Siegener suchen das Weite

Verband Deutscher Städtestatistiker tagte gestern in Siegen

kano Siegen. Auf Einladung des Fachbereichs 1 und der Statistikstelle der Stadt Siegen trafen gestern Statistiker aus über 40 deutschen Großstädten mit Vertretern des Deutschen Städtetags, Mitarbeitern des Statistischen Landesamts, des Landesarbeitsamts Nordrhein-Westfalens und der Wohnungsbauförderungsanstalt zu einer Konferenz in Siegen zusammen. Zwei Tage lang diskutieren sie über die Bevölkerungsentwicklung ihrer Städte, Verflechtungen zwischen Stadt und Umland und die zukünftigen Aufgaben und Perspektiven der Kommunalstatistik.

»Die Statistik der Stadt Siegen ähnelt in vielem der anderer Städte«, sagt Ursula Krüsemann von der städtischen Statistikstelle. Sie verliere permanent an Einwohnern, seit 1975 habe sie über 8000 (-7 Prozent) verloren. »Gründe hierfür sind der Geburtenrückgang, vor allem aber die Abwanderung ihrer Bewohner ins benachbarte Umland und das gesamte Bundesgebiet«, so Ernst-Otto Sommerer, Vorstandsmitglied des Verbands deutscher Städtestatistiker. Welche Motive die Fortwanderer bewegen, Siegen zu verlassen, wollen die Statistiker gemeinsam mit Soziologiestudenten der Universität Siegen durch eine Wanderungsuntersuchung herausfinden.

Von besonderem Interesse war für die Tagungsteilnehmer das Thema der Pendlerstatistiken. Die Stadtflucht ins Umland verstärkt die traditionellen Verflechtungen zwischen Stadt und Region: Immer mehr Menschen pendeln zwischen ihren Wohn- und Arbeits- oder Ausbildungsort. Siegen hat dabei mit 33000 Einpendlern und 15000 Auspendlern unter Berufstätigen, Schülern und Studenten eine zentrale Stellung über Südwestfalen hinaus bis nach Rheinland-Pfalz und Hessen. Die Umlandgemeinden mit den größten Pendlerströmen nach Siegen sind Wilnsdorf und Netphen. Das Resultat könne man am Verhältnis von Tag- und Nachtbevölkerung ablesen, so Ursula Krüsemann. Die Zahl der Menschen, die tagsüber in Siegen leben, arbeiten und lernen, liegt mit 18000 um 17 Prozent über der Einwohnerzahl der Stadt.

Trotz zunehmendem Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor verliert auch Siegen an Arbeitsplätzen. Welche Folgen dies bis in einzelne Stadtteile hinein hat, kann die Statistikstelle jetzt mit Hilfe von Sonderauswertungen der Bundesanstalt für Arbeit über die lokale Verteilung der Arbeitslosen im Stadtgebiet zeigen.

In Zukunft will die Siegener Statistik, so Ursula Krüsemann, kleinräumige, stadtteilbezogene Analysen über ihr traditionelles Kerngebiet, die Bevölkerungsstatistik hinaus für Sozial-, Verkehrs- und Stadtentwicklungsplanung und zur Information der Öffentlichkeit konsequent ausweiten. Ebenso wichtig sei die Aufbereitung von Daten über regionale Beziehungen und überregionale Vergleiche, um lokale Entwicklungen im Kontext sozialer Entwicklungen einordnen zu können.

Dazu arbeiten die drei Mitarbeiterinnen Ursula Krüsemann, Claudia Schneider und Almut Dreisbach innerhalb eines bundesweiten Netzwerks der Kommunalstatistiker intensiv am Aufbau eines computergestützten, interaktiven Statistischen Informationssystems für Siegen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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