Staatsanwaltschaft klagt 22-jährigen Mann an

Nach dem verheerenden Feuer im Gerbereiweg, ausgelöst durch eine Himmelslaterne, hat die Staatsanwaltschaft Siegen nun einen 22-Jährigen angeklagt.  Foto: büd
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kalle Siegen. Der katastrophale Brand in der Nacht von Pfingstsamstag auf Pfingstsonntag im Gerbereiweg in Siegen wird ein Gerichtsverfahren nach sich ziehen. Bei dem schlimmen Feuer konnte der zehn Jahre alte Dominik Scholl in den Morgenstunden nur noch tot aus den Trümmern des Mehrfamilienhauses geborgen werden (die SZ berichtete).

Die Staatsanwaltschaft Siegen hat nach eingehender Bewertung nun gegen einen 22 Jahre alten Mann aus Siegen wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Brandstiftung Anklage erhoben, der Mann muss sich vor dem Schöffengericht verantworten. Die Delikte können mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. Dem Verdächtigen wird zur Last gelegt, in der damaligen Nacht von einem Balkon aus – aus einer Gruppe von insgesamt vier Personen heraus – durch eine von ihm entzündete sogenannte Himmelslaterne den Brand des Wohnhauses in der Altstadt von Siegen verschuldet zu haben. Zwei Zeugen hatten in der Brandnacht unabhängig von einander beobachtet, wie die Himmelslaterne auf das Dach des Wintergartens im Gerbereiweg herunterfiel. Dort brannte sie sich durch das Plastikdach, fiel in einen Strandkorb, der dann ebenso Feuer fing und das Inferno in Gang brachte.

Das Haus ist seitdem unbewohnbar und wartet auf den Abrissbagger. Die Staatsanwaltschaft sieht als Grund der Anklage vermutliche Versäumnisse: Der 22-Jährige soll vor dem Start der Himmelslaterne die Gebrauchs- bzw. Sicherheitssanweisungen nicht beachtet haben. Laut diesen Hinweisen, die derartigen Flugkörpern beigepackt sind, dürfen diese u. a. nicht in der Nähe von Häusern gestartet werden. Nachdem sich die Zahl der Brände im Sommer 2009, verursacht durch Himmelslaternen, bundesweit vermehrt hatten und der tragische Tod des kleinen Dominik in diesem Zusammenhang für bundesweites Aufsehen gesorgt hatte, haben bereits einige Landesregierungen das Verbot von Starts solcher Laternen ausgesprochen. Der Vater von Dominik kämpft seit Monaten für das generelle Einfuhrverbot der Himmelslaternen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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