»Sportfreunde« narren KSC am 11.11.

Siegen holte in der »englischen Woche« sieben Punkte

3:0-Sieg hätte am Ende noch höher ausfallen können / 20-minütige Auszeit nach der Pause

rege Siegen. Als am 11.11. um 11.11 Uhr in Köln, Herdorf und vielen weiteren Karnevals-Hochburgen die närrische Session eingeläutet wurde, verschwendeten die Fußballer der Sportfr. Siegen in ihrem Hotel noch keinen Gedanken ans Feiern. Doch das sollte sich im Laufe des Tages ändern: Exakt dreieinhalb Stunden später war es erneut die »11«, die eine nicht ganz unwichtige Rolle spielte, denn es war die 11. Spielminute am 11.11., als die »Sportfreunde« in der Regionalliga Süd ihren 3:0 (1:0)-Erfolg bei der 2. Mannschaft des Karlsruher SC mit ihrem ersten Tor einläuteten. Auch wenn die eingefleischten Siegerländer mit der »fünften Jahreszeit« eigentlich eher wenig am Hut haben, dürfte die Stimmung auf der Rückfahrt bei Spielern und Fans durchaus jecke Züge angenommen haben.

Und die Siegener hätten es an diesem völlig grauen und nass-kalten, aus »Sportfreunde«-Sicht aber alles andere als tristen Fußball-Nachmittag auf einem Karlsruher Acker – auch Platz 2 des Wildpark-Stadions genannt – noch viel doller treiben können. Hätten die Gäste in der 2. Halbzeit all ihre 100-prozentigen Torchancen in Treffer umgemünzt, dann wäre der KSC so richtig unter die Räder gekommen. Dem Spielverlauf wäre ein noch höherer Triumph freilich nicht gerecht geworden, denn als die Siegerländer zu Beginn der 2. Halbzeit eine 20-minütige Auszeit nahmen und ähnlich wie in Kassel um den Ausgleich »bettelten«, hätten die Badener das Spiel auch kippen können. Doch Kriegs Mannschaft war am Samstag im Abschluss eher eine Friedenstruppe, die den Gegner nicht provozieren wollte.

Der absolute Siegeswillen war am Samstag nur bei einer Mannschaft zu erkennen, und das waren die Sportfr. Siegen. Beflügelt durch den 4:3-Erfolg über Aalen begannen die Gäste forsch und selbstbewusst. Es war der Mannschaft von Trainer Ralf Loose anzumerken, dass sie die »englische Woche« mit sieben Punkten abschließen und sich vielleicht auch für die am 1. Spieltag der vergangenen Saison bei den Zweitliga-Profis im Wildparkstadion erlittene 0:2-Niederlage – ja, wir haben manch neidischen Blick hinüber geworfen – revanchieren wollte.

»Zuckerpass« von Krebs auf Heller

Es dauerte nicht lange, da schlug Siegens neues Traum-Duo, das in der Winterpause aber schon wieder gesprengt wird, zu: Nach einem »Zuckerpass« von Gaetan Krebs auf Marcel Heller hatte der »U20«-Nationalspieler freie Bahn, und der machtlose KSC-Keeper Thomas Unger musste in der 11. Minute zum ersten Mal hinter sich greifen. Krebs und Heller scheinen sich momentan blind zu verstehen, denn das Tor blieb am Samstag beileibe nicht die einzige Co-Produktion der beiden Youngster. Aber nicht nur den Offensivkräften gebührt ein Lob, sondern auch der Defensivabteilung. Die Abwehrspieler hatten sich die kritischen Worte ihres Trainers offenbar zu Herzen genommen. Das »Dreigestirn« Kroca, Bogusz, Islamoglu stand in der 1. Halbzeit jedenfalls sehr gut und sicher. Selbst als die »Sportfreunde« einen Gang zurück schalteten, fiel den Karlsruhern nicht viel ein, und das Spiel plätscherte vor sich hin wie der Regen.

Aber dann kamen die KSC-»Küken« wie verwandelt aus der Kabine: Die Gastgeber setzten die Siegener gehörig unter Druck, und die machten den Fehler, sich in der eigenen Hälfte einschnüren zu lassen. Leichtfertige Ballverluste und planloses Wegschlagen des Balles begünstigten die Badener während ihrer Sturm-und-Drang-Phase. Der Ausgleich lag in der Luft, doch dank des Unvermögens der Karlsruher und dank SFS-Torwart Thomas Richter blieb es bei der 1:0-Führung für Siegen – auch als Patrick Rittmaier in der 47. Minute aus kürzester Distanz freistehend zum Kopfball kam, und es eigentlich schwerer war, den Ball neben das Tor zu setzen als in das Netz. Mitte der 2. Hälfte hatte der KSC sich dann »ausgetobt«, und die Gäste merkten, wie verwundbar die Karlsruher bei Kontern sind. Nachdem Alexander Blessin (nach Heller-Pass frei vor Unger; 68.) und Krebs (nach Vorarbeit von Heller und Blessin frei vor Unger; 76.) zwei 100-Prozentige »versemmelt« hatten, machte Nils Pfingsten in der 78. Minute den Sack zu. Sah aber etwas kurios aus: Krebs flankte, Heller verpasste, Pfingsten hielt den Fuß hin und Unger rutschte samt Ball über die Linie. Nur sechs Minuten später war Unger erneut geschlagen: Heller setzte sich nach Zuspiel von Til Bettenstaedt gegen Florian Krebs durch und ließ dem KSC-Torhüter keine Chance.

Heller: »Schmerzen schnell abgeklungen«

Nach seinem sechsten Saisontor musste Siegens Goalgetter verletzungsbedingt zwar vom Platz, doch alles halb so wild: Gestern konnte Marcel Heller in Celle bei der deutschen »U20«-Nationalmannschaft schon wieder voll trainieren. »Ich hatte am linken Knöchel Schmerzen wie noch nie, aber die sind schnell abgeklungen«, sagte Heller gestern. In der Nachspielzeit hätten Andreas Nauroth und Til Bettenstaedt noch ein Tor draufsetzen können, ja eigentlich müssen (scheiterten beide am glänzend reagierenden Unger), aber das wäre wohl auch zu viel des Guten gewesen. Ein dreifach »Siegen, Tooor – Siegen, Tooor – Siegen, Tooor« klingt zum Auftakt der Karnevalssaison ja auch nicht schlecht ...

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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