreisverband zu bedenken.

Ad absurdum geführt werde die Exklusion dann, wenn nach der Schließung Eltern vor der Tür des Kindergartens zusammen ständen und die Kinder aus unterschiedlichen Gruppen miteinander spielen würden, prangert die AWo an. „Wenn dann auch noch Geschwisterkinder getrennt werden, die morgen noch zusammen am Frühstückstisch sitzen und nachmittags zusammen im Kinderzimmer spielen, ist das noch eine Steigerung“, moniert Neumann.

Seine Hoffnung ist nun, dass es in Sachen Auflagen mehr Flexibilität vom Land NRW gibt, damit zumindestens in manchen Teilen der Region wieder ein normaler Kita-Betrieb möglich wird...

Die Politik von Joachim Stamp wird von der AWo harsch kritisiert. Archivfoto: sos
Die Politik von Joachim Stamp wird von der AWo harsch kritisiert. Archivfoto: sos
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Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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