Siegener Straßen: zwei Drittel per Taschencomputer erfasst

Datenbestand wichtig für Finanzmanagement und Planungen

mir Siegen. Das moderne Straßenmanagement bei der Stadt Siegen macht erkennbar Fortschritte. Die Datenbank, seit Februar in Arbeit, hat bereits 67 Prozent des Wegenetzes per Erstvermessung zugefüttert bekommen, 33 Prozent konnten bereits »zugeordnet«, d.h. bearbeitet werden. Ein Wust an Infos über 560 Kilometer Straßen, 156 Brücken, 400 Stützmauern und 150 Ampeln.

Zum einen geht es darum, den gesamten Bestand an Straßen von der Breite über die oberflächliche Struktur bis in die Frostschutztiefe zu erfassen und zu bewerten. Zum anderen werden Schäden, Aufbauten und Aufbrüche peinlich genau eingemessen und zugeordnet, gleiches gilt für die Stützmauern, Brücken und Ampeln. Im hanglastigen Siegen sind gerade die Mauern ein wichtiges Thema, zumal deren Standfestigkeit.

Das alles passiert nicht etwa durch Einzeichnen in Karten oder Aufschreiben in Handakten mit Register. Mittlerweile läuft alles per »Taschencomputer«. Die Stadt Siegen verwendet dazu das Straßendatensystem »Via Vis« der Karlsruher Firma Caos. Stadteigene Mitarbeiter sind dazu mit Tablet-PC's an Ort und Stelle im Einsatz, können z.B. vor einer brüchigen Stützmauer direkt die jeweiligen Löcher zuordnen. Anhand vorhandener und sofort abrufbarer Daten wird vor Ort festgestellt werden, ob und wie sich ein eventueller Schaden verändert hat. Beispiel Straße: Neben dem Aufbau finden sich Daten zu ausführenden Firmen, zu Ver- und Entsorgungsleitungen. Aber auch Genaues zu Aufbrüchen etc. 1280 Grabungen sind demnach schon in die Straßen-Datenbank eingespeist worden.

Bürgermeister Ulf Stötzel: »Gewährleistungsfristen können genau und sofort abgefragt werden. Und bei neuen Straßen werden Sperrfristen notiert, damit nicht jeder Versorger anfängt, nach einem halben Jahr wieder alles aufzureißen.« Beispielsweise für die neu hergerichtete Lämmergasse gilt eine Sperrfrist bis 2011. Aufbrüche sind bis dahin ausgeschlossen, »es sei denn, es liegt ein Notfall vor«, wie Anke Schreiber, Leiterin der Abteilung Straße/Verkehr, einräumte. Nochmals Stötzel: »Dass neue Straßen immer wieder aufgebrochen werden, muss aufhören. Wir als Stadt haben dadurch Schäden ohne Ende.«

Das Straßennetz auf einen hohen Standard zu hieven und auch zu halten, hat natürlich etwas mit dem Neuen Kommunalen Finanzmanagement (NKF) zu tun. Jeder innerörtliche Weg stellt für die Kommune einen Wert dar. Inclusive Abschreibung über die Jahre hinweg. Mit dem neuen System werden auch die 310 noch nicht restlos fertig gestellten Straßen bewertet, auf deren »Abrechnung« Kommunalpolitiker und betroffene Anlieger teils seit vielen Jahren warten.

Gekostet hat das Projekt »Straßenmanagement« 60000 Euro. Weitere 190000 Euro wären fällig geworden, wenn externe Firmen die Daten erfasst hätten. Rathausmitarbeiter erbringen die Leistungen zu 100 Prozent selbst.

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