Wölfin vom Stegskopf
Siegerland ist „Wolfspufferzone“

Wenn Wölfe einwandern, führt an effektivem Herdenschutz kein Weg vorbei. Das Foto entstand im Wildpark Weilburg,
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  • hochgeladen von Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin)

ihm Siegen. Wofür Landwirte und Hobbytierhalter Zuschüsse bzw. Entschädigungszahlungen beantragen können, erklärte Dr. Heinz Meyer, Amtsleiter Natur und Landschaft beim Kreis Siegen-Wittgenstein, jetzt dem Kreisumweltausschuss. Meyer berichtete über ein Fachgespräch, das Vertreter des NRW-Umweltministeriums mit Interessengruppen und Naturschützern geführt hatten.

Siegen-Wittgenstein ist wegen des Wolfs am Stegskopf „Wolfspufferzone“ – allerdings mit Ausnahme der Stadt Bad Berleburg. Wolfszonen selbst gibt es in NRW lediglich in Senne und Schermbeck. Sie sind jeweils rund 900 Quadratkilometer groß, ein Umkreis von weiteren etwa 900 Quadratkilometern ist Puffergebiet.

Zäune nur für Schafe, Ziegen und Damwild

In der Wolfszone können Tierhalter bis zu 20 000 Euro für Schutzmaßnahmen beantragen, sagte Meyer. Die Anträge sind an die Bezirksregierung zu richten. In der Pufferzone seien Schutzzäune auch zuschussfähig – jedoch nur für Schafe, Ziegen und Gehegewild, in der Regel Damwild. Förderfähig seien Zäune bis 90 Zentimeter Höhe, die fünf stromführende Litzen haben, Zäune von 120 Zentimetern Höhe mit Untergrabeschutz und – für Damwild – Zäune von mindestens 180 Zentimeter Höhe und Untergrabeschutz. In einem Wolfsgebiet (Voraussetzung: Mindestens ein Wolf muss ein halbes Jahr lang standorttreu nachgewiesen sein) gibt es außerdem Zuschüsse für Herdenschutzhunde und deren Ausbildung.

Entschädigungen können Tierhalter erwarten, wenn ihre Tiere getötet oder verletzt werden. Voraussetzung: Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) muss den Wolfsriss anhand von genetischem Material nachweisen. Derzeit nicht gefördert werden laut Meyer die Arbeitskosten der Tierhalter für die Schutzmaßnahmen.

Frust über die Schäfer

Helga Düben (Nabu) zeigte sich im Ausschuss „zutiefst frustriert“ über die Informationsveranstaltung mit dem Ministerium. Am Anfang habe man konstruktive Lösungsansätze diskutiert, aber dann hätten sich die Schäfer zu Wort gemeldet. „Die wollen den Wolf geschossen haben.“ Danach sei eine zielführende Debatte nicht mehr möglich gewesen.

Ausschussvorsitzende Jutta Capito (CDU) regte an zu prüfen, ob das „Wolfs-Notfallset“ in der Region sinnvoll sei. Dabei handelt es sich um mobile, netzartige Elektrozäune, die in anderen Kreisen von den Tierhaltern ausgeliehen werden können. Heinz Meyer beruhigte zunächst: Für Burbach oder Neunkirchen scheine derzeit keine Gefahr zu bestehen: „Wölfe, die sich irgendwo festgesetzt haben, bleiben offenbar auf diesem begrenzten Gebiet.“

Die wissenschaftliche Leiterin der biologischen Station, Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras, warnte allerdings: „Der präventive Herdenschutz ist sehr wichtig. Wir bekommen große Probleme, wenn der Wolf einmal anfängt, Nutztiere zu reißen.“ Die Wölfin am Stegskopf könne jederzeit tragend werden, ihre Nachkommen auf Wanderschaft gehen. Anderswo griffen Wölfe auch Ponys und Rinder an.

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