Staatsanwalt: vier Jahre Haft

Auftakt im Babyleichen-Prozess vor dem Siegener Landgericht. Foto: kalle

kalle - Es ist die Fortsetzung im Prozess um die beiden in Setzen und Bonn in Kühltruhen versteckten Babyleichen. Am Donnerstag läuft vor der 1. großen Strafkammer des Siegener Schwurgerichtes der achte Verhandlungstag. Die Plädoyers werden gehalten. Shipra K., Mutter der beiden Neugeborenen, wird Totschlag vorgeworfen. Sie soll die Kinder entweder durch Unterlassen oder sogar durch aktives Zutun getötet haben. Staatsanwalt Patrick von Grotthuss fordert dafür eine Haftstrafe von vier Jahren. Eine minder schwere Strafe, sonst wird Totschlag mit mindestens fünf Jahren Haft vergolten. Alle drei Verteidiger der 33 Jahre alten Angeklagten plädieren auf Freispruch. Das Urteil soll am Dienstag, 5. Mai, gesprochen werden.

Bei der Ermittlung des Strafmaßes hat von Grotthuss die Persönlichkeitsstörungen der  Angeklagten berücksichtigt. Prof. Dr. Anke Rohde, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft das psychologische Gutachten zur Schuldfrage in den beiden Fällen erarbeitet hatte, attestierte Shipra K. sogenannte negierte Schwangerschaften. Prof. Rhode hatte vor dem Schwurgericht im Zusammenhang mit der Angeklagten von einer Persönlichkeitsproblematik gesprochen, die dringend behandelt werden müsse. Shipra K. hatte sowohl die Schwangerschaften als auch die Geburten verheimlicht. Die Sachverständige hat sie als voll schuldfähig eingestuft.

Im August vergangenen Jahres hatte die Polizei die damals 32 Jahre alte Doktorandin festgenommen, nachdem in deren Wohnung im Bonn in der Römerstraße sowie in der elterlichen Wohnung in Setzen jeweils ein totes Baby in Kühlanlagen aufgefunden worden waren. Die junge Frau studierte an der Universität Bonn und lebte dort gemeinsam mit ihrem Freund. Die Großmutter der jungen Frau hatte einen toten Säugling in der Gefriertruhe gefunden. Daraufhin alarmierte die Familie die Polizei (die SZ berichtete ausführlich).

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