»Siegens Konzept ist richtig«

Das aktuelle SZ-Interview:

Michael Feichtenbeiner Top-Trainer-Kandidat in Siegen

geo Siegen. Noch in dieser Woche möchte Sportfr. Siegen seinen bzw. seine neuen Trainer (1. und 2. Mannschaft) vorstellen. Da die Liga-Zugehörigkeiten zum jetzigen Zeitpunkt zumindest unklar scheinen, muss der Verein zweigleisig fahren. Siegens Sportlicher Leiter Rolf Bleck bestätigte, dass man aus einem Kreis von 30 Bewerbern fünf Kandidaten in die engere Wahl gezogen habe, die bereit seien, auch in der Amateur-Oberliga Westfalen zu arbeiten. Nach SZ-Informationen kommen jedoch wohl nur noch maximal ein oder zwei Personen wirklich in Frage.

Einer dieser beiden Trainer-Kandidaten ist nach SZ-Informationen der 42-jährige Michael Feichtenbeiner, der in der Regionalliga Süd beim SV 98 Darmstadt und Rot-Weiß Erfurt arbeitete, davor unter anderem mit Kickers Stuttgart in der 2. Bundesliga tätig war und dort bis ins DFB-Pokal-Halbfinale vorstieß. Auch Marcus Sorg (Stuttgart) scheint ebenfalls noch nicht aus dem Rennen und äußerte sich zum Thema Siegen gegenüber lokalen Medien konkret so: »Ich würde auch in der Oberliga arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.«

Wie die Fans wissen derzeit auch die Spieler noch nicht, wer in der kommenden Saison als Trainer in Frage kommt. Til Bettenstaedt, der extra nicht in Urlaub fahren will, um die Lage in Siegen zu beobachten, meinte gestern: »Die Trainerfrage ist ein wichtiger Gesichtspunkt für mich als Spieler. Man überlegt es sich wirklich auch, ob man mit dem neuen Trainer zusammen arbeiten will und kann. Ich kenne Herrn Feichtenbeiner nicht persönlich, denke aber, dass er ein guter Trainer ist.«

Gestern Nachmittag sprach die SZ mit Feichtenbeiner, der noch bis Mittwoch auf Mallorca Urlaub macht und dann zurück fliegt - möglicher Weise zur Vertragsunterzeichnung in Siegen. In dem SZ-Gespräch äußerte sich der Fußball-Lehrer zu seinen persönlichen Zielen und zu dem ihm längst nicht mehr unbekannten Verein Sportfr. Siegen. - Das Interview im Wortlaut:

Siegener Zeitung: »Guten Tag, Herr Feichtenbeiner. Könnte Sie es sich vorstellen, bei Sportfr. Siegen als Trainer zu arbeiten?«

Michael Feichtenbeiner (42): »Sicher könnte ich mir das vorstellen. Entscheidend ist das Konzept des Vereins, zu dem ich passen muss.«

SZ: »Es könnte dann aber passieren, dass Sie sich in der Oberliga Westfalen wieder finden. Wäre das für Sie ein Hinderungsgrund?«

Feichtenbeiner: »Die Entscheidung fiele natürlich leichter, wenn Siegen doch in der Regionalliga bliebe. Aber das ist nicht entscheidend. Ich habe auch beim TSF Ditzingen vier sehr erfolgreiche Jahre in der Oberliga gearbeitet.«

SZ: »Was wäre denn entscheidend?«

Feichtenbeiner: »Noch einmal: das Konzept. In Erfurt, wo ich zuletzt gearbeitet habe, war das Geld da, aber es gab kein wirkliches Konzept. Wenn Siegen sich die nächsten Jahre in der Oberliga konsolidieren und entschulden möchte, dann wäre ich wohl der falsche Trainer.«

SZ: »Das heißt umgekehrt, Sie wollten dann so schnell wie möglich zurück in die 3. Liga?«

Feichtenbeiner: »Ich bin kein Wunderdoktor, der sagt, nächstes Jahr steigen wir wieder auf. Aber ich möchte nicht länger als zwei Jahre in der Oberliga arbeiten.«

SZ: »Sie haben das Konzept des Vereines angesprochen. In Siegen gibt es bereits eines, nämlich über die 2. Mannschaft in der Oberliga junge Leute heran zu führen. Was halten Sie davon?«

Feichtenbeiner: »Das ist sicher der absolut richtige Weg, aber ich sage auch: nur mit jungen Spielern geht es nicht. Ich brauche keine Startruppe, aber die Mischung muss stimmen.«

SZ: »Haben Sie denn als Trainer Erfahrungen mit jungen Talenten gesammelt?«

Feichtenbeiner: »Ich habe in Ditzingen mit Fredi Bobic und Sean Dundee gearbeitet, die dann groß heraus kamen. Auch Thomas Stehle von Nürnberg hat bei mir in jungen Jahren gespielt. Es macht doch Spaß, mit jungen Leuten zu arbeiten.«

SZ: »Dennoch hat in Siegen am Ende wohl die Substanz gefehlt...?«

Feichtenbeiner: »Das sehe ich nicht so. Denn sportlich hat es doch eigentlich gereicht. Das mit den drei Punkten ist doch ein Bürokraten-Witz. Ich hoffe jedenfalls - und zwar unabhängig von meiner Person - dass das mit Siegen noch klappt. Jedenfalls wäre es nur gerecht. Und mit 19 Vereinen in der Regionalliga Süd zu spielen, hat doch auch diese Saison geklappt.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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