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Invema vergab „HINgucker”-Preis an SWF
Siegener haben Stärken im Fokus

Invema-Vorsitzende Christiane Münker und Geschäftsführer Stephan Lück (l. und r.) überreichten den „HINgucker 2019“ an Geschäftsführer Benjamin Langer (M. l.) und Bereichsleiter Technik Nils Vöpel (M. r.) von der Firma SWF. Foto: Privat
  • Invema-Vorsitzende Christiane Münker und Geschäftsführer Stephan Lück (l. und r.) überreichten den „HINgucker 2019“ an Geschäftsführer Benjamin Langer (M. l.) und Bereichsleiter Technik Nils Vöpel (M. r.) von der Firma SWF. Foto: Privat
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hema Siegen. Der „HINgucker”-Preis für besondere Verdienste bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung in das “normale” Leben geht in diesem Jahr an die Firma Siegener Werkzeug- und Härtetechnik, kurz SWF. Das heimische Unternehmen, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, erhielt die Auszeichnung, die bereits zum neunten Mal vom Kreuztaler Inklusions- und Integrationsverein Invema verliehen wurde, vor kurzemim Rahmen der alljährlichen Preisverleihung im Kulturhaus Lyz.

Job im ersten Arbeitsmarkt
SWF-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Benjamin Langer und Nils Völpel, Bereichsleiter Technik, nahmen den Preis stolz von der 1. Vorsitzenden von Invema, Christiane Münker, entgegen.

hema Siegen. Der „HINgucker”-Preis für besondere Verdienste bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung in das “normale” Leben geht in diesem Jahr an die Firma Siegener Werkzeug- und Härtetechnik, kurz SWF. Das heimische Unternehmen, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, erhielt die Auszeichnung, die bereits zum neunten Mal vom Kreuztaler Inklusions- und Integrationsverein Invema verliehen wurde, vor kurzemim Rahmen der alljährlichen Preisverleihung im Kulturhaus Lyz.

Job im ersten Arbeitsmarkt

SWF-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Benjamin Langer und Nils Völpel, Bereichsleiter Technik, nahmen den Preis stolz von der 1. Vorsitzenden von Invema, Christiane Münker, entgegen. Die Experten für Werkzeug- und Härtetechnik erhalten den Preis, weil sie bereits zwei ehemalige Beschäftigte der „Werkstatt für Behinderte” nach einer gewissen Zeit des Kennenlernens und der Einarbeitung in sozialversicherungspflichtige und tariflich entlohnte Beschäftigungsverhältnisse übernommen haben. Ein weiterer ehemaliger Werkstatt-Mitarbeiter befinde sich außerdem auf einem Außenarbeitsplatz der Werkstatt bei SWF.

Vorbild für andere Arbeitgeber

Das Faszinierende für ihren Verein, so Christiane Münker, sei dabei gewesen, zu sehen, dass der Fokus von SWF auf den Ressourcen und Fähigkeiten der Mitarbeiter gelegen hätte und nicht - wie das oft der Fall sei - die Beeinträchtigungen und Defizite im Vordergrund stünden. „Wir finden, dass der Weg aus der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsplatz bei Ihnen vorbildlich beschritten wurde – im Sinne eines Vorbildes für andere Arbeitgeber”, lobte Münker die frisch gekürten Preisträger.

Unter dem Motto „Guck ma´ – Inklusion beginnt im Kopf” zeichnet der Verein Personen, Gruppen, Organisationen, Betriebe, Behörden oder Geschäfte dafür aus, sich entweder für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung besonders eingesetzt zu haben oder eben – im Gegenteil – Inklusion bewusst behindert, Menschen mit Behinderung ausgegrenzt und Teilhabe blockiert zu haben und zu blockieren.

"WEGgucker" für die Bundesregierung

Dafür gibt es dann den „WEGgucker”, der in diesem Jahr an die Bundesregierung Deutschland geht. Der Vorstand von INVEMA verlieh den Negativpreis explizit für „ein menschenrechtsverletzendes Lohnsystem im Rahmen einer Werkstatt für behinderte Menschen, welches Teilnahme am normalen, öffentlichen Leben verhindert.” Bundesweit gingen Menschen mit Behinderung, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten, trotz einer Vollzeitstelle mit durchschnittlich 180 Euro Lohn monatlich nach Hause und sind damit von Beginn an auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen.”, so Invema-Geschäftsführer Stephan Lück in seiner Ansprache. „Aber damit nicht genug: Sie müssen durch den Verkauf ihrer Arbeitsleistung ihren eigenen Lohn erarbeiten – ohne Zuschüsse von außen – und müssen darüber hinaus aus ihrem Lohn auch noch den Lohn derer mitfinanzieren, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderung keine Arbeitsleistung erbringen können, jedoch ebenso einen Anspruch auf den Grundlohn haben.”

Ein solches System, so Lück, welches der Gesetzgeber seit Jahren nicht nur billige, sondern gesetzlich so verankert habe, habe mit Menschenwürde und Gleichberechtigung nichts zu tun. Inklusion und Teilhabe am „normalen Leben” sei so nicht möglich. Bei Invema hofft man, dass sich der Gesetzgeber an dieser Stelle bald „besinne” und Änderungen “beschließe”.

Die nach Aussagen des Vorstands des Vereins „sicherlich ungewöhnliche, aber berechtigte Wahl”, war nach Durchsicht von rund 30 Vorschlägen aus der Bevölkerung getroffen worden. Insbesondere Menschen mit Behinderung selbst und ihre Angehörigen hatten, so der Verein, die Aktion genutzt, um ihrem Ärger Luft zu machen. Aber eben auch, um zu loben.

Autor:

Heiner Manderbach (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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