Simone Solga und Angela Merkel

 Singen, schauspielern, austeilen: Simone Solga kann (fast) alles, genau wie ihre Chefin, denn die Politkabarettistin gastierte „Im Auftrag der Kanzlerin“ im Gebrüder-Busch-Theater. Foto: ne
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ne - Eine Frau mit Power, Ausstrahlung, einem Plan – und einer klaren Meinung zu allem: Und nicht die so apostrophierte mächtigste Frau der Welt ist gemeint, sondern natürlich ihre Stimme, die „Kanzlerinsouffleuse“ Simone Solga. Die Vollblutkabarettistin, Schauspielerin und Sängerin war am Donnerstagabend mit ihrem aktuellen Programm Gast des Gebrüder-Busch-Kreises. Und dieses kabarettistische Highlight lockte so viele Gäste ins ehrwürdige Kino-Theater, dass bloß die erste Reihe fast unbesetzt blieb. Nur fast – denn zwei ganz mutige Herren wagten sich in die Reichweite der Politkabarettistin und wurden prompt „auserwählt“, um Folie für ein paar prächtige Pointen zu werden.

Nach Dahlbruch kam die souverän agierende Kanzleramtsmitarbeiterin und rechte Hand der Dame im Hosenanzug (den sehr oft Solga aussucht) bestens vorbereitet – hatte Akten mit Daten über die Region, denn sie hatte den Bewohnern des beschaulichen Siegerlandes Dinge von höchster Priorität mitzuteilen. Dahlbruch bekommt nämlich zwölf nagelneue Asylantenheime, um Deutschlands Einwanderungsprobleme mit einem Schlag zu lösen. Und Solga, die sich am Schockzustand des irritierten Publikum weidet, setzt später noch eins drauf, denn natürlich war das mit den Heimen bloß ein Scherz und Aufhänger, aktuelles politisches Krisenmanagement heftig durch den Kakao zu ziehen, wobei Politiker und Politikerinnen aller Parteien ganz paritätisch ihr Fett abbekommen. Nein, in Wahrheit ist es nämlich schon entschieden: Dahlbruch wird Atommüllendlager! Herzliche Gratulation! Und alle klatschen begeistert Beifall, spielen mit, tauen endlich gänzlich auf und lassen sich von den gefühlt unausgesetzt abgefeuerten Pointen der Solga mitreißen.

Der Kanzlerin singt Simone Solga zum Ende ein so süßes Schlaflied, auf dem Tisch sitzend mit Bierflasche zwischen den baumelnden Beinen, dass man fast seinen Frieden machen könnte mit jener mächtigen Frau, die immer so schön bescheiden daherkommt. Ganz zum Schluss, als Zugabe, singt die Solga dann dem arg gebeutelten Andreas aus Müsen, dem Sidekick aus der ersten Reihe, ein echtes erotisches Liebeslied – und schenkt ihm einen Lapdance: Simone Solga kann auch Ulknudel. Ach, und die wahre Bedeutung von Merkels „Raute?“ Ganz plausibel: ein vereinbartes Zeichen für die Mitarbeiterin, wen „die Kanzlerin für ein wie großes A … hält! Achten Sie mal darauf, wer neben ihr steht beim nächsten Mal.“ Unbedingt weiterzuempfehlen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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