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Geistliche machen mit Weihnachtsbotschaften Mut
Sohn Gottes kommt ohne Waffen und Soldaten

Konzentration auf die eigentliche Botschaft: Im Jahr, in dem alles anders ist, rückt der Kern der Weihnachtsgeschichte wieder verstärkt in den Fokus der Gläubigen.
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  • Konzentration auf die eigentliche Botschaft: Im Jahr, in dem alles anders ist, rückt der Kern der Weihnachtsgeschichte wieder verstärkt in den Fokus der Gläubigen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

tile Siegen/Olpe/Betzdorf. Weihnachten ohne Messen, Gottesdienste und Andachten – vor Corona war dies unvorstellbar. Gerade zum Fest von Jesu Geburt strömen die Menschen in die Gotteshäuser, sind die Kirchen proppenvoll. Dieses Jahr ist alles anders, die evangelischen Kirchenbänke werden gänzlich leer bleiben, wie gut die katholischen Angebote angenommen werden, bleibt abzuwarten. Die SZ bat daher einige Geistliche aus der Region um ihre Weihnachtsbotschaft 2020. Wie sich zeigt, ist die gute Nachricht von der Ankunft Gottes Sohnes auf Erden auch nach 2000 Jahren immer noch die Schlagzeile und aktueller denn je.

tile Siegen/Olpe/Betzdorf. Weihnachten ohne Messen, Gottesdienste und Andachten – vor Corona war dies unvorstellbar. Gerade zum Fest von Jesu Geburt strömen die Menschen in die Gotteshäuser, sind die Kirchen proppenvoll. Dieses Jahr ist alles anders, die evangelischen Kirchenbänke werden gänzlich leer bleiben, wie gut die katholischen Angebote angenommen werden, bleibt abzuwarten. Die SZ bat daher einige Geistliche aus der Region um ihre Weihnachtsbotschaft 2020. Wie sich zeigt, ist die gute Nachricht von der Ankunft Gottes Sohnes auf Erden auch nach 2000 Jahren immer noch die Schlagzeile und aktueller denn je.

Hochaktuelle Botschaft

Dechant Karl-Hans Köhle, Leitender Pfarrer Pastoraler Raum Siegen Freudenberg

Dechant Karl-Hans Köhle, Leitender Pfarrer Pastoraler Raum Siegen Freudenberg


Als ich vor 25 Jahren in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, war, hingen in der ganzen Stadt Plakate mit dem Spruch „Be not afraid.” (Hab keine Angst!). Es war das Lebensmotto des großartigen Papstes Johannes Paul II., der in diesen Januar-Tagen des Jahres 1995 zum Weltjugendtag erwartet wurde. „Fürchtet euch nicht!“, das ist auch die Botschaft, welche der Engel in der Nacht der Geburt Jesu den Hirten zuruft. Und er liefert gleich die Begründung für das Ablegen der Furcht mit: „Ich verkünde euch eine große Freude. Euch ist der Heiland, der Retter, geboren!“
Wie aktuell, diese Botschaft, die nun 2000 Jahre alt ist! Sind Sie, liebe Leserinnen und Leser der Siegener Zeitung, bereit, dem Heiland die Türen Ihres Herzens und Ihres Hauses zu öffnen in dieser Zeit, in der ein schlimmer Virus uns seit Monaten in vielerlei Hinsicht belastet, aber auch zur Umkehr unseres Lebensstils ruft? Der Retter enttäuscht nicht und schenkt denen Frieden, die ihn ehren. Seinen Frieden wünsche ich Ihnen!

Sein Friede ist da

StudierendenpfarrerRalph van Doorn, ev. Studierenden-gemeinde Siegen

Studierendenpfarrer Ralph van Doorn, ev. Studierenden-gemeinde Siegen.

Das Fest beginnt mit dem Gottesdienst für Familien. Ein sensibel erdachtes Krippenspiel wird von begeisterten Kindern und einem Team voller Liebe aufgeführt. Auf diese Weise werden alle, die da sind, zu einem Teil der durch Erinnerung Gegenwart werdenden Geschichte der Geburt Jesu Christi.
Erstaunlich! Eine aus antiker Zeit stammende Geschichte lässt auch heute noch die Gesichter der Kinder, der Eltern und der Großeltern erstrahlen. Und in dem Moment, in dem das geschieht, spielen der Glaube oder die Zweifel am Sinn des Lebens kaum eine Rolle. Das, was der Verkündigungsengel den verängstigten Hirten auf dem Felde zuruft, ist für einen Moment ganz da: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude!“ Alle geben Gott die Ehre und sein Friede ist da! Ohne Bedingung, ohne Wenn und Aber.
So beginnt Weihnachten für mich. Ganz da ist es, wenn zum Ende des Gottesdienstes „O du fröhliche“ gesungen wird. Das geschieht auf andere Weise auch in diesem Jahr: Fürchte dich nicht! Singe!

Gottes Idee in jedem Neugeborenen

SchwesterKatharina Hartleib osf, Konvent San Damiano Olpe

Schwester Katharina Hartleib osf, Konvent San Damiano Olpe


Die tollste Weihnachtsbotschaft der Welt ist nicht von mir und auch nicht neu. Sie ist uralt und klingt wie aus dem Kreißsaal unseres Krankenhauses: „Ein Kind ist uns geboren. Ein Sohn ist uns geschenkt!“ Und seither sind Milliarden Kinder geboren worden und haben ihren Eltern oft auch große Freude gebracht. Aber die Botschaft der Engel hat noch einen Nachklang: „Gloria in Exelsis Deo – Ehre sei Gott in der Höhe“ singen sie und bringen uns damit auf die Spur. Dieses Kind ist Gottes Sohn selber und zu seiner Ehre und für uns Menschen hier heruntergekommen. Und das heißt auch, dass wir Menschen diesem Gott so wichtig sind, dass in jedem Neugeborenen eine neue Idee Gottes für uns in die Welt kommt: „ich bin bei Euch, ich bin ein Kind der Liebe und ein Bote des Lebens“.
Und wenn mir nicht nach „Gloria in Exelsis Deo“ zumute ist und mir in diesem Jahr das Ganze durch die Corona-Pandemie so unwirklich und komisch vorkommt, wenn mir absolut nicht nach Weihnachten feiern zumute ist und ich eher traurig und trostlos dasitze – auch gerade dann ist Weihnachten. Weil Gott in diesem Kind genau in diese Trostlosigkeit und Mutlosigkeit hineingekommen ist und trotzdem bleibt. Wegen mir und Dir und allen, die auf Liebe und Begegnung und Freude und Jubel warten und hoffen.

Ihr müsst keine Angst haben

PfarrerEckhard Dierig
ev. Kirchengemeinde Kirchen

Pfarrer Eckhard Dierig ev. Kichengemeinde Kirchen


Beängstigend, verstörend, zugleich aber großartig war der Auftritt der außerirdischen Gottesboten gewesen. Die Hirten sind innerlich aufgewühlt, vielleicht so, als wenn wir ein Ufo auf dem Kirchplatz entdecken würden. Davor hatte ich als Kind Angst. Und solche Angst hatten auch die Männer, die zum Schutz der Schafe abgestellt waren, als ihnen die Gottheit plötzlich so nahe kam.
Darum ist das Entscheidende an dieser Geschichte, dass alles in dieser ersten Heilgen Nacht mit den Worten der Engel beginnt: Ihr müsst keine Angst haben. Das ist der Mittelpunkt der Weihnachtsbotschaft, die Überschrift über dem Geschehen der Heiligen Nacht: Ihr müsst keine Angst haben! Es gibt gute Nachrichten: Heute ist Euer Retter geboren worden! Nun soll Frieden sein zwischen den Menschen und Gott. Deshalb kommt er in der Gestalt eines Kindes, das weder Waffen hat noch Soldaten, das nicht befehlen will und niemanden fertigmacht.
So nämlich will Gott künftig unter uns sein, sanft und friedvoll wie ein Kind.

Anders, aber nicht weniger schön

PfarrerinKerstin Grünert, ev. Kirchengemeinde Erndtebrück

Pfarrerin Kerstin Grünert, ev. Kirchengemeinde Erndtebrück


Dieses Jahr brauchen wir zu Weihnachten richtig Fantasie. Denn es wird anders. Aber vielleicht gar nicht weniger schön. Natürlich kommt es einem fast unerträglich vor, die Weihnachtszeit zu beschränkt zu begehen. Aber es zeigt auch, wie gut wir es haben. Uns fehlen die Weihnachtsmärkte, der Glühwein und die Bratwurst, aber nicht das Dach über dem Kopf und das tägliche Brot. Wir vermissen Freunde und Verwandte; das heißt, wir haben welche und sind nicht alleine. Wir sehnen uns nach Lametta und Gemütlichkeit. Wir haben also den Frieden, das Weihnachtsfest unbeschadet feiern zu können.
Unter welchen Bedingungen auch immer wir dieses Jahr Weihnachten feiern, es lohnt sich und ist es in jedem Fall wert. Gemütlich und genussvoll war es nämlich in Bethlehem damals ganz und gar nicht. Eher zugig, improvisiert, zart und total zerbrechlich. Vielleicht kommen wir so dem allerersten Weihnachten in diesem Jahr noch mal näher. Ich wünsche uns allen ein gesundes, zartes und ehrliches Weihnachten!

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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