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Jung-Stilling verzeichnet Rekordjahre
So viele Geburten und Kaiserschnitte gab es in Siegen

Natürliche Geburt oder Kaiserschnitt? Landesweit lag die Kaiserschnittrate 2020 bei 29,5 Prozent. So niedrig war der Wert zuletzt 2005.
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jw Siegen. Mit der Geburt des Kindes startet für die Eltern eine neue Zeitrechnung. 2020 kamen deutschlandweit 773 144 Babys zur Welt, allein in Nordrhein-Westfalen waren es 165 790. Viele Mütter wünschen sich eine natürliche Geburt. Aufgrund von Komplikationen oder einer Risikoschwangerschaft ist die aber nicht immer möglich. Ein Kaiserschnitt ist dann die einzige Option. Eine aktuelle Studie von IT.NRW zeigt aber, dass die Quote rückläufig ist. Landesweit war 2020 ungefähr jede Dritte Geburt ein Kaiserschnitt – die genaue Zahl lag bei 48 986, das entspricht einem Anteil von 29,5 Prozent. So gering war der Wert zuletzt 2005. Spiegelt sich der Trend auch in der Kaiserschnittrate der Siegener Geburtskliniken wider?

jw Siegen. Mit der Geburt des Kindes startet für die Eltern eine neue Zeitrechnung. 2020 kamen deutschlandweit 773 144 Babys zur Welt, allein in Nordrhein-Westfalen waren es 165 790. Viele Mütter wünschen sich eine natürliche Geburt. Aufgrund von Komplikationen oder einer Risikoschwangerschaft ist die aber nicht immer möglich. Ein Kaiserschnitt ist dann die einzige Option. Eine aktuelle Studie von IT.NRW zeigt aber, dass die Quote rückläufig ist. Landesweit war 2020 ungefähr jede Dritte Geburt ein Kaiserschnitt – die genaue Zahl lag bei 48 986, das entspricht einem Anteil von 29,5 Prozent. So gering war der Wert zuletzt 2005. Spiegelt sich der Trend auch in der Kaiserschnittrate der Siegener Geburtskliniken wider? 

Diakonie-Klinikum Jung-Stilling verzeichnet Rekordjahre

Am Rosterberg standen die Zeichen auf Zuwachs. Im Diakonie-Klinikum Jung-Stilling wurden 2020 und 2021 Rekordjahre verzeichnet. So viele Babys wie noch nie erblickten das Licht der Welt. 2020 kam man auf 1765 Geburten, 2021 waren es 1940. Bei 39,9 Prozent  (2020) beziehungsweise 39,4 Prozent (2021) handelte es sich um Kaiserschnitte. Die Klinik ist spezialisiert auf Risikoschwangerschaften sowie Mehrlingsgeburten und hat ein großes Einzugsgebiet. Das sind auch die Gründe dafür, dass die Kaiserschnittrate höher ist als an anderen Standorten. „Nichtsdestotrotz ist es uns gelungen, die Rate stabil unter 40 Prozent zu drücken. Unser Ziel für die nächsten Jahre ist es, die 30-Prozent-Marke zu erreichen", erklärt Dr. Ulrich Hennig, Leitender Oberarzt in der Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin. "Ob das gelingt ist aber fraglich, denn die Aufschlüsselung der vergangenen Jahre zeigt, dass die primäre Sectiorate, also erwünschte oder aus zwingender medizinischer Indikation geplante Kaiserschnittentbindungen, stabil verharrt, ebenso wie die der nicht geplanten sekundären Sectio, also ungeplante Kaiserschnitte, die durch zwingende Gründe im Geburtsverlauf im OP endeten. Um eine Senkung zu erreichen, nutzen wir unsere Entbindungsmodussprechstunde, in der wir Beratungen zur Geburtsplanung anbieten und durchführen. Letztlich entscheidet aber jede Schwangere für sich selbst, wie sie ihr Kind bekommen möchte."

Kaiserschnittrate des St.-Marien-Krankenhauses liegt bei 25 Prozent

Etwas weniger trubelig ging es im Kreißsaal des St.-Marien-Krankenhauses zu. 2020 freute man sich über 1200 Geburten, die Kaiserschnittrate lag bei 26 Prozent. Ein Jahr später waren es ähnlich viele Geburten. Minimal gesunken ist jedoch die Anzahl der Kaiserschnitte, ihr Anteil lag bei 25 Prozent. "Zweifellos stellt der Kaiserschnitt eine lebensrettende Maßnahme für Mutter und Kind dar, sollte es zu Komplikationen hinsichtlich einer natürlichen Geburt kommen", so Dr. med. Badrig Melekian, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe. Moderne Operations-, Anästhesie- und Therapieverfahren hätten jedoch dazu geführt, dass Frauen auch bei Regelwidrigkeiten sicher entbunden werden können und erheblich weniger Einschränkungen hinnehmen müssten als früher. "Was in Notfallsituationen wertvoll ist, darf jedoch nicht zur Routine werden. Sonst verkehren sich Vorteile in Nachteile und ein rettender Eingriff wird zur riskanten Operation", betont der Gynäkologe.

"Ziel sollte immer die natürliche Geburt sein"

Auch Hebamme Simone Döbbelin betreut seit fast 30 Jahren schwangere Frauen und hat zum Thema Kaiserschnitt eine klare Meinung: "Ziel sollte immer die natürliche Geburt sein. Das wurde jahrelang leider anders praktiziert. Langsam findet aber ein Umdenken statt. Man ist insgesamt zurückhaltender geworden und achtet mehr auf die Bedürfnisse der Mütter. Die Toleranz für individuelle Entscheidungen rund um die Geburt hat deutlich zugenommen. Diese Entwicklung ist wirklich positiv."

Autor:

Julia Wildemann

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