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Revolution auf der Straße
So viel bezahlen Elektroauto-Fahrer für das Laden

Während des Einkaufens das E-Auto laden – das funktioniert nicht nur bei Lidl in Niederschelderhütte, sondern auch bei anderen Supermärkten. Edeka und Kaufland, Rewe und Aldi-Süd haben die Ladesäulen schon für sich entdeckt – allerdings derzeit noch nicht in der heimischen Region. Christina und Wolfgang von Keutz freuen sich – kommen sie doch zum Nulltarif mit ihrem Renault Zoë voran.
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  • Während des Einkaufens das E-Auto laden – das funktioniert nicht nur bei Lidl in Niederschelderhütte, sondern auch bei anderen Supermärkten. Edeka und Kaufland, Rewe und Aldi-Süd haben die Ladesäulen schon für sich entdeckt – allerdings derzeit noch nicht in der heimischen Region. Christina und Wolfgang von Keutz freuen sich – kommen sie doch zum Nulltarif mit ihrem Renault Zoë voran.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ihm Siegen/Niederschelderhütte. Die Revolution auf der Straße ist in vollem Gange – die meisten Autofahrer haben es nur noch nicht gemerkt. Von den 2,9 Millionen neu zugelassenen Fahrzeugen im Jahr 2020 waren schon knapp 200.000 mit reinem Elektroantrieb ausgestattet, das sind 6,7 Prozent. Und die Kurve geht rasant nach oben. Lohnt sich ein E-Auto finanziell? Was kostet eigentlich der Strom für ein E-Auto auf 100 Kilometern? Erstaunliche Antworten hat die SZ auf diese Frage bekommen.

Da fällt der

ihm Siegen/Niederschelderhütte. Die Revolution auf der Straße ist in vollem Gange – die meisten Autofahrer haben es nur noch nicht gemerkt. Von den 2,9 Millionen neu zugelassenen Fahrzeugen im Jahr 2020 waren schon knapp 200.000 mit reinem Elektroantrieb ausgestattet, das sind 6,7 Prozent. Und die Kurve geht rasant nach oben. Lohnt sich ein E-Auto finanziell? Was kostet eigentlich der Strom für ein E-Auto auf 100 Kilometern? Erstaunliche Antworten hat die SZ auf diese Frage bekommen.

Da fällt der Blick zuerst auf den Anschaffungspreis. Und die Augen werden so groß wie die Zahl auf dem Preisschild. Beispiel Renault Zoë. Der Kompaktwagen war im vergangenen Jahr das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland (30.000 Exemplare). Er kostet derzeit rund 30 000 Euro. Aber: Es gibt 9000 Euro Förderung.
Wer den spitzen Bleistift ausgepackt hat, befasst sich auch mit den laufenden Kosten des Stromers. Wie viel Geld spart man, wenn Strom statt Benzin oder Diesel den Motor antreibt?
Christina und Wolfgang von Keutz aus Eiserfeld haben ihren Zoë seit vergangenem November – und sie betreiben ihn völlig umsonst. Sie haben noch keinen Cent zum Laden ausgegeben. Christina von Keutz: „Wir tanken immer an kostenlosen Ladesäulen. Die gibt es zum Beispiel beim Lidl in Niederschelderhütte.“

Wolfgang von Keutz beim Aufladen seines E-Autos.

Kostenlos Strom tanken in Niederschelderhütte

In der Tat: Auf dem Parkplatz des Discounters ist eine Ladestation mit zwei Steckdosen installiert. Wolfgang von Keutz holt das Kabel aus dem Kofferraum, öffnet die Steckdosenklappe in der Motorhaube und verbindet das Auto mit der Stromquelle. Am Armaturenbrett oder in der Handy-App steht, wie lange geladen werden muss, bis die Batterie voll ist. An diesem Tag müsste der Zoë eine Stunde und 20 Minuten am Saft hängen, um die maximale Reichweite von knapp 400 Kilometern zu schaffen. „Nach einer Stunde schaltet die Säule allerdings ab“, weiß Wolfgang von Keutz. Die Ladesäulen stellen 22 kW Leistung bereit, das erlaubt recht flottes Laden. Zapft man zu Hause an der normalen Haushaltssteckdose Strom fürs Auto, würde das viel länger dauern. Da vergeht schon mal die ganze Nacht, bis die Batterie wieder voll ist.

Verbrauch und Kosten Wie viele Kilowattstunden ein Elektroauto verbraucht, hängt von verschiedenen Bedingungen ab. Motorleistung, Fahrweise, aber auch die Außentemperatur spielen eine Rolle. Das ist nicht anders als beim Verbrennungsmotor. Auf 100 Kilometer dürften 10 bis 20 kWh Verbrauch realistisch sein. Wer sich nicht an kostenlosen Ladesäulen bedient, sondern zum Beispiel die Station der Siegener Versorgungsbetriebe (SVB) mitten in Siegen nutzt, zahlt pro kWh 39 bis 49 Cent (je nach Vertragsbindung). Dann entstehen Kosten von 3,90 bis 9,80 Euro pro 100 Kilometer. Ein kleiner Benziner (Verbrauch 5 Liter pro 100 Kilometer) kostet bei einem Spritpreis von 1,60 Euro bis 8 Euro pro 100 Kilometer. Ein Diesel, der vier Liter auf 100 Kilometer schluckt, kommt bei 1,40 Euro pro Liter auf 5,60 Euro.

In Niederschelderhütte steht nicht die einzige Ladesäule, bei der Autos kostenlos Strom tanken können. Im Parkhaus des Apollo-Theaters gibt es auch welche – hier fällt natürlich die Parkgebühr an. Und bei Ikea auf dem Heidenberg kann man laden, ohne zu zahlen. Christina von Keutz: „Wir fahren auch gern mal an den Wiesensee im Westerwald. Während wir spazieren gehen, können wir da das Auto laden.“ Kostenlose Stromtankstellen findet man zum Beispiel auf der Website www.goingelectric.de/stromtankstellen/kostenlos. Auf dieser Seite ist auch vermerkt, welche Leistung zur Verfügung steht und ob eine Störung gemeldet ist.

160 Kilometer schafft das E-Auto spielend

Zur Sicherheit hat sich das Ehepaar eine RFID-Karte des Energielieferanten Maingau besorgt. Damit könnte man an über 90.000 kostenpflichtigen Ladesäulen in Deutschland andocken und direkt über die Karte abrechnen. „Gebraucht haben wir das noch nie“, freut sich Wolfgang von Keutz.
Dass das Laden bei den Eiserfeldern so gut und günstig klappt, liegt auch daran, dass der Zoë ein Zweitwagen ist. Für Urlaubsfahrten wird er nicht genutzt. Aber nach Moers zur Verwandtschaft rollt er regelmäßig. Die 160 Kilometer schafft der Wagen spielend. In Moers haben die Siegerländer natürlich auch eine kostenlos Ladestation ausfindig gemacht, sodass dann für die Rückfahrt aufgeladen wird.
„Wir sind sehr zufrieden mit unserem Zoë“, zieht das Ehepaar nach einem guten halben Jahr die persönliche Elektromobilitäts-Bilanz. Die Überlegung, eine „Wallbox“ zum schnelleren Laden im Haus einzubauen, ist derzeit nicht aktuell. Dazu läuft es viel gut mit dem Strom zum Nulltarif.

Während des Einkaufens das E-Auto laden – das funktioniert nicht nur bei Lidl in Niederschelderhütte, sondern auch bei anderen Supermärkten. Edeka und Kaufland, Rewe und Aldi-Süd haben die Ladesäulen schon für sich entdeckt – allerdings derzeit noch nicht in der heimischen Region. Christina und Wolfgang von Keutz freuen sich – kommen sie doch zum Nulltarif mit ihrem Renault Zoë voran.
Wolfgang von Keutz beim Aufladen seines E-Autos.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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