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Anschlag auf Betriebsratsbüro der Bahn
So verteilte der Unbekannte den Urin

Durch ein Fenster im Flur wurde der Urin-Anschlag auf das Betriebsratsbüro der Bahn verübt. Dabei benutzte der Täter Hilfsmittel.
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kay Siegen. Gut eine Woche ist das Geschehen her – am vorletzten Freitag verübte ein Unbekannter einen Anschlag auf das Betriebsratsbüro der Deutsche Bahn (DB) Netz AG an der Siegener Heeserstraße. Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften waren Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei an besagtem Tag vor Ort, da zunächst von einem Anschlag mit Buttersäure ausgegangen worden war. Es konnte allerdings schnell Entwarnung gegeben werden, da es sich bei der Substanz „lediglich“ um Urin handelte. Die zuständige Bundespolizeiinspektion Köln übernahm die Ermittlungen zur Klärung der genauen Tatumstände, die bis zum heutigen Tage andauern. Der Siegener Zeitung liegen nun Informationen zum mutmaßlichen Tatablauf vor.

Urin mit Sprühflasche oder Wasserpistole verteilt
Eine Person mit entsprechender Ortskenntnis soll sich unbemerkt Zugang zu dem auf Bahngelände stehenden Gebäude verschafft haben. Von dem geöffnet

kay Siegen. Gut eine Woche ist das Geschehen her – am vorletzten Freitag verübte ein Unbekannter einen Anschlag auf das Betriebsratsbüro der Deutsche Bahn (DB) Netz AG an der Siegener Heeserstraße. Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften waren Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei an besagtem Tag vor Ort, da zunächst von einem Anschlag mit Buttersäure ausgegangen worden war. Es konnte allerdings schnell Entwarnung gegeben werden, da es sich bei der Substanz „lediglich“ um Urin handelte. Die zuständige Bundespolizeiinspektion Köln übernahm die Ermittlungen zur Klärung der genauen Tatumstände, die bis zum heutigen Tage andauern. Der Siegener Zeitung liegen nun Informationen zum mutmaßlichen Tatablauf vor.

Urin mit Sprühflasche oder Wasserpistole verteilt

Eine Person mit entsprechender Ortskenntnis soll sich unbemerkt Zugang zu dem auf Bahngelände stehenden Gebäude verschafft haben. Von dem geöffneten Fenster eines Treppenhauses aus wurden vermutlich mit Hilfe einer Sprühflasche oder einer Wasserpistole große Mengen Urin durch das gekippte Fenster des Betriebsratsbüros in selbiges gespritzt. An jenem Freitagmorgen, bei Dienstbeginn, schlug Betriebsrats- und Gewerkschaftsmitglied Norbert Profuß beim Öffnen der Bürotür ein beißender Geruch entgegen. „Es hat bestialisch gestunken“, so Profuß im Gespräch mit der Siegener Zeitung.
„Die Flüssigkeit tropfte von den Wänden. Telefon und Computertastatur waren nass. Weite Bereiche des Schreibtisches und anderer Einrichtungsgegenstände waren ebenfalls verunreinigt.“ Der Gewerkschafter informierte umgehend seine Kollegin Nicole Groos und gemeinsam setzte man die Führung der Deutschen Bahn am Standort in Hagen in Kenntnis. Von dort aus wurde die Bundespolizei alarmiert, die im weiteren Verlauf die Feuerwehrkräfte einschaltete.

Eine bestimmte Person unter Verdacht

Zwischenzeitlich meldeten sich sowohl Betriebsrat, als auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu Wort. Betriebsratsvorsitzender Raimund Mergemann erklärte gegenüber der Siegener Zeitung, man habe eine bestimmte Person in Verdacht, die schon seit längerem Probleme mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft habe. Diesen Verdacht habe man auch gegenüber der Polizei geäußert. Auf Nachfrage der SZ erklärte Christin Fußwinkel von der Pressestelle der zuständigen Bundespolizeiinspektion Köln, es werde aktuell gegen Unbekannt ermittelt und man habe keinen konkreten Tatverdächtigen – Mutmaßungen bedeuteten noch keinen dringenden Tatverdacht.
EVG-Gewerkschaftssekretär Christian Drelmann verurteilt den Urin-Anschlag aufs Schärfste: „Wer sich hier Zugang verschafft und gezielt dieses Büro ausgesucht hat, wusste genau, was er tat. Besorgniserregend ist, dass mit der Tat eine Verachtung des demokratisch gewählten Mitbestimmungsorgans einhergeht. Dies kann verheerende Auswirkungen im Betrieb haben.“ Auch Betriebsrätin Nicole Groos als direkt Betroffene versteht die Welt nicht mehr und ist bitter enttäuscht. Man sei bemüht, für andere, für die Kollegen etwas zu tun und sich für diese einzusetzen. Daher sei sie tief erschüttert und könne sich die ganze Sache nicht erklären, sagte sie.
Das von dem Anschlag betroffene Büro ist derzeit nicht nutzbar. Trotz umfangreicher Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen stinkt es immer noch gewaltig. Zwischenzeitlich wurde dem Betriebsrat ein anderer Raum zur Verfügung gestellt – das verunreinigte Büro wird in Kürze komplett neu gestrichen.

Autor:

Kay-Helge Hercher (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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