Soziale Problemlagen verschärfen sich

Bewährungshilfe Siegen besorgt: Steigende Arbeitslosigkeit erschwert Resozialisation

sz Siegen. Sozialarbeit mit straffällig gewordenen Menschen – darin besteht die wesentliche Aufgabe der Bewährungshilfe Siegen. Sie gehört zum Landgericht Siegen und ist zuständig für die Städte Siegen, Kreuztal, Hilchenbach, Freudenberg und Netphen sowie die Gemeinden Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf.

Zwei Bedingungen, so erklärt es eine Pressemitteilung der Einrichtung, führten dazu, dass Jugendliche, Heranwachsende und Erwachsene unter Bewährung gestellt würden. Dies sei entweder der Fall, wenn die Vollstreckung der gegen sie verhängten Jugend- oder Freiheitsstrafe in der Hauptverhandlung ausgesetzt werde, oder wenn ein Strafrest nach Verbüßung in einem Gefängnis für die Dauer mehrerer Jahre ausgesetzt werde, damit sie sich im Alltag »bewähren« könnten.

Wenn straffällig Gewordene nach Jugendstrafrecht unter Bewährungsaufsicht gestellt werden, sei die Begleitung durch einen Bewährungshelfer vom Gesetz zwingend vorgeschrieben. Bei Erwachsenen entscheide das Gericht darüber, ob die Bewährungshilfe beauftragt werde.

Die 13 Siegener Bewährungshelferinnen und -helfer betreuten der Einrichtung zufolge zum Stichtag 1. Januar 2003 insgesamt 767 Menschen. In einer aktuellen Erhebung habe sich bestätigt, dass Straffälligkeit nach wie vor eine traurige männliche Domäne sei: Etwa 92 Prozent der Betreuten seien männlich. Nach Jugendstrafrecht seien knapp 30 Prozent verurteilt worden. Die Altersspannweite der Betreuten reiche von 14 Jahren bis ins Rentenalter, mit Schwerpunkt zwischen 16 und 30 Jahren.

Auch wenn bei den Klienten der Bewährungshilfe nahezu alle Straftaten anzutreffen seien, gebe es doch eindeutige Schwerpunkte: So seien 28,3 Prozent wegen Eigentumsdelikten und 17,9 Prozent wegen Drogenstraftaten verurteilt worden. Immerhin 9 Prozent der Betreuten hätten sich wegen räuberischer Delikte vor Gericht verantworten müssen.

Besonders dramatisch entwickle sich die Beschäftigungssituation der Klienten: Seien im Jahr 2001 mit einer Quote von 38 Prozent schon sehr viele ohne Beschäftigung gewesen, sei der Prozentsatz mittlerweile auf 51,4 Prozent angestiegen. Weiter heißt es: »Die desolate Lage auf dem Arbeitsmarkt schlägt bei der Klientel der Bewährungshilfe also in extremer Weise zu Buche.« Dies sei nicht zuletzt auf das durchschnittlich niedrige Bildungsniveau zurückzuführen. Menschen mit niedrigem Schul- und Berufsausbildungsstatus würden auf dem Arbeitsmarkt immer seltener nachgefragt, vor allem, wenn weitere Problemlagen hinzukämen.

Im Rahmen der Erhebung habe sich herausgestellt, dass 23,2 Prozent der Betreuten drogen- und 22 Prozent alkohol- bzw. medikamentenabhängig seien. Mit 36,9 Prozent wiesen mehr als ein Drittel der Betreuten erhebliche Schuldenprobleme auf – Tendenz steigend. Viele der Betreuten seien gleich von mehreren dieser Problemlagen betroffen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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