SPD kommt nicht aus dem Umfragetief

Mainz/Berlin (dpa) - Die SPD liegt gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl in Umfragen unter ihrem historisch schlechtesten Wahlergebnis. Befragungen für ARD und ZDF sehen die Sozialdemokraten bei 21 beziehungsweise 22 Prozent.

Beide Werte liegen unter dem Bundestagswahlergebnis aus dem Jahr 2009, als die Partei mit dem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier 23,0 Prozent geholt hatte. Damit ist die SPD auch bei jenem Niveau Anfang dieses Jahres angelangt, bevor Schulz Kanzlerkandidat und Parteichef wurde.

Laut dem Freitag veröffentlichten neuen ZDF-«Politbarometer» - dem ersten nach dem TV-Duell der beiden Kandidaten Angela Merkel und Martin Schulz - käme die SPD auf unverändert 22 Prozent, wenn schon an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Union büßt einen Punkt ein und käme auf 38 Prozent. Die Linke verharrt bei 9 Prozent, die Grünen bleiben bei 8 Prozent. Die FDP verliert 1 Prozentpunkt auf 9 Prozent. Dagegen legt die AfD um 1 Punkt auf 9 Prozent zu.

Im ARD-«Deutschlandtrend», das am Donnerstag veröffentlicht wurde, fiel die SPD sogar um zwei Punkte auf 21 Prozent. Die Union blieb bei 37 Prozent. Drittstärkste Partei war hier die AfD mit weiterhin 11 Prozent. Die Linke kam auf 10 Prozent (plus 1), die FDP auf 9 Prozent (plus 1), und die Grünen verharrten bei 8 Prozent.

Auch in der Kanzlerpräferenz liegt Schulz weiterhin deutlich hinter Merkel zurück. Laut «Politbarometer» wünschen sich unverändert 57 Prozent, dass Merkel Kanzlerin bleibt. Schulz verbessert sich auf 33 Prozent nach zuvor 28 Prozent. Im ARD-«Deutschlandtrend» ist der Abstand noch größer. 54 Prozent (plus 5) wollen einen Verbleib Merkels im Kanzleramt, nur 26 Prozent (+/-0) präferieren Schulz als Regierungschef.

Neben einer großen Koalition ergäbe sich aus den Umfragen nur für «Jamaika»-Koalition aus Union, FDP und Grünen eine stabile Mehrheit. FDP-Chef Christian Lindner steht einer solchen Option allerdings sehr skeptisch gegenüber. «Für ein Jamaika-Bündnis fehlt mir inzwischen die Fantasie», sagte Lindner dem Nachrichtenmagazin «Focus». Er sehe «bei der Einwanderungspolitik und der Energiepolitik hohe Hürden» mit den Grünen. Im Wahlkampf hätten die Grünen keine richtigen Themen. Deshalb wollten sie ihre Anhänger mobilisieren, indem sie die FDP als Staatsfeind Nummer 1 dämonisierten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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