Spannende Bayern-Tage - Sané wäre «toll»

München (dpa) - Beim FC Bayern bleibt es spannend. Nach der beendeten Debatte um den neuen Double-Trainer Niko Kovac treiben die Münchner nun den Umbau ihres Fußball-Starensembles voran, damit es künftig auch in der Champions League wieder mehr zu jubeln gibt.

«Jetzt müssen wir noch ein bisschen was am Transfermarkt drehen, und dann fahre ich mit der Familie in Urlaub», kündigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge arbeitsreiche Tage vor den Ferien für das Führungspersonal an.

Aufsichtsratschef Uli Hoeneß, der mit dem Wechselrat an Jérôme Boateng den Poker um den Ex-Weltmeister anheizte, erteilte Sportdirektor Hasan Salihamidzic den nächsten Arbeitsauftrag. «Hasan ist aufgerufen, wieder richtig loszulegen», sagte Hoeneß zum Transfergeschäft. Zu den Spekulationen um Leipzigs Timo Werner oder Leroy Sané von Manchester City konnte Hoeneß am Sonntag «nichts sagen». Man hatte «wegen des Schlussspurts die Transferaktivitäten auf Eis gelegt». Doch jetzt rücken Antworten näher.

Kommt Sané? Kommt Werner, womöglich sofort oder erst 2020? Was wird aus dem von Hoeneß zum «Fremdkörper» erklärten Boateng? Und was wird aus James Rodríguez? Die Zukunft des von Real Madrid seit 2017 ausgeliehenen Kolumbianers wird sich wohl zügig klären.

«Wir müssen erstmal alle Optionen auf den Tisch legen und dann gemeinsam entscheiden, wie wir mit den Dingen umgehen, die jetzt noch Fragezeichen haben, damit daraus Ausrufezeichen werden», beschrieb Rummenigge die internen Abläufe.

Der Vorstandschef schloss den Kauf von James mittels der 42-Millionen-Euro-Option und einen anschließenden Weiterverkauf aus. «Das ist nicht der Stil des FC Bayern. Wir wollen nicht irgendwo Menschenhandel betreiben, damit wir bei so einer Geschichte etwas weiterschieben und verdienen», begründete Rummenigge. Als «Superstar» sei James aber mit seiner aktuellen Rolle natürlich nicht zufrieden.

Das französische Weltmeister-Doppel Lucas Hernández (Atlético Madrid) und Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) für insgesamt 115 Millionen Euro ist fix. Der geschätzt drei Millionen Euro teure Stürmer Fiete Arp vom Hamburger SV will auch schon jetzt kommen, nicht erst 2020.

Ein zentrale Personalie für den Sommer ist ein neuer Flügelspieler für die Zeit nach Franck Ribéry und Arjen Robben. «Wir haben mit Coman und Gnabry zwei tolle Spieler. Aber aus qualitativen und quantitativen Gründen brauchen wir noch einen dritten», sagte Rummenigge, der einen Zugang von Nationalspieler Sané sehr begrüßen würde. «Wir werden uns bemühen. Ich kann nicht seriös voraussagen, ob das am Ende des Tages reinläuft. Aber das wäre schon ein toller Transfer», sagte Rummenigge im Bayerischen Fernsehen. Laut Medienberichten vom Montag will City einen neuen Versuch starten, den Vertrag mit dem 23-jährigen Sané zu verlängern.

«Man darf nicht vergessen: Er hat einen Zweijahresvertrag. Und Manchester City ist kein Verein, der wegen Bedürftigkeit Spieler verkaufen muss», sagte Rummenigge einordnend. Der 63-Jährige warb aber auch Richtung Sané: «Er tritt hier eine interessante Nachfolge von Franck und Arjen an. Das würde mich als Spieler immer reizen.»

Astronomische Summen will Hoeneß nicht ausgeben, wie er jüngst nach der Meisterfeier betont hatte, als er sagte: «Wir sind hier nicht beim Monopoly.» Aber von einer fix benannten Schmerzgrenze mag er sich nicht bremsen lassen. «Hasan soll erstmal Spieler ausfindig machen, die zu uns passen, und dann reden wir über das Geld.»

Zumal durch den programmierten Abgang des 2011 verpflichteten Boateng Geld in die Kasse kommt. Zwar drückt Hoeneß' Wechselaufforderung an den Ex-Weltmeister die Höhe der Angebote. Aber eine erkleckliche Summe sollte für den 30 Jahre alten Verteidiger mit Bayern-Vertrag bis 2021 reinkommen. «Jérôme war immer ein Mensch, der sich nicht nur exklusiv um Fußball, sondern auch um Lifestyle gekümmert hat», sagte Rummenigge. «Er hat auch immer gute Leistungen gebracht.»

Zuletzt konnte er die kaum noch zeigen. Boateng saß meist auf der Ersatzbank. Demonstrativ trug er seinen Frust zur Schau. Einsätze bei den Freundschaftsspielen dieser Tage in Kaiserslautern oder Lindau, die nach der abgesagten Marketingreise nach China angesetzt worden waren, heben Boatengs Laune sicher nicht. In Kaiserslautern fehlte er aus privaten Gründen. Dort legte Hoeneß dem 30-Jährigen noch mal nah, zu wechseln. «Den Frust, den er derzeit hat, wird er nächstes Jahr noch mehr haben, wenn er da bleibt», sagte Hoeneß dem TV-Sender Sport1. Boateng sei kein Spieler für die Bank.

Ob Paris Saint-Germain mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel wie vor einem Jahr noch einmal als Bieter für Boateng auftreten wird, ist eine der spannenden Bayern-Fragen.

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Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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