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Brandstiftungs-Prozess am Siegener Landgericht
Sohn der Hoteleigentümerin sagt aus

Das Landgericht Siegen beschäftigt sich weiter mit einer Brandstiftung in einem Siegener Hotel.
  • Das Landgericht Siegen beschäftigt sich weiter mit einer Brandstiftung in einem Siegener Hotel.
  • Foto: Archivbild
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

mick Siegen. Das Verfahren wegen Brandstiftung gegen einen 56-jährigen Siegerländer ist am Montag vor dem Landgericht fortgesetzt worden, unter anderem mit der Vernehmung des Sohnes der Eigentümerin des Hotels, in dem es am frühen Morgen des 9. April 2020 gebrannt hat.
Dort hatte der Angeklagte in später geäußerter Suizid-Absicht offenbar einen Stuhl angesteckt, dann aber sein Zimmer verlassen und war im Treppenhaus zusammengebrochen. Der Sohn der Eigentümerin schildert am Montag seien Eindrücke des Geschehens. Er hatte die Notlage gegen 3 Uhr morgens entdeckte. Eigentlich sei seine Wohnung nebenan. Er sei aber nach einem Armbruch der Mutter wieder bei dieser eingezogen. „Sie hätte weitergeschlafen und nichts bemerkt“, ist der Mann sicher.

mick Siegen. Das Verfahren wegen Brandstiftung gegen einen 56-jährigen Siegerländer ist am Montag vor dem Landgericht fortgesetzt worden, unter anderem mit der Vernehmung des Sohnes der Eigentümerin des Hotels, in dem es am frühen Morgen des 9. April 2020 gebrannt hat.
Dort hatte der Angeklagte in später geäußerter Suizid-Absicht offenbar einen Stuhl angesteckt, dann aber sein Zimmer verlassen und war im Treppenhaus zusammengebrochen. Der Sohn der Eigentümerin schildert am Montag seien Eindrücke des Geschehens. Er hatte die Notlage gegen 3 Uhr morgens entdeckte. Eigentlich sei seine Wohnung nebenan. Er sei aber nach einem Armbruch der Mutter wieder bei dieser eingezogen. „Sie hätte weitergeschlafen und nichts bemerkt“, ist der Mann sicher.

 „Als wenn ein Sack umfällt“

Er wurde wach, ging zur Toilette und hörte, wie sich die Brandschutztür direkt gegenüber automatisch schloss, die zu einem kleinen Flur mit drei Zimmern führte, von denen eines der Angeklagte bewohnte. Kurz darauf sei ein weiteres Geräusch gekommen, „als wenn ein Sack umfällt“. Er sah nach, fand den Hotelgast vor der Brandschutztür im Treppenhaus liegen. „Er hat unverständliche Sachen gestammelt. Beim dritten Mal habe ich Feuer, Feuer gehört“, erinnert sich der Zeuge, der daraufhin die Tür öffnete.
Gerochen habe er nichts, weder Alkohol beim Angeklagten, noch Rauch. Hinter der Tür jedoch sei dieser schon dick im Flur sichtbar gewesen, „wie eine weiße Tapete. Der Mann weckte seine Mutter, „packte Hund und Katze“, verließ das Haus und alarmierte die Feuerwehr. Der Angeklagte habe selbstständig folgen können.

Sachschaden von 30.000 Euro

Der Altbau bestehe aus Fachwerk mit Putz. „Vor mehr als 20 Jahren hatten wir schon einmal ein Feuer“, fügt der Zeuge an. Seither sei er sensibel für solche Dinge. Durch das Feuer sind rund 30 000 Euro Sachschaden entstanden, die von der Versicherung abgedeckt wurden und noch werden.
Der Zeuge hat den Angeklagten als stillen Mann erlebt, der sich regelmäßig Alkohol besorgt hätte. Dies sei für ihn selbst kein Problem. Hätte er allerdings gewusst, als das Zimmer seitens der Caritas angefragt worden sei, jemand informiert hätte, dass der Mann „ein Alkoholiker ist, möglicherweise psychische Probleme hat und dass es schon einen Brand gab, hätten wir auf ihn achten können“, betont der. Vielleicht sei es dann auch gar nicht zur Vermietung gekommen.
Gesprochen wird noch über einen Vorfall vom Vortag des Brandes. Am 8. April, gegen Mittag, sei der Angeklagte „in Shorts und T-Shirt“ die Treppe heruntergekommen, habe über Eisenmangel geklagt und einen Arzt gefordert, berichtet der Sohn der Hoteleigentümerin. Er rief einen Rettungswagen, der vom Gast aber dann wieder zurückgeschickt wurde. Einer der Sanitäter hat mit diesem „an der Türschwelle“ gesprochen, eine Untersuchung hätte nicht stattgefunden.
Für den Brandschutzgutachter war das Feuer, das im April in einem Siegener Gasthof/Hotel ausbrach, potentiell geeignet, bei längerer Brandzeit das gesamte Obergeschoss und auch den Dachstuhl zu gefährden. Im vorliegenden Fall sei es vornehmlich ein Schwelbrand gewesen, vom Stuhlpolster und einer Gardine einmal abgesehen. Am 9. April 2020 hatte der 56-jährige Angeklagte S. in erklärter Suizid-Absicht einen Stuhl angezündet, dann sein Zimmer verlassen. Er lebte dort seit Anfang des Jahres, weil seine eigene Wohnung – ebenfalls durch einen Brand – auf längere Sicht unbewohnbar geworden war. Morgen Mittag wird die Verhandlung fortgesetzt.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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