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Corona-Hilfen zur Kurzarbeit beschlossen
So geht es weiter für Handel, Gastro und Tourismus

Lange blieben Kneipen und Restaurants wegen der Corona-Pandemie zu. Kein Wunder also, dass für diese Branche auch weitere Corona-Hilfen bereit gestellt werden.
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  • Lange blieben Kneipen und Restaurants wegen der Corona-Pandemie zu. Kein Wunder also, dass für diese Branche auch weitere Corona-Hilfen bereit gestellt werden.
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tip Siegen. Das Bundeskabinett hat beschlossen, die Corona-Hilfen zur Kurzarbeit um weitere drei Monate bis Ende September zu verlängern. Das stößt in der Region auf grundsätzliche Zustimmung. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

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tip Siegen. Das Bundeskabinett hat beschlossen, die Corona-Hilfen zur Kurzarbeit um weitere drei Monate bis Ende September zu verlängern. Das stößt in der Region auf grundsätzliche Zustimmung. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

„Es ist unstrittig, dass die Hilfen weiter erforderlich sind”, findet Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). Er beruft sich dabei auch auf Zahlen, die die Kammer jüngst veröffentlicht hatte. Denen zur Folge sehen sich beispielsweise 55 Prozent der Einzelhändler in der Region in einer „schlechten Lage”. Auch in den Bereichen Gastronomie und Tourismus sehe es nicht viel besser aus. „Und es ist auch blauäugig zu denken, dass man schnell wieder auf das Niveau von 2019 kommen wird”, so der Kammerchef.

Die Verlängerung der Hilfen bis Ende September wird von der IHK begrüßt, wenngleich Gräbener gar eine Ausweitung bis Ende des Jahres „vernünftig” gefunden hätte. Im Anschluss erwartet Klaus Gräbener, dass „der Staat nicht die Peilung verliert und wieder zurück zu Maß und Mitte findet. Mit 25 Mrd. Euro wurden Menschen in Arbeit gehalten. Das war wichtig und gut. Es müssen aber auch Brücken gebaut werden für diejenigen, die in den Arbeitsmarkt hinein wollen. Zum Beispiel für die, die jetzt ihre letzten Semester im Studium absolvieren.”

Fortführung der Arbeitsplatzsicherung

Daniela Tomczak, Chefin der Agentur für Arbeit Siegen, lobt die Fortführung als Instrumente der Arbeitsplatzsicherung. Sie vermisst allerdings eine ihrer Meinung nach wichtige Komponente: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Maßnahmen mit Qualifizierungen verbunden sind. Das hätte eigentlich auch schon viel früher kommen müssen. Die Menschen sind in Kurzarbeit zu Hause. Der Zeitpunkt wäre ideal gewesen, sie dann auch fort- und weiterzubilden. Zum Beispiel im Bereich Digitalisierung der Arbeitswelt. Das Geld dafür wäre da gewesen.”

Zudem müsse man bei der Notwendigkeit des nun fortgesetzten Maßnahmenpakets unterscheiden. Die Industrie, so Tomczak, brauche das Instrumentarium der Kurzarbeit so gut wie gar nicht mehr. Gräbener stimmt zu: „Da brummt es schon wieder ordentlich.”

Kurzarbeit-Zahlen gehen deutlich zurück

Generell gehen die Zahlen mehr als deutlich zurück. Nach Angaben der Agentur für Arbeit Siegen hatten im Agenturbezirk im April 2020 2913 Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Betroffen waren damals über 50 000 Beschäftigte. Im März 2021 hatten nun noch 163 Betriebe für etwas mehr als 2000 Mitarbeiter Bedarf angemeldet.

Die Einkaufslust vor Ort läuft so langsam wieder an. Die Leute gehen also auch wieder in ihrer Stadt shoppen. Dennoch lahmt die Branche noch, sodass auch hier weiter staatliche Hilfe vonnöten ist.
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„Die Corona-Wirtschaftshilfen sowie die Kurzarbeitsregelungen waren enorm wichtig für die Unternehmen und die Beschäftigten. Sie werden auch bis auf weiteres eine hohe Bedeutung haben, mindestens bis zum Jahresende. Zur Verlängerung der Wirtschaftshilfen gehört aus meiner Sicht aber auch eine entsprechende Anpassung der Regelungen beim Kurzarbeitergeld. Der erleichterte Zugang zur Kurzarbeit und die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge zu 100 Prozent bis zum 30. September war eine notwendige und richtige Entscheidung, um Beschäftigung zu sichern. Eine Verlängerung bis Jahresende hätte jedoch bereits schon heute für viele mehr Sicherheit bedeutet“, sagt Ingo Degenhardt, Regionsgeschäftsführer der DGB-Region Südwestfalen.

Kurzarbeitergeld-Plus deutliche Verbesserung

Kritisch merkt der Gewerkschafter an, dass die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes nach vier beziehungsweise sieben Monaten in der neuen Regelung ausgeblieben ist. Degenhardt: „Auch wenn die Zahlen rückläufig sind, werden weiterhin viele Beschäftigte in Kurzarbeit sein. Ohne eine Aufstockung wird die finanzielle Lage von Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen in Bereichen wie Handel, Gastronomie und Kultur noch angespannter. Hier würde auch unser Konzept des Kurzarbeitergeld-Plus eine deutliche Verbesserung bedeuten: Damit würde verhindert, dass Kurzarbeit zum Jobcenter führt.“

Lange blieben Kneipen und Restaurants wegen der Corona-Pandemie zu. Kein Wunder also, dass für diese Branche auch weitere Corona-Hilfen bereit gestellt werden.
Die Einkaufslust vor Ort läuft so langsam wieder an. Die Leute gehen also auch wieder in ihrer Stadt shoppen. Dennoch lahmt die Branche noch, sodass auch hier weiter staatliche Hilfe vonnöten ist.
Autor:

Tim Plachner

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