Sonderforschungsbereich muss 2009 auslaufen

kk Siegen. Am vergangenen Freitagabend hatten die aktuell sieben Mitglieder des Hochschulrats der Universität Siegen einstimmig den Kölner Prorektor Prof. Dr. Holger Burckhart zum künftigen Rektor der Universität Siegen gewählt. Am Mittwoch bestätigten die Mitglieder des Senats die Wahl bei einer Enthaltung. Burckhart wird das Amt zum 1. Oktober antreten (die SZ berichtete).

Noch eine Bestätigung stand im Verlauf der Sitzung an. Anstelle von Prof. Dr. Friedhelm Hase, der nach Bremen wechselte, wird der Chemiker Prof. Dr. Hans-Jörg Deiseroth internes Hochschulratsmitglied. Damit ist der Hochschulrat wieder komplett besetzt. Der Senat stimmte der (Aus-)Wahl der Findungskommission bei drei Enthaltungen zu.

Mit der für die Hochschule schlechtesten aller Nachrichten“ musste Rektor Prof. Dr. Ralf Schnell im Gremium aufwarten. Im Februar war der Sonderforschungsbereich Medienumbrüche von Gutachtern besucht worden. Denn: Die Bewilligung der dritten Phase ab 2010 stand an; die zweite Bewilligungsphase läuft zum Jahresende aus. Schon seinerzeit war zu vernehmen: Nicht alle Teilprojekte fanden Gnade vor den Augen der Gutachter. Nun galt es zu warten. Denn: Eine Entscheidung über eine weitere Bewilligung des einzigen Sonderforschungsbereichs an der Universität Siegen durch den Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) war auf den 19. Mai terminiert. Das Votum fiel negativ aus. Damit läuft der SFB Ende 2009 aus. Einen möglichen Grund sah Schnell, der vor seiner Zeit als Rektor Sprecher des SFB war, in der Vielzahl der Anträge, die bei der DFG eingingen. Der Siegener Antrag sei ins Gedränge geraten und hintenruntergefallen. Auf Nachfrage der SZ unterstrichSchnell, dass diese Nachricht für die Universität Siegen und besonders für die Medienforschung, „die international einen guten Ruf hat“, einen großen Rückschlag bedeute. Erstes Interesse sei es nun, „den Kern zusammenzuhalten“, zumal die Substanz schnell verloren gehen könne, wenn man sich nicht auf eine Weiterentwicklungsperspektive konzentriere. Die DFG selbst habe die Universität Siegen ermuntert, die fünf teils als exzellent bewerteten Teilprojekte als Paketantrag einzubringen. Gleichzeitig aber müsse man über einen neuen SFB-Antrag nachdenken, erst aber einmal eine „Schamfrist“ von einem Jahr vergehen lassen. Diese Zeit müsse jedoch genutzt werden.

Sonderforschungsbereiche ermöglichen bei zeitlicher Begrenzung – in der Regel maximal zwölf Jahre – und regelmäßiger Begutachtung die Durchführung aufwendiger Forschungsvorhaben. Der kulturwissenschaftliche Sonderforschungsbereich an der Universität Siegen war zum 1. Juli 2002 eingerichtet und bereits einmal für die Dauer von vier Jahren weiterbewilligt worden.

Die medienwissenschaftliche Forschung an der Uni Siegen hat Tradition. Bereits im November 1985 war der so genannte SFB 240 „Ästhetik, Pragmatik und Geschichte der Bildschirmmedien“ eingerichtet worden. Dieser lief 15 Jahre lang.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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