Geschäft mit Bürgertests lockt auch Betrüger an
So sollten Schnelltests eigentlich ablaufen

Das Deutsche Rote Kreuz Siegen-Wittgenstein geht gewissenhaft mit den Schnelltestungen um. Es dokumentiert und archiviert jeden durchgeführten Test, damit auch im Nachhinein nachvollzogen werden kann, wie viele Tests wann und von wem durchgeführt worden sind.
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  • Das Deutsche Rote Kreuz Siegen-Wittgenstein geht gewissenhaft mit den Schnelltestungen um. Es dokumentiert und archiviert jeden durchgeführten Test, damit auch im Nachhinein nachvollzogen werden kann, wie viele Tests wann und von wem durchgeführt worden sind.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

gro Weidenau. Gerade in den vergangenen Wochen schießen Testzentren wie Pilze aus dem Boden. Auch in der Region gibt es mittlerweile viele Anlaufstellen. Wer kostenlose Bürgertests anbieten will, braucht meist kaum Voraussetzungen: Eine Online-Schulung reicht in der Regel aus, schon kann beim Gesundheitsamt ein Antrag auf Eröffnung eines Zentrums gestellt werden. Inzwischen ist bekannt geworden, dass einige Center gegenüber den Behörden eine viel höhere Zahl von Tests angegeben haben, als sie in Wirklichkeit ausgeführt haben. Bundesgesundheitsminister Spahn sieht jetzt einen Bedarf nach mehr Kontrollen bei Anbietern von Corona-Tests.
Die SZ hat sich bei einer hiesigen Teststelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) umgesehen. Werden die Tests ordnungsgemäß dokumentiert?

Personalausweis mitbringen

Jeden Monat werden in allen DRK-Testzentren in Siegen-Wittgenstein insgesamt ca. 30.000 Bürgertests durchgeführt. Um diese vorbildlich dokumentieren, kontrollieren und archivieren zu können, benötigt man laut DRK-Pressesprecher Marcus Sting eine App wie „No-Q“.
Mit dieser App kann sich jeder Bürger online einen Termin buchen. Bei der Buchung müssen u. a. persönliche Daten angegeben werden. Diese werden sofort gespeichert. Das System versieht die Test-Labels schließlich mit einem Barcode zur Identifizierung der Teilnehmer. Letztlich muss bei Anmeldung im jeweiligen Testzentrum nur noch der Personalausweis vorgelegt werden. Nachdem der Test erfolgreich durchgeführt worden ist, wird dieser mit einer festen Identifikationsnummer versehen. Das Ergebnis wird schließlich nach etwa 20 Minuten über eine verschlüsselte E-Mail an den Betreffenden gesendet. Den dazugehörigen PIN-Code hat dieser bei der Anmeldung erhalten.

Ohne App ist der Nachweis schwierig

„Gerade für ältere Bürger, die mit den technischen Mitteln nicht so gut umgehen können, gibt es auch die Möglichkeit, die Daten vor Ort auszufüllen“, sagt der Pressesprecher. Grundsätzlich sei die Registrierung mit der App laut Sting eine Verfahrensweise, mit der die Schnelltests einfach und gut dokumentiert und gespeichert werden können. „Wir können im Fall einer Prüfung jeden einzelnen durchgeführten Schnelltest hundertprozentig nachweisen“, so Marcus Sting. Er könne sich nicht vorstellen, wie das anderen Testzentren ohne entsprechende App gelinge. Zudem melde er die Zahl der durchgeführten Schnelltests jeden Tag.

Pro Bürgertest 18 Euro

Die Abrechnung erfolgt dann am Ende des Monats mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Abrechnen können die Teststellen pro Bürgertest 18 Euro, die sich aufteilen in 12 Euro für die eigentliche Testung und bis zu 6 Euro für das Material. „Natürlich bleibt am Ende etwas übrig. Wir vom DRK sind allerdings kein gewinnorientiertes Unternehmen“, sagt Sting und betont: „Ich fände eine genauere Prüfung gut, um die schwarzen Schafe zu erwischen.“

Autor:

Sarah Groos

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