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Immer mehr Photovoltaikanlagen in der Krönchenstadt
Siegens Dächer strahlen mit der Sonne um die Wette

Die Photovoltaikanlage des Siegeners Markus Zdrallek ging im November ans Netz. Sie ist eine von 92 Neuinstallationen des vergangenen Jahres in der Stadt.
  • Die Photovoltaikanlage des Siegeners Markus Zdrallek ging im November ans Netz. Sie ist eine von 92 Neuinstallationen des vergangenen Jahres in der Stadt.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

js Siegen. Sie haben ganz nüchterne Bezeichnungen oder aber originelle Namen wie „Mein Kraftwerk“, „Die sonnigen 4“ , „Ampere-Maschine“, „Mehr Freude für Freudenberg“, „Klimahipster“, „Lagombes“, „Papas Solaranlage“ oder „Die olle Dach-Funzel“. Eines aber haben sie alle gemeinsam: Bei ihnen handelt es sich um Photovoltaikanlagen, die seit dem vergangenen Jahr in der Region die Sonne anzapfen. Photovoltaikanlagen liegen im Trend. Das zeigt sich im Oberzentrum Siegen besonders: 2020 wurden hier 92 Solaranlagen neu installiert. Das entspricht einem Zuwachs von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und liegt damit über dem bundesweiten Durchschnitt: Der lag bei einem Plus von 6,4 Prozent.

js Siegen. Sie haben ganz nüchterne Bezeichnungen oder aber originelle Namen wie „Mein Kraftwerk“, „Die sonnigen 4“ , „Ampere-Maschine“, „Mehr Freude für Freudenberg“, „Klimahipster“, „Lagombes“, „Papas Solaranlage“ oder „Die olle Dach-Funzel“. Eines aber haben sie alle gemeinsam: Bei ihnen handelt es sich um Photovoltaikanlagen, die seit dem vergangenen Jahr in der Region die Sonne anzapfen. Photovoltaikanlagen liegen im Trend. Das zeigt sich im Oberzentrum Siegen besonders: 2020 wurden hier 92 Solaranlagen neu installiert. Das entspricht einem Zuwachs von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und liegt damit über dem bundesweiten Durchschnitt: Der lag bei einem Plus von 6,4 Prozent.

Das geht aus einer Analyse des Berliner Preisvergleichportals Selfmade Energie hervor, die sich auf die Zahlen des von der Bundesnetzagentur geführten Anlagenregisters bezieht. Die Gesamtzahl der auf den Dächern von Siegen installierten Solaranlagen beträgt demnach aktuell 1201. „Das fortgesetzte Wachstum verdeutlicht, dass immer mehr Hausbesitzer ihr Dach nutzen, um ihren eigenen Solarstrom zu erzeugen“, erklärt Selfmade-Energy-Geschäftsführer Dr. Tim Rosengart.

Wunsch nach mehr Klimaschutz

In einer Umfrage unter den Nutzern des Solar-Preisvergleichs nannten die Käufer von Photovoltaikanlagen den Wunsch nach mehr Klimaschutz (79 Prozent) sowie die Senkung der Stromkosten (64 Prozent) als die wichtigsten Gründe für die Anschaffung ihrer Anlage. 39 Prozent gaben an, dass sie beabsichtigen, mit ihrem selbst erzeugten Solarstrom ein Elektroauto aufzutanken.

Eine der 92 neuen Anlagen befindet sich auf dem Dach der Siegener Familie Zdrallek und ist seit November am Netz. Die etwa 35 Quadratmeter große Anlage mit einer Nennleistung von 6 Kilowattpeak besteht aus 17 Modulen. Für Markus Zdrallek war es eigentlich höchste Zeit, selbst einmal eine solche Anlage zu installieren. Denn: Der Elektroingenieur ist Professor an der Uni Wuppertal und leitet dort den Lehrstuhl für elektrische Energieversorgungstechnik – ist also vom Fach. Da ohnehin andere Arbeiten am Haus anstanden, war die Gelegenheit günstig, in diesem Zuge auch bei der Photovoltaik Nägel mit Köpfen zu machen. „Ich bin ein großer Freund der Energiewende“, erklärt Zdrallek. In den vergangenen anderthalb Jahrzehnten habe man in Deutschland diesbezüglich auch schon viel erreicht. Dennoch gebe es bei der Photovoltaik noch Luft nach oben.

Nach zehn Jahren Investition amortisiert

Markus Zdrallek hat sich aus einem einfachen Grund für die Installation der Anlage entschieden: „Es rechnet sich.“ Nach zehn Jahren werde sich seine Investition amortisiert haben. Dass dies nicht schon zwei Jahre früher der Fall ist, liegt an einem nicht unwesentlichen Extra: „Wir haben noch einen Speicher einbauen lassen.“ Das sei zwar zunächst einmal teurer, werde sich seiner Überzeugung nach aber rechnen. Denn: „Die Strompreise werden noch deutlich steigen.“ Je mehr der Anlagenbesitzer also selbst verbraucht in Zukunft, desto besser ist es für seine Stromrechnung. Das Einspeisen ins Netz sei schließlich nicht mehr so lukrativ wie in früheren Jahren – mittags gewonnene Energie in den Abendstunden selbst zu nutzen, sei daher ein guter Weg.

Wie zahlreiche andere Hausbesitzer in Siegerland und Wittgenstein profitiert Markus Zdrallek vom 1000-Dächer-Programm des Kreises. Er hält den Fördertopf für eine sinnvolle Einrichtung, die den Menschen dabei helfe, ihre Anlagen schneller in den Bereich der Wirtschaftlichkeit zu bekommen. Unsere Region sei ja ansonsten ein wenig im Grenzbereich: „Es gibt schließlich sonnenverwöhntere Gegenden in Deutschland.“

App zeigt aktuelle Leistung der Photovoltaikanlage an

Und wie sind die ersten Erfahrungswerte? Nach der Installation im Herbst hatte die Anlage zunächst nicht allzu viel zu tun. „Der Dezember und der Januar waren etwas frustrierend“, räumt Zdrallek ein. Inzwischen aber fällt sein freudiger Blick doch immer wieder auf die App, die die aktuelle Leistung seiner Photovoltaikanlage anzeigt. „Der vergangene Sonntag war bisher der ergiebigste.“ Übrigens: Auch den aktuellen Verbrauch im Haus kann der Anlagenbetreiber live ablesen. „Das hat schon ein bisschen was von Big Brother“, schmunzelt er. „Aber man lernt auch viel über sein Verbrauchsverhalten.“

Photovoltaik ein Thema in der Region Im gesamten Kreis Siegen-Wittgenstein wurden im vergangenen Jahr 487 neue Anlagen (plus 14 Prozent) neue Photovoltaikanlagen installiert, im Kreis Olpe waren es 292 (12 Prozent). Mit seinem 1000-Dächer-Programm unterstützt der Kreis Siegen-Wittgenstein die Installation privater Photovoltaikanlagen. Die im vergangenen Jahr bereitgestellten 250 000 Euro wurden ausgeschöpft – entsprechende Förderbescheide liegen vor. Ausgezahlt wurden 160 000 Euro davon, wie Kreissprecher Torsten Manges der SZ erklärte. Hinzu komme eine Warteliste von 50 Antragstellern. Wann neue Zuschüsse ausgezahlt werden können, entscheidet der Kreistag im März. Im Haushaltsplan-Entwurf stehen 355 000 Euro für das Programm. Neue Anträge können erst dann gestellt werden, wenn der Kreishaushalt genehmigt ist, also mutmaßlich am Ende des zweiten Quartals.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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