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Tipps vom Profi
So grünt der Rasen besonders gut

Bis zum Abmähen eines gepflegten Rasens ist es ein weiter Weg.
  • Bis zum Abmähen eines gepflegten Rasens ist es ein weiter Weg.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

goeb Siegen. Ach, der Rasen! Ein unverstandenes Wesen: hochkomplex, vielgestaltig, rätselhaft. Jetzt, wo die Tage wieder länger werden, die Luft milder, wo man mal wieder einen Schritt vor die Gartentür macht, stellt sich die Frage: Was tun mit dem Rasen, wenn er aus der Winterruhe erwacht?
Liegt die mittlere Temperatur nämlich über 8 Grad, regt sich das grüne Kleid. Ein wenig verspätet hat sich die Natur dieses Jahr bei uns zwar, weil es noch recht kalt ist. Aber nicht mehr lange.

Das Lebewesen
Die Rasenpflege ist eine Wissenschaft für sich. Er ziert fast jeden Garten, bietet Raum für verschiedenste Aktivitäten und bedarf unserer besonderen Aufmerksamkeit.

goeb Siegen. Ach, der Rasen! Ein unverstandenes Wesen: hochkomplex, vielgestaltig, rätselhaft. Jetzt, wo die Tage wieder länger werden, die Luft milder, wo man mal wieder einen Schritt vor die Gartentür macht, stellt sich die Frage: Was tun mit dem Rasen, wenn er aus der Winterruhe erwacht?
Liegt die mittlere Temperatur nämlich über 8 Grad, regt sich das grüne Kleid. Ein wenig verspätet hat sich die Natur dieses Jahr bei uns zwar, weil es noch recht kalt ist. Aber nicht mehr lange.

Das Lebewesen

Die Rasenpflege ist eine Wissenschaft für sich. Er ziert fast jeden Garten, bietet Raum für verschiedenste Aktivitäten und bedarf unserer besonderen Aufmerksamkeit. Da wundert es einen natürlich nicht, dass Landschaftsgärtner Volker Dietewich aus Burbach-Holzhausen (Dietewich Garten- und Landschaftsbau) bei Gesprächseröffnung gleich einen Professor für Rasen nennt (Wolfgang Prämaßing, Hochschule Osnabrück), den er vor zwei Jahren einmal gehört hat. „Der lebt Rasen“, lacht Dietewich und ergänzt, was wir schon immer ahnten: „Rasen ist ein Riesen-Thema. Rasen ist ein Lebewesen für sich. Er braucht permanente Pflege.“

Die Nährstoffe
Die wenigen Hausbesitzer, die sich damit gut auskennen, lassen alle zwei Jahre Bodenproben entnehmen und diese auf Mineralien und Nährstoffe analysieren, auf den Humusgehalt und den pH-Wert. Oder sie tun das sogar selbst. Entsprechende Sets gibt es im Fachhandel.
Otto Normalverbraucher möchte es nicht so kompliziert und will am liebsten gleich loslegen. Der recherchierende Redakteur ist auch so einer und lauscht gespannt und mit gespitztem Bleistift in die Telefonmuschel auf das, was da aus Holzhausen an Tipps kommt.
„Erst mal kommen lassen“, beruhigt Dietewich den gestiefelten und gespornten Amateur-Gärtner. „Zunächst mal, den Rasen gibt es gar nicht“, klärt der Gärtnermeister auf. Verschiedenste Grasarten sind es, die im grünen Teppich gemeinsam wachsen. Aber das ist ein eigenes Thema.
Das viele Moos und Filz ist dem Schreiber dieser Zeilen im eigenen Rasen bereits negativ aufgefallen. „Man vertikutiert erstmal, am besten kreuzweise“, rät Dietewich. „Moos ist ein Zeichen dafür, dass der Rasen wenig betreten wird“, erläutert der Gärtner. Er bringt es auf die Formel: „Rasen braucht Tritt, Moos verträgt keinen Tritt.“ Man sehe immer, wo der Hausmann mit dem Wäschekorb zur Wäschespinne entlanggeht, schmunzelt der Holzhausener. Dort gedeiht die grüne Pracht nämlich.

Der Sand
Nach der mechanischen Bearbeitung des Rasens, dem Vertikutieren, zieht man das Moos und den Filz mit dem Rechen ab und verabreicht dem Rasen eine Packung Sand. „Am besten gebrochenen, scharfkantigen Sand, etwa einen halben bis 1 Zentimeter auftragen.“ Das können schon mal 10 Liter je Quadratmeter sein. Der Sand fördert die Belüftung und die Bewässerung. „Keine Sorge, die Regenwürmer arbeiten das schnell ein.“

Der Dünger
Zuvor hat man den Rasen auch gedüngt. „Rasen ist ein sogenannter Starkzehrer, im Frühjahr tut ihm Starkdünger gut.“ Das leuchtet ein, weil man dem Rasen beim Mähen ja permanent Nährstoffe entzieht. Lediglich die selbstfahrenden Rasenmäher lassen das Schnittgut liegen.
„Eben“, meint Dietewich. „Alle sechs Wochen muss deshalb nachgedüngt werden, bis September/Oktober“. Mineralisch-organischer Dünger sollte die Elemente Stickstoff, Phosphor und Kalium (NPK) enthalten. „Im Frühjahr ist es wichtig, eine stickstoffbetonte Düngung zu wählen, um dem Rasen Starthilfe zu geben.“ Anders im Herbst: Da tut ihm kaliumbetonter Dünger gut. „Das stärkt die Halme für den Winter und beugt Krankheiten vor, zum Beispiel dem Rasenschimmel.“
Im Sommer, ergänzt der staatlich geprüfte Wirtschafter im Garten- und Landschaftsbau, könne man das Vertikutieren gern noch einmal wiederholen. „Aber dann bitte nicht so stark“, rät der Fachmann.

Das Mähen
Hat man das gemacht, wird der Rasen es danken. Jetzt kommt er. Und wie ist das mit dem Mähen? „Nie unter 4 Zentimeter“, warnt der Gärtner. Das mache die Pflanzen kaputt. Und das Bewässern nicht vergessen, denn Rasen braucht viel Wasser.

Das Bewässern
„Man sollte ihn seltener, dafür dann aber ausgiebig gießen, je nach Wetterlage 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter.“ Wer jeden Tag gießt, riskiert, dass der Rasen sich nicht sonderlich „anstrengt“, weil er das Wasser auf dem „Silbertablett“ serviert bekommt. Dann bildet er keine tiefgründigen Wurzeln. Das rächt sich dann in Hitzeperioden.
Laut Fachmann ist es nicht gut, in großer Hitze zu mähen, und auch beim Wässern kann man Fehler vermeiden. „Wegen des Lupeneffekts“, schildert er, „soll man nicht in praller Sonne gießen. Besser ist morgens oder abends“. Eiweiß gerinnt bei 43 Grad, das gilt auch für Pflanzen.
Das Thema Säen und Nachsäen, also mit der standortgerechten Rasenmischung, füllt natürlich ganze Fachbücher. Um es perfekt hinzukriegen, müsste man sich Boden und Standort genau ansehen.
Und Pi mal Daumen? „Mit dem klassischen Spiel- und Sportrasen (RSM) macht man nichts falsch“, sagt der Gärtner abschließend. „Da sind fünf Gräserarten drin.“ Andreas Goebel

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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