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Chaos Computer Club spricht von zweifelhaftem Geschäftsmodell
Sofortiges Ende für "Luca-App" gefordert

Die Kritik an der Corona-Warn-App "Luca" wird immer lauter.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

sz/gro Siegen. Die App zur Kontaktverfolgung wurde lange Zeit fast nur gelobt. In den letzten Wochen musste sie jedoch immer mehr Kritik einstecken. Die Hackervereinigung Chaos Computer Club (CCC) fordert unter anderem das sofortige Ende der „Luca-App“. Sie sind bei Weitem nicht die einzigen, aber bislang die lautesten.

Mit der App sollen sich Nutzer etwa beim Restaurantbesuch oder auf Veranstaltungen mithilfe eines QR-Codes registrieren können. Beim Verlassen checkt die App den Besucher automatisch wieder aus. Im Falle einer Infektion werden nach Angaben der Entwickler alle Gäste, die sich zur fraglichen Zeit am „Infektionsherd“ aufgehalten haben, informiert. Ebenso die Gesundheitsämter, die dann automatisch Zugriff auf die Daten der übrigen Gäste hätten.

sz/gro Siegen. Die App zur Kontaktverfolgung wurde lange Zeit fast nur gelobt. In den letzten Wochen musste sie jedoch immer mehr Kritik einstecken. Die Hackervereinigung Chaos Computer Club (CCC) fordert unter anderem das sofortige Ende der „Luca-App“. Sie sind bei Weitem nicht die einzigen, aber bislang die lautesten.

Mit der App sollen sich Nutzer etwa beim Restaurantbesuch oder auf Veranstaltungen mithilfe eines QR-Codes registrieren können. Beim Verlassen checkt die App den Besucher automatisch wieder aus. Im Falle einer Infektion werden nach Angaben der Entwickler alle Gäste, die sich zur fraglichen Zeit am „Infektionsherd“ aufgehalten haben, informiert. Ebenso die Gesundheitsämter, die dann automatisch Zugriff auf die Daten der übrigen Gäste hätten. Im Klartext: Eine App wie „Luca“ soll die Nachverfolgung von Corona-Infektionen einfacher und schneller machen und dies möglichst zentral und einheitlich.

Die Kontaktverfolgungs-Apps sollen zudem eine große Rolle spielen, wenn es nach dem Ende des Lockdowns wieder möglich sein wird, sich in öffentlichen Räumen zu treffen (die SZ berichtete).

Keine Ortsangabe für Corona-Kontakt

Der Unterschied von „Luca“ und Co. im Vergleich zur App der Bundesregierung sei laut Befürwortern, dass letztere zurzeit nur darauf hinweise, dass es einen kritischen Kontakt gegeben habe, nicht aber, wann und wo. „Im Zusammenspiel mit Schnelltests schaffen wir mit diesen Apps die Voraussetzungen, um weitere Öffnungsschritte im Bereich von Freizeit und Kultur gehen zu können, sobald die Sieben-Tage-Inzidenzen dies erlauben“, setzte Landrat Andreas Müller in einem Gespräch mit der SZ im März einige Hoffnungen in das digitale Hilfsmittel.

Trotzdem wird die Kritik an dem System schon seit einigen Wochen immer lauter, nachdem es im Herbst und Winter fast nur Lob für die Entwicklung gegeben hatte. Der CCC kritisiert jetzt unter anderem ein „zweifelhaftes Geschäftsmodell“ des „Luca-Systems“, eine „mangelhafte Software“ und „Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe“ für den Einsatz der App in einzelnen Städten und Bundesländern. Mit die größte Kritik ist jedoch, dass die zweifach verschlüsselten Daten der Nutzer auf einem zentralen Server gespeichert würden. Die Entwickler argumentieren, eine zentrale Speicherung sei nötig, um die Gesundheitsämter bei einem Corona-Fall schnell mit den Kontaktdaten der Infizierten versorgen zu können.

Corona-Warn-App vergleichbare Funktionalitäten

Trotz dieser zunehmenden Kritik investieren immer mehr Bundesländer in die Lizenzen zur Nutzung der App. Mecklenburg-Vorpommern habe beispielsweise eine Landeslizenz für knapp 440 000 Euro erworben. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum mit Steuergeldern privatwirtschaftliche Lizenzen erworben werden für Apps, die qualitativ nicht an die Corona-Warn-App herankommen“, so Karsten Hiekmann, Pressesprecher des Chaos Computer Clubs in Siegen. Außerdem hätte die Corona-Warn-App laut Hiekmann bereits eine breite Nutzerbasis und würde mit dem nächsten Update vergleichbare Funktionalitäten erhalten.

Als besonderes Leistungsmerkmal der „Luca-App“ wird die Anbindung an die Gesundheitsämter betont. Die Gesundheitsämter seien laut Chaos Computer Club bisher jedoch weder durch besonders schnelle Kontaktverfolgung noch durch besonderes Interesse an Besuchslisten aufgefallen. „Meiner Meinung nach wäre es sehr peinlich, wenn auf den regionalen Internetseiten eine qualitativ kaputte App, wie die Luca-App, demnächst beworben werden würde“, so der Pressesprecher Karsten Hiekmann.

Besserer Umgang mit hochsensiblen Gesundheitsdaten

Zusammengefasst fordert der CCC einen gesetzlich angeordneten Aufschub, eine Überprüfung der Vergabepraktiken durch den Bundesrechnungshof, einen besseren Umgang mit hochsensiblen Gesundheitsdaten und ein sofortiges Ende des App-Zwangs.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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