Siegener Weihnachtsmarkt fehlte die Attraktivität

Der Eingang zum Siegener Weihnachtsmarkt am Unteren Schloss führte zwangsläufig an Lagerräumen des Kaufhauses Karstadt vorbei. Viele Aussteller kritisierten u. a. deswegen die Veranstaltung, der es an Attraktivität mangele. Foto: yer
  • Der Eingang zum Siegener Weihnachtsmarkt am Unteren Schloss führte zwangsläufig an Lagerräumen des Kaufhauses Karstadt vorbei. Viele Aussteller kritisierten u. a. deswegen die Veranstaltung, der es an Attraktivität mangele. Foto: yer
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yer - Vom 21. November bis 23. Dezember boten die Schausteller am Unteren Schloss in Siegen ihre Waren an. In Zahlen sind das rund 40 Stände. "80 Prozent der Händler sind so zufrieden, dass sie in 2012 wieder kommen wollen", erklärte Detlef Koenitz, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens, das seit sechs Jahren den Siegener Weihnachtsmarkt ausrichtet. Die Recherchen der SZ ergaben jedoch, dass mehr als 20 Prozent der Aussteller Siegen unzufrieden verlassen haben.

"An der Attraktivität muss man etwas machen"

"Einen Weihnachtsmarkt stelle ich mir anders vor", sagte beispielsweise eine Verkäuferin und fügte hinzu: "Es herrscht keine Weihnachtsatmosphäre." Der Dame, die Kräuterbonbons aus Freudenberg verkaufte und nicht namentlich genannt weden wollte, schlug das Indianerdorf besonders auf den Magen. "Die Eisbahn war ein großer Anziehungspunkt, aber jetzt fahren die Leute alle nach Haiger (Anm. d. Red.: Der dortige Weihnachtsmarkt verfügte über eine Eisbahn)." Zustimmung erhielt sie von Uwe Müller, dem Betreiber der Bergstation. Das Dorf sei keine schlechte Idee gewesen, "eine Eisbahn hätte aber mehr Leute angelockt". Beschweren wollte sich Müller, der an seiner Station u. a. Grillfleisch und Glühwein anbietet, aber nicht. Anders als seine Kollegin müsste er nur ganz geringe Umsatzeinbrüche beklagen. Trotzdem: "An der Attraktivität muss man etwas machen!"

500 Euro Stromkosten und 2000 Euro Standgeld bezahlt

"Es ist unmöglich hier", schimpfte Frank Randolf vier Stände weiter: "Hässlicher kann man es nicht gestalten." Der Verkäufer von asiatischer Kunst hockte mit seinem Stand am Eingang des Weihnachtsmarktes und blickte direkt auf die gegenüberliegenden Container des Kaufhauses Karstadt. "Der Haupteingang sollte am Dicken Turm sein", nannte Randolf sein Konzept, das er auch schon der Stadt vorgeschlagen habe, bisher ohne Antwort. Der Verkäufer sprach ebenfalls von Umsatzeinbrüchen im Vergleich zum Vorjahr: "Ich habe einen Ein-Euro-Job gemacht und fast 50 Prozent weniger eingenommen."  Dafür habe er 500 Euro Stromgeld und 2000 Euro Standgebühr bezahlt. Randolf: "Ich komme mir ausgenutzt vor."  Detlef Koenitz konterte, sein Unternehmen habe die Mietpreise vor sieben Jahren von der GSS übernommen und seitdem nicht erhöht. Eine Standgebühr von 2000 Euro umfasse zudem die Miete eines Standes inklusive Kaution. Komisch, da sich Randolf im SZ-Gespräch hauptsächlich über den hohen Preis beschwerte, eben weil er seine eigene "Hütte" nutzte.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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