Sommer in der Stadt: Das Bier bleibt drinnen

Poststraßen-Wirte fordern längere Open-air-Öffnungszeiten

thor Siegen. Es hatte in den vergangenen Wochen fast schon etwas Mediterranes, selbst in Köln oder Düsseldorf konnte man nicht mehr hämisch Richtung Südosten blicken. Es war eine Kettenreaktion, die in heimischen Gefilden nur höchst selten vorkommt: Hoch sommerliche Temperaturen bis in die Nacht, volle Straßencafés und Biergärten, fröhliche Menschen, Bedienungen im Dauerstress, klingelnde Kassen in den Kneipen, gut gelaunte Wirte. Ein Bild, das überall im Siegerland zu finden war (und ist), und das in den allermeisten Fällen auch weit nach 22 Uhr.

Nur die Wirte einer kleinen Meile unter dem Krönchen leisten noch Widerstand – allerdings höchst unfreiwillig. Wer sich in der »Alten Poststraße« in Siegen unter freiem Himmel niedergelassen hat, um den Rekord-Sommer bei einem Bier zu genießen, der ist pünktlich zu den »Tagesthemen« wieder zu Hause. Hier sorgen einige Anwohner mit Hilfe des städtischen Ordnungsamts dafür, dass ab 22 Uhr keine Bestellungen mehr angenommen werden dürfen und Tische und Stühle abgebaut werden müssen. Während in der Unterstadt das urbane gastronomische Leben tobt, kehrt weiter oben Tristesse ein – Frust bei den Wirten, Unverständnis bei den (weiterziehenden) Gästen. Denn wer will sich schon bei knapp 30 Grad ins Innere einer Gaststätte setzen.

Diesen Miss- bzw. Zustand wollen die betroffenen Gastronomen der Kneipen »Fricke´s«, »Alte Post«, »Penk«, »Onkel Tom´s Hütte« und »Ciao« nun nicht länger hinnehmen. Sie fordern endlich Gleichbehandlung, ein Ende der »Wettbewerbsverzerrung« und haben eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der sie für eine Verlängerung der Open-air-Öffnungszeit bis 24 Uhr kämpfen. Sie verweisen darauf, dass sich das Ausgehverhalten der Menschen grundsätzlich verändert habe. Auch in Siegen können man mittlerweile bis 20 Uhr einkaufen und Veranstaltungen, z.B. im Rahmen des Sommerfestivals, bis weit nach Mitternacht besuchen.

Die »Alte Poststraße« werde durch die gültige Regelung stark benachteiligt. »Das geht auch nicht gegen die Kollegen der Unterstadt, wir wollen nur gleiches Recht für alle«, so Initiator Rolf Fricke. Viele Gäste würden um 22 Uhr der Straße den Rücken kehren oder aber – was noch viel schlimmer sei – erst gar nicht den Weg hierhin finden, da die »Sperrstunde« mittlerweile bekannt sei. Seit Freitag läuft die Unterschriftenaktion, die auch von etlichen Einzelhandelsgeschäften der Straße unterstützt wird.

Bis gestern Abend haben rund 600 Freunde der »Alten Poststraße« unterschrieben. In zwei bis drei Wochen sollen die gesammelten Signaturen an Bürgermeister Ulf Stötzel überreicht werden. Dieser hat bekanntlich einer Belebung der Oberstadt hohe Priorität eingeräumt – und dazu gehört nun einmal auch die »Alte Poststraße«.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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