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Vater aus Lennestadt vor dem Landgericht Siegen
Sohn erst gewürgt und dann angezündet?

Ruhig und gefasst nahm der 34-jährige Angeklagte neben seiner Verteidigerin Ruth Köster im Saal 165 des Siegener Landgerichts Platz. Im Laufe der Prozesseröffnung vor der 1. großen Strafkammer kündigte er an, sich äußern zu wollen.
  • Ruhig und gefasst nahm der 34-jährige Angeklagte neben seiner Verteidigerin Ruth Köster im Saal 165 des Siegener Landgerichts Platz. Im Laufe der Prozesseröffnung vor der 1. großen Strafkammer kündigte er an, sich äußern zu wollen.
  • Foto: Tim Lehmann
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

tile Siegen. Seit Dienstag steht ein 34-jähriger Mann aus Lennestadt vor dem Siegener Landgericht, dem der Mord an seinem erst dreijährigen Sohn vorgeworfen wird. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte A. den Jungen zunächst bis zur Ohnmacht gewürgt und anschließend angezündet haben.
Es war ein kurzes Protokoll der dramatischen Ereignisse, wie sie sich am 3. Mai dieses Jahres in Grevenbrück zugetragen haben sollen. Nur wenige Minuten dauerte die Verlesung der Anklage im Saal 165 des Siegener Landgerichts. Staatsanwalt Rainer Hoppmann trug die Anschuldigungen sachlich vor, ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass die Tat besonders „heimtückisch und grausam“ sei.

tile Siegen. Seit Dienstag steht ein 34-jähriger Mann aus Lennestadt vor dem Siegener Landgericht, dem der Mord an seinem erst dreijährigen Sohn vorgeworfen wird. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte A. den Jungen zunächst bis zur Ohnmacht gewürgt und anschließend angezündet haben.
Es war ein kurzes Protokoll der dramatischen Ereignisse, wie sie sich am 3. Mai dieses Jahres in Grevenbrück zugetragen haben sollen. Nur wenige Minuten dauerte die Verlesung der Anklage im Saal 165 des Siegener Landgerichts. Staatsanwalt Rainer Hoppmann trug die Anschuldigungen sachlich vor, ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass die Tat besonders „heimtückisch und grausam“ sei.

Die Flammen breiteten sich auf die Wohnung in Lennestadt aus

Nach Ergebnis der Ermittlungen beschreibt der Ankläger den mutmaßlichen Ablauf der Geschehnisse folgendermaßen: A. soll an jenem Sonntag seinen Sohn bei der Kindsmutter abgeholt haben. Die Beziehung zur Mutter des Jungen soll u. a. wegen der Gewalttätigkeit des Mannes im Oktober 2019 in die Brüche gegangen sein. In einer Wohnung im Obergeschoss eines Hauses an der Dr.-Paul-Müller-Straße in Grevenbrück soll der Vater den Dreijährigen dann zur Besinnungslosigkeit gewürgt oder stranguliert und auf eine Matratze gelegt haben. Anschließend, so der Vorwurf, habe A. flüssigen Brandbeschleuniger über die Unterlage und seinen reglosen Sohn gegossen und ihn schließlich angezündet. Die Flammen breiteten sich auch in der Wohnung aus.
Die Verbrennungen, die das Kind dabei erlitt, waren tödlich. Obwohl die Feuerwehr Lennestadt den Brand damals schnell unter Kontrolle brachte und ein Übergreifen der Flammen auf die Wohnung im Erdgeschoss verhindern konnte, kam für den Jungen jede Hilfe zu spät.

Das Motiv für die schreckliche Tat bleibt vorerst unklar

Das genaue Motiv für die Tat sei weiterhin unklar, sagte Rainer Hoppmann. Aber er zitierte aus einem Schreiben, das der Angeklagte verfasst haben soll und das im Zuge der Ermittlungen gefunden worden sei: „Ich will einfach in Deutschland sterben, am besten neben meinem Sohn.“ Gestorben ist der Dreijährige schließlich allein. A. habe sich mit einem Sprung aus dem Küchenfenster schließlich selbst gerettet, beschrieb der Staatsanwalt den mutmaßlichen Fortgang der Ereignisse. Dabei habe sich der Angeklagte derart schwer verletzt, dass er einige Zeit im Koma lag.
Am Tag nach der Tragödie hatte die Siegener Zeitung bereits berichtet, dass der Mann nach dem ersten Ermittlungsstand aus dem Fenster gesprungen war und wegen seiner lebensgefährlichen Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden musste. Zur Gerichtsverhandlung erschien der 34-Jährige nun auf zwei Krücken gestützt.

Angeklagter kündigt vor dem Landgericht Siegen Einlassung an

Der Angeklagte, vertreten durch Rechtsanwältin Ruth Köster aus Lennestadt, gab sich keine Mühe, sein Gesicht vor den Kameras der Pressevertreter zu verbergen. Er wirkte zunächst gefasst und ruhig, später legte er ein gewisses Mitteilungsbedürfnis an den Tag. Nach Eröffnung des Schwurgerichtsverfahrens durch die Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach erklärte er, dass er den bestellten Dolmetscher weder brauche noch wolle, er könne alles verstehen, versicherte der gebürtige Marokkaner, der seinerzeit unter einem Alias-Namen und falschem Geburtsdatum nach Deutschland gekommen war. Die Vorsitzende stellte hingegen klar, dass der Dolmetscher für womöglich doch auftretende Rückfragen seitens des Angeklagten bleiben werde.
Nach Verlesung der Anklageschrift und dem Hinweis der Kammer, dass er Gelegenheit bekommen werde, sich zu den Vorwürfen zu äußern, kündigte A. an, ein paar kurze Erklärungen zu einigen Punkten der Anklageschrift abgeben zu wollen. „Aber nicht heute“, musste ihn Richterin Dreisbach beinahe bremsen.
Die Verhandlung wird am 20. November fortgesetzt.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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