So viele KGB-Künstler wie nie zuvor

 „Kunst gegen Bares“ (KGB) am Donnerstag zu Gast beim Hoffest der Kulturscheune Sonnenhof in Breitenbach. Die Wanderbühne der Kleinkunst präsentierte dort zehn Künstler aus den verschiedensten Genres – so viele wie nie zuvor. Foto: ims
  • „Kunst gegen Bares“ (KGB) am Donnerstag zu Gast beim Hoffest der Kulturscheune Sonnenhof in Breitenbach. Die Wanderbühne der Kleinkunst präsentierte dort zehn Künstler aus den verschiedensten Genres – so viele wie nie zuvor. Foto: ims
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sz - Bereits zum fünften Mal war „Kunst gegen Bares“ (KGB) Gast beim Hoffest der Kulturscheune Sonnenhof in Breitenbach. Im Gepäck hatte die Wanderbühne der Kleinkunst am vergangenen Donnerstag gleich zehn Künstler aus den verschiedensten Genres. Gerd Buurmann betrat in der heimeligen Scheune die Bühne, um dem Publikum ein wenig einzuheizen. Mit Anekdoten aus seiner Kindheit im Emsland oder Ausführungen zu den kulturellen Zusammenhängen von italienischen Opern und Schützenfesten sorgte er für die richtige KGB-Stimmung.

Als nächstes betraten die Dorfkids 2.0 die Bühne – drei junge Musiker aus Breitenbach, die schon drei Mal die Ehre ihres Dorfes musikalisch auf der Bühne verteidigten. Mit knackigem Sound und Hits wie „Highway To Hell“ rockten sich die drei in die Herzen des Publikums. Danach kam die junge Musikerin Barbara Wingenfeld alias kopflos auf die Bühne. Sie hatte als Verstärkung eine Gebärdendolmetscherin dabei, die ihre Songs simultan übersetzte. Das Faszinierende daran war, wie die Dolmetscherin die bewegenden Songs von kopflos genauso in die emotional interpretierten Bewegungen der Gebärdensprache übersetzte. Auch Singer/Songwriterin stud aus Köln setzte ganz auf die Kraft ihrer selbstgeschriebenen Lieder. Nur mit E-Piano und Stimme sorgte sie laut Pressemitteilung für Gänsehaut.

Fröhlich und enthusiastisch ging es bei Singa & Elul zu. Singa ist ein junger Rapper aus L. A., der nun im Wald bei Greifenstein lebt, und Elul ist eine Sängerin aus Äthiopien. Beide haben sich erst vor einigen Monaten kennengelernt und innerhalb von zwei Stunden einen Song geschrieben, den sie gemeinsam vorführten. Dass die Chemie zwischen den beiden auf der Bühne stimmte, war offensichtlich! Als letzter Künstler vor der Pause flatterte Fogel F aus Gießen auf die Bühne. Mit Akkordeon und Trompete schmetterte er Lieder aus eigener und fremder Feder. Ein Künstler, der sich in keine Schublade packen lässt, der aber deutlich mit seinem Akkordeon zu kämpfen hatte.

Nach der Pause, in der sich schon viele Besucher intensiv über die bis dahin gebotene Kunst austauschten, war Noah Grefertz an der Reihe. Mit Gitarre und Loopstation verwandelte er, rein instrumental, die Scheune in einen Klangraum, der auf die Weiten und in die Tiefen des Ozeans entführte. Anschließend eroberten die beiden Iserlohner Musiker Pils & Kippe die Bühne. Mit sozial engagierten Texten und erdiger Musik wurde man ein wenig an die Musik von Ton Steine Scherben erinnert, die erst zwei Tage vorher in der Scheune gespielt haben. Real Soul ist Rapper aus tiefster Überzeugung. In seine Songs steckt er Herz und Seele, und das spürt man. Sebastian Stenczel setzte als erfahrener Synchronsprecher auf die reine Kraft und Wirkung seiner Stimme. Mit tiefer, angenehmer Stimme las er einen Abschnitt aus „American Psycho“ vor. Und so war es plötzlich mucksmäuschen still in der Scheune.

Als letzter Künstler betrat Dad’s Phonekey die Bühne. Rein a cappella und mit Hilfe einer Loopstation entfesselte er ein wahres Feuerwerk aus Groove, Funk und Blues. Er „spielte“ mit seiner Stimme Instrumentensoli und begeisterte mit einer Opernarie. Doch das Faszinierendste war: Alles das, was er zum Besten gab, war improvisiert und aus dem Moment entstanden. Denn selbst die Arie, die er sang, entstammte der Fantasiesprache Gromolo. Die anschließende Wahl sorgte für volle Sparschweine der Künstler. Nach knapp drei Stunden Show stand dann fest: Platz 3 belegte kopflos, Platz 2 schafften die Dorfkids 2.0 , und Platz 1 gewannen Singa & Elul. Die nächste Runde von KGB findet am 1. August im Rahmen des Siegener Open-Air-Kinos im Schlosspark statt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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