So schafft man Gemeinschaft

 Die Tanzgruppe der AWo-Wohnstätte am Ginsterhang reiste extra aus Siegen nach Raumland an und sorgte für eine echte Bereicherung des ohnehin kurzweiligen Nachmittages. Foto: Martin Völkel
  • Die Tanzgruppe der AWo-Wohnstätte am Ginsterhang reiste extra aus Siegen nach Raumland an und sorgte für eine echte Bereicherung des ohnehin kurzweiligen Nachmittages. Foto: Martin Völkel
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vö - Einrichtungsleiterin Ildiko Nebli-Spies blickte zufrieden in die große Runde: „Wir wollten Begegnung schaffen und das ist uns allen gemeinsam doch sehr gut gelungen.“ Nach sechsjähriger Pause organisierte die Wohnstätte Bad Berleburg der Arbeiterwohlfahrt (AWo) wieder eine Gemeinschaftsveranstaltung in großer Runde. Der gestrige Neujahrsempfang im Rumilingene-Haus in Raumland feierte im Beisein von Ortsvorsteher Heinz Limper eine mehr als gelungene Premiere.

Im früheren Haus Höllscheid an der Moltkestraße sei der Adventskaffee eine feste Einrichtung gewesen, verriet Ildiko Spies im Gespräch mit der Siegener Zeitung, denn dort habe es einen großen Gemeinschaftsraum gegeben. Der sei in der neuen Wohnanlage im Neubaugebiet am Sengelsberg nicht mehr vorhanden, deshalb habe man sich für das Rumilingene-Haus entschieden. Eine hervorragende Idee, denn dort wurde gestern bei Kaffee, Kuchen und kalten Getränken Begegnung und Geselligkeit groß geschrieben. „Wir freuen uns, dass die Eltern ebenso dabei sind wie die gesetzlichen Betreuer und ganz viele Menschen, mit denen wir das ganze Jahr über zu tun haben“, betonte die Einrichtungsleiterin. Zu den Gästen gehörten Bad Berleburger Apotheker, Jörg-Michael Bald. der Leiter der AWo-Werkstatt in Schameder, und auch ehrenamtliche Unterstützer der AWo-Wohnstätte. Ildiko Nebli-Spies nannte beispielhaft Bärbel Weber, „die als ehrenamtliche Helferin jede Woche bei uns ist und unseren Bewohnern eine ganz andere Art von Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht“. Was gestern deutlich wurde: Die Gemeinschaft spielt rund um das Haus mit seinen drei Wohngruppen eine große Bedeutung.

Viel Beifall bekamen jene Menschen, die ihren Anteil an einem kurzweiligen Programm in Raumland hatten. Beispielsweise reiste die Tanzgruppe der AWo-Wohnstätte Ginsterhang extra aus Siegen ins Wittgensteiner Land an. Ildiko Nebli-Spies bedankte sich bei den Schülerinnen Anna Richter, Sophia und Emilia Bald, Imola Spies und Hannah Hackler, die spontan ihre ehrenamtliche Mitarbeit an dem Nachmittag zugesagt hätten: „Das ist nicht selbstverständlich.“

In der AWo-Wohnstätte Bad Berleburg, die am Sengelsberg vor sechs Jahren neu errichtet wurde, leben 24 Bewohner – in der Altersspanne zwischen 22 und 74 Jahren – in drei Wohngruppen. Mit dem Umzug auf die andere Seite der Stadt wurde man den Anforderungen an eine moderne Immobilie in jeder Hinsicht gerecht. Einziger Nachteil: Der Weg in die Stadt ist im Vergleich zur Moltkestraße deutlich weiter und steiler. 20 Mitarbeiter gehören zum Betreuungs-Team, das großen Wert darauf legt, „dass wir unser Ziel der individuellen Förderung erreichen“, wie es Ildiko Nebli-Spies ausdrückte. Ergotherapie, Kunsttherapie und Reittherapie seien nur eine Auswahl der wöchentlichen Angebote. Vier Bewohner befänden sich im Rentenalter, 20 Menschen gingen in der AWo-Werkstatt im Industriegebiet Jägersgrund in Schameder jeden Tag einer Beschäftigung nach: „Das ist eine ganz wichtige Schnittstelle für uns.“

Die Wohnstätte stehe in der Zukunft vor zwei großen Herausforderungen, so die Leiterin: Zum einen spiele beim normalen Alterungsprozess der Bewohner die Pflege eine immer wichtigere Rolle. Deshalb werde das pädagogische Team in diesem Bereich verstärkt geschult. Eine weitere Hürde sei das Bundesteilhabegesetz, „das uns zweifelsohne eine große Umstellung abverlangen wird“. Die personenbezogene Betreuung rücke noch mehr in den Vordergrund, außerdem sei der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Zukunft nicht mehr alleiniger Kostenträger. „Wir arbeiten sehr eng mit einer Unternehmensberatung zusammen.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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