„Silberhochzeit“ zu dritt

Das Trio Reale mit Mario Mammone (l.) und The TriHorns bringen Jazz-Standards und Evergreens wie auf dem Foto im vergangenen Jahr im Haus der Kultur in Netphen im völlig neuen Klanggewand auf die Bühne.  Foto: sib
  • Das Trio Reale mit Mario Mammone (l.) und The TriHorns bringen Jazz-Standards und Evergreens wie auf dem Foto im vergangenen Jahr im Haus der Kultur in Netphen im völlig neuen Klanggewand auf die Bühne. Foto: sib
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sz Siegen. Bereits die Musiker der Swing- und Bebop-Ära hatten ein Faible dafür, die Schlager ihrer Zeit interpretierend in Jazz umzuwandeln oder sie als Grundlage für eigene Kompositionen zu nutzen. Dieser Tradition folgend, nimmt sich das Trio Reale die Freiheit, spielerisch und kreativ das Repertoire der populären Musik der vergangenen 60 Jahre zu bearbeiten. Der Einsicht folgend, dass die Zutaten zwar begrenzt sind, Neues aber durch deren raffinierte und geschmackvolle Kombination entstehen kann, werden Songs, ganz gleich ob Jazz, Pop, Blues, Samba oder R&R, nicht nur interpretiert sondern dekonstruiert, reharmonisiert, umarrangiert und mit einer gehörigen Portion Witz und Selbstironie zubereitet.

Stilistische Grenzüberschreitungen sind dabei durchaus gewollt und bilden einen wesentlichen Bestandteil des musikalischen Konzepts des Ensembles. Mario Mammone (Gitarre, Gesang), Peter Kara (Kontrabass) und Michael Nüchtern (Schlagzeug) gehen dabei ungewöhnliche musikalische Wege und präsentieren dem Publikum die eigene Sicht auf Stücke, die zwar jeder kennt, die aber aus dieser Perspektive noch nicht zu hören waren. Das Konzept der „Grenzüberschreitungen“ zeichnete sich bereits 1995 auf der Debüt-CD „We Love Jazz“ ab, wo „Smoke On The Water“ und „Girl From Ipanema“ freundlich nebeneinander stehen und für reichlich Diskussionsstoff über die musikalische Stilistik sorgten.

Michael Nüchtern, Peter Kara (mittlerweile in Dänemark lebend) und Mario Mammone spielen seit nunmehr 25 Jahren im Trio Reale zusammen, und man kann die Band getrost als eine der ältesten junggebliebenen Jazzensembles des Siegerlandes bezeichnen. Bereits aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Band war Mammone so frei, zum Bandprogramm einen dreistimmigen Bläsersatz hinzuzudichten und ihn mit drei Bläsern ihres Vertrauens (sprich: alte Wegbegleiter) zu besetzen. Zu den Trio-Reale-Klassikern schrieb der Gitarrist spezielle Bläserarrangements, und die neuen Songs wurden gleich in den neuen Klang gekleidet, der zwischen Big-Band-artigem Sound und improvisierten Bläsersätzen changiert. Die Zusammenarbeit mit The TriHorns (Johannes Lemke, Altsaxofon, George Tjong-Ayong, Tenorsaxofon, und Marcus Bartelt, Baritonsaxofon) verleiht dem Bandsound eine weitere Dimension.

Aus Anlass der „Silberhochzeit“ gönnt sich das Trio Reale morgen, 20 Uhr, das Vergnügen, im Weidenauer Musikclub Vortex ein Geburtstagskonzert mit den TriHorns zu geben. In einer von „Tekknokraten“ regierten Welt spinnt das Trio Reale feine, intelligente Fäden zwischen Gershwin, The Doors, Nat King Cole und Deep Purple und schreckt dabei vor keinem Stilbruch zurück.

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