Spiel auf deiner Geige!

Dozenten der Fritz-Busch-Musikschule Siegen spielten im Ratssaal der Stadt Siegen Werke zum Thema „Ungarn und seine Nachbarn.  Foto: rap
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rap Siegen. „Das war für mich der Inbegriff des Ungarischen Gesangs, ich bin zu Tränen gerührt“, sagte eine sichtlich bewegte Zuhörerin am Ende des Konzerts. Wer in den vergangenen Jahren das Vergnügen hatte, die Dozenten der Fritz-Busch-Musikschule Siegen bei ihren Konzerten zu erleben und zu hören, weiß, dass die Vollblutmusiker wahre Könner auf ihren Instrumenten und im Gesang sind. Mit viel Engagement und Einfühlungsvermögen haben sich die Dozenten dabei immer wieder an bestimmte Themen, Epochen, Musikstile oder Länder gewagt. Nicht nur inhaltlich musikalisch, sondern auch bei der Rahmengestaltung ist das jeweilige Motto allgegenwärtig.

So auch am Sonntag im Ratssaal der Stadt Siegen. Von kulinarischen Köstlichkeiten und Weinen aus Ungarn in der Pause bis hin zur Farbwahl der Blumensträuße zum Abschluss des Konzerts in den Farben der Landesflagge, überall zeigte sich die Kreativität der Organisatoren und die Identifikation mit dem Thema „Ungarn und seine Nachbarn“. Zum Auftakt spielten, ganz im Stile einer ungarischen Zigeunerkapelle, Arnim Klüser (Flöte) und Evelyn Rück (Klavier) Albert Franz Dopplers „Fantaisie Pastorale Hongroise“, gefolgt von einer ungarischen Rhapsodie mit Aglaja Camphausen (Violoncello), begleitet von Medreana Marinescu am Flügel.

Die besondere Herausforderung die- ser Musik liege im Tempo und in der Feinabstimmung, man müsse beim Spielen mehr als sonst auf die anderen Musiker und das Interaktionsgefüge achten, erklärte Marinescu. Spürbar war die Trauer des Komponisten um den Verlust seiner Tochter, die in Bedrich Smetanas Klaviertrio op. 15 zum Ausdruck kommt. Mal zart, mal schmerzlich bewegt leidenschaftlich, hin- und hergerissen zwischen den Gefühlen – meisterhaft interpretiert von Christian Löbbecke auf seiner Violine.

Nach der Pause eröffnete Pianist Matthias Schmitz mit Béla Bartóks ungarischen Bauernliedern den zweiten Teil des Kammerkonzerts. Undenkbar, ein Konzert zum Thema Ungarn ohne die schwungvollen Tänze von Johannes Brahms. Christian und Linda Löbbecke nahmen die Zuhörer mit in eine Welt ausgelassener ungarischer Lebensfreude.

Die Sopranistin Aglaja Camphausen besitzt eine beeindruckende Stimme. Jede Nuance, jede Regung und Klangfarbe spiegelt die Texte der Operetten bis ins Detail. In „Spiel auf deiner Geige“ (Robert Stolz: „Venus in Seide“) und dem „Auftrittslied der Mariza (E. Kalmann: „Gräfin Mariza“) begeisterte sie die Zuhörer mit ihrem stimmlichen Ausdrucksvermögen und gekonnter Intonation. Nach mehr als zwei Stunden verabschiedeten sich die Musiker unter großem Applaus von den rund 100 Zuhörern nach einem rundum gelungenen Kammermusikkonzert der besonderen Art.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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