Siegerland: Keine Nachtbusse mehr

 Einmal ZOB (Bild) hin und zurück: Die Nachtbusse werden im Dezember noch an Freitagen und Samstagen verkehren – im Anschluss an den regulären Fahrplan bis in die frühen Morgenstunden. Foto: ch
  • Einmal ZOB (Bild) hin und zurück: Die Nachtbusse werden im Dezember noch an Freitagen und Samstagen verkehren – im Anschluss an den regulären Fahrplan bis in die frühen Morgenstunden. Foto: ch
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ch - Die Internetseite ist nicht mehr erreichbar, am Telefon meldet sich nur noch der Anrufbeantworter. Der Siegener Verein „Nachtexpress“ hat seine Aktivitäten eingestellt. Die Unterstützer und Geldeinsammler für die Nachtbusse im Siegerland sind gezwungen, aufzugeben; Besucher von Partys, Discos, Kino oder Kneipen, die am Wochenende mit dem Nachtbus von Siegen nach Freudenberg, Gosenbach, Netphen, Hilchenbach, Wilnsdorf oder Kreuztal fuhren – bzw. umgekehrt –, müssen sich nach einer Alternative umschauen. Das Angebot gibt es im kommenden Jahr nicht mehr, die letzten Fahrten der Linien N 1 bis N 6 finden am 29. Dezember statt. Der Grund für das Aus: Zwar seien die Nutzerzahlen mit 20.000 Fahrgästen bei 4500 Fahrten pro Jahr konstant, erklärte Falk Al-Omary vom Trägerverein „Nachtexpress“ der SZ, „doch wir konnten die Finanzierung nicht mehr sicherstellen!“ Er bezeichnete den Nachtbus als „regionale Erfolgsgeschichte“, die immerhin 20 Jahre gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben Westfalen-Süd als Dienstleister, mit den Sponsoren, also mit den Sparkassen und der Westfälischen Provinzial-Versicherung, sowie mit den beteiligten Kommunen als Zuschussgebern fortgeschrieben wurde, „jetzt aber endet das Projekt“.

Das Ende sei dabei nicht plötzlich gekommen. Al-Omary: „Seit Jahren sind wir immer wieder in Verhandlungen, konnten zuletzt den Betrieb des Nachtbus-Angebotes aufgrund erzielter Überschüsse aufrechterhalten.“ Nachdem die Sparkasse Siegen vor zwei Jahren ihr Sponsoring deutlich heruntergefahren habe „und dieses künftig noch weiter reduzieren möchte“, auf der anderen Seite aber die Kosten für den Betrieb der Nachtbusse gestiegen sind, „konnten wir das Finanzierungsdelta am Ende nicht mehr ausgleichen“, erläuterte Falk Al-Omary. Allein der Verein muss mit einem Minus von 12.000 Euro Ende des Jahres zurechtkommen, „die VWS ihrerseits fahren in die Unterdeckung!“

Weitere Geldspritzen von bisherigen Beteiligten oder von dritter Seite waren und sind nicht zu erwarten. Die Kommunen sind klamm, der Kreis bzw. der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd, die mit der Nachtbus-Anbindung Wittgensteins bzw. des südlichen Siegerlandes schlechte Erfahrungen machen mussten, haben bereits abgewunken. Intensive Gespräche mit den bestehenden und potenziellen Sponsoren brachten nichts. Die Folge: Die VWS haben keine neue Konzession für den Fahrbetrieb beantragt. Die Nachtbusse wurden von ihren einstigen Befürwortern ausgebremst.

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