Tatverdächtiger bestreitet Gullideckel-Tat
Staatsanwaltschaft will Indizien sprechen lassen

Die Staatsanwaltschaft Siegen hat die Ermittlungen im vermeintlichen Anschlag auf die Regionalbahn am 12. April abgeschlossen. Im Spätsommer soll das Urteil vor dem Schöffengericht in Bad Berleburg gefällt werden.
  • Die Staatsanwaltschaft Siegen hat die Ermittlungen im vermeintlichen Anschlag auf die Regionalbahn am 12. April abgeschlossen. Im Spätsommer soll das Urteil vor dem Schöffengericht in Bad Berleburg gefällt werden.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Karl-Hermann Schlabach (Redakteur)

kalle Bad Berleburg/Siegen. Die Siegener Staatsanwaltschaft hat ihre Arbeit getan. Dem Gericht in Siegen liegen die Unterlagen nun vor. Vor dem Schöffengericht in Bad Berleburg wird gegen einen 50 Jahre alten Zugführer ein Verfahren wegen Vortäuschung einer Straftat und gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr vermutlich im Spätsommer eröffnet. Der Zugführer hatte am 12. April 2019 nach Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft zwei über 30 Kilogramm schwere Gullideckel von einer Brücke in Raumland aus an Seilen so platziert, dass die schweren Metallteile bei Zugtempo 52 km/h den Triebwagen  schwer demolierten. Der spektakuläre Anschlag fand im bundesdeutschen Blätterwald großen Niederschlag.

DNA des Zugführers gefunden

Der Tatverdächtige, Thomas C. , selbst, habe sich früh genug auf den Boden des Wagens gelegt um bei den Aufschlägen der Gullideckel nicht verletzt zu werden. Bis heute leugnet der 50-Jährige jedoch die Tat. Wie der Sprecher des Landgerichts in Siegen, Dr. Sebastian Merk, ausführte, haben die Ermittlungen aber DNA Spuren des Tatverdächtigen an den Seilen und Knoten  gefunden und gesichert. Die Staatsanwaltschaft geht daher davon aus, dass der Eisenbahner den Unfall  als Anschlag inszeniert hat. Die Tat passierte am 12. April letzten Jahres.

Gullideckel schlugen bei Leerfahrt in Rothaarbahn ein

Thomas C. machte eine Leerfahrt mit der Rothaarbahn (Regionalbahn 93) von Erndtebrück nach Bad Berleburg, wo der Zug die ersten Passagiere aufnehmen sollte.  Doch bis Bad Berleburg kam die Eisenbahn nicht. Was zuerst als ein brutaler Mordanschlag aussah, wurde während der Ermittlungen immer schwammiger. Es war letztlich die DNA des Zugführers, die die Ermittler an den Seilen und Knoten sicherstellen konnten.  Am 25. April wurde der Tatverdächtige dann in seiner Wohnung in Lünen festgenommen. Laut Dr. Merk kann noch keiner genauer Gerichtstermin genannt werden. Er gehe aber vom Spätsommer aus.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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