Siegens Osterfeuer bleiben kalt

Wegen anhaltender Trockenheit:

Stadtverwaltung sprach Verbot aus / Wilnsdorf und Freudenberg entscheiden kurzfristig

js Siegen. Die anhaltende Trockenheit macht an diesem Wochenende so manchem Osterfeuer den Garaus. Eine Reihe von Bränden hatte in den vergangenen Tagen die Feuerwehren im Kreisgebiet dermaßen auf Trab gehalten, dass die Blauröcke den traditionellen Lagerfeuern im Großformat mit einiger Skepsis entgegensehen. So auch Siegens Stadtbrandmeister Bernd Schneider: »Es ist zu gefährlich im Moment«, erklärte er gegenüber der SZ.

Diethard Altrogge, Leiter des Hilchenbacher Forstamts, bedauert zwar die momentane Brandgefahr, sprach sich jedoch nicht für ein Verbot der Feuer aus. Er betonte gegenüber der SZ, dass »wir nicht in einer Waldbrandregion leben«. Osterfeuer seien nicht als besonders gefährlich einzustufen. »Ich appelliere jedoch an die Veranstalter, ausgesprochen vorsichtig zu sein«, sagte Altrogge. Das Forstamt habe zwar zurzeit einen Bereitschaftsdienst aktiviert, Verbote von Osterfeuern sollten jedoch nicht verhängt werden. »Das würde uns auch sehr übel genommen«, weiß der Fortsamtsleiter im Hinblick auf die mühevolle Vorbereitung der Organisatoren.

Die Stadtverwaltungen gehen unterschiedlich mit der Osterfeuer-Problematik um. Während das Netpher Ordnungsamt bei Anruf der SZ »keinen Handlungsbedarf« sah und auch Hilchenbachs Ordnungsamtleiter Rolf Skale keine Bedenken bezüglich der beiden genehmigten Feuer in Müsen und Lützel äußerte, sprach die Siegener Verwaltung im Einvernehmen mit Stadtbrandmeister Schneider ein Verbot für die sechs angemeldeten Osterfeuer aus.

Ähnlich vorsichtig die Freudenberger: Sie haben ihre Feuerwehren »sensibilisiert«, wie Ordnungsamtsleiter Kersten Martin erklärte. Die jeweiligen Löschzugführer seien dazu angehalten, je nach Witterung kurzfristig zu entscheiden. »Derzeit sieht es aber eher schlecht aus«, sagte Martin.

Die Gemeinde Wilnsdorf wollte sich zunächst dem Siegener Verbot anschließen. Nach langen Beratungen habe man sich jedoch gegen ein generelles Verbot ausgesprochen, erläuterte Beigeordneter Werner Büdenbender. »Es soll jedoch individuell und vor Ort entschieden werden.«

In Kreuztal werden Anträge auf Osterfeuer nach wie vor kategorisch abgelehnt, wie Walter Kiß vom Ordnungsamt betonte: »Bei uns gibt es diesen Brauch nicht, daher genehmigen wir auch keine Feuer.« Es komme hingegen immer wieder vor, dass illegale Osterfeuer entfacht würden. »In diesem Jahr werden wir das wegen der Brandgefahr besonders streng bewachen und kontrollieren«, warnte er.

Die von der SZ befragten Veranstalter im Netpherland halten offenbar an ihren Planungen fest. Udo Siebel zeichnet mit seinen »Düzzer Maijonge« für das heutige Osterfeuer in Deuz verantwortlich. Er machte darauf aufmerksam, dass die Feuerwehr stets mit einem Tanklöschfahrzeug zugegen sei. Die Verantwortlichen hoffen, dass das groß angelegte Fest planmäßig durchgeführt werden könne. »Es wäre schlimm, wenn es abgesagt werden müsste.« Auch in Irmgarteichen wird die große Flamme am Sonntag gezündet, wie Christian Reuter von den »Hermedeicher Jonge« bestätigte. »Das Osterfeuer ist auf einem freien Feld errichtet.« Selbst wenn es umkippe, ginge davon keine Gefahr aus.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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