Markus Vogt folgt Dieter Sobotka als Chefredakteur
Stabwechsel bei der Siegener Zeitung

Zum 1. Februar hat die Verlagsleitung der Siegener Zeitung Markus Vogt (l.) zum Chefredakteur berufen. Vogt war auch Wunschkandidat seines Vorgängers Dieter Sobotka (r.), der mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand tritt.
  • Zum 1. Februar hat die Verlagsleitung der Siegener Zeitung Markus Vogt (l.) zum Chefredakteur berufen. Vogt war auch Wunschkandidat seines Vorgängers Dieter Sobotka (r.), der mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand tritt.
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sz Siegen. Nach 14 Jahren als Lokalchef der Siegener Zeitung und über zwölf Jahren als deren Chefredakteur wird Dieter Sobotka mit Erreichen der Altersgrenze am 1. Februar aus dem Amt scheiden. Mit seiner Nachfolge hat die Geschäftsleitung Markus Vogt (45) aus Würdinghausen (Kreis Olpe) betraut. Vogt war der Siegener Zeitung bereits von 2000 bis 2004 als Redakteur verbunden und auch Wunschkandidat des bisherigen Chefredakteurs.

„Der Abschied fällt mir nicht leicht“, erklärte Sobotka, der nach Studium und wissenschaftlicher Tätigkeit in Münster im Oktober 1985 in die Dienste des Siegener Medienhauses getreten war. Es sei aber das Normale, mit Erreichen des Rentenalters die berufliche Laufbahn zu beenden und den Staffelstab an die jüngere Generation weiterzureichen. Zudem seien es gerade im immer bedeutender werdenden digitalen Bereich nicht die Älteren, sondern die Jüngeren, die über mehr Erfahrung und technisches Knowhow verfügten.

Transformation ins digitale Zeitalter

Die Transformation der traditionsreichen Zeitung ins digitale Zeitalter stehe heute ganz oben auf der Agenda. Dieter Sobotka: „Ich bin mir sicher, dass mein Nachfolger gemeinsam mit der Verlagsleitung und dem gesamten Team diese schwierige Aufgabe meistern wird, ohne den Charakter der Siegener Zeitung zur Disposition zu stellen.“ Denn an einem werde sich mit dem Wechsel nichts ändern: „Die Zeitung wird auch künftig ihr Augenmerk nicht auf den Zeitgeist richten, sondern auf die Menschen, die hier arbeiten, hier leben und hier wohnen.“ Sie alle in ihrer Unterschiedlichkeit zu akzeptieren und ihre Anliegen ins Zentrum der eigenen Arbeit zu stellen, sei für ihn zentrale Richtschnur seiner über 34-jährigen Tätigkeit in der SZ-Redaktion gewesen, sagte der scheidende Chefredakteur.

Um ihre öffentliche Aufgabe zu erfüllen, müsse die Presse aber nicht nur die Menschen ins Blickfeld rücken. Sie müsse auch unabhängig bleiben und wahrheitsgemäß informieren, denn das sei unabdingbare Voraussetzung der grundgesetzlich garantierten freien Presse. Diese Freiheit gelte es entschlossen zu verteidigen, „denn behördliche Willkür und die Aushöhlung der gesetzlich verbrieften Rechte der Presse greifen immer mehr um sich“. Sobotka weiter: „Wenn dem Datenschutz grundsätzlich ein höherer Stellenwert beigemessen wird als der Pressefreiheit, dann sind wir auf einem fatalen Weg. Und wenn Behördenchefs sich anmaßen, selbst über das öffentliche Interesse einer Presseanfrage zu urteilen, dann ist das nichts anderes als ein Angriff auf eine elementare Grundlage unserer Verfassung.“

Freiheit der Presse verteidigen

Er hoffe und vertraue aber darauf, dass das Bundesverfassungsgericht in diesem Konflikt um die Verteidigung der Pressefreiheit weiterhin Rückgrat beweist und sich von seinem Kurs als Schützer dieses Grundrechts auch in der Auseinandersetzung mit europäischen Institutionen nicht abbringen lässt, denn „die Presse benötigt diesen Schutz dringend“.

Die Verteidigung redaktioneller Entscheidungsfreiheit habe aber nicht nur zum Konflikt mit Behörden geführt, erklärte Sobotka im Rückblick weiter. „Es galt auch, manchen Strauß mit dem Presserat auszufechten, um die Freiheit der Redaktion und die Freiheit der Meinung in der Leserschaft zu verteidigen.“ Das habe nicht immer Spaß gemacht, aber „ich würde auch in 100 Jahren nicht akzeptieren, dass etwas anderes als Recht und Gesetz die Schranken der Presse- und Meinungsfreiheit setzen“.

Dank an die treuen Leser

Wichtig ist dem scheidenden Chefredakteur auch dies: „Ich möchte herzlich Dank sagen an alle, die der Siegener Zeitung die Treue halten und es damit ermöglichen, dass ein lebendiger Austausch auch kontroverser Positionen in einem großen ländlichen Raum von Bad Berleburg bis Burbach und von Olpe bis Betzdorf stattfinden kann.“

Den Stift ganz aus der Hand legen wird Dieter Sobotka nicht, ihn erwarten einige Aufgaben mit Blick auf das 200-jährige Bestehen der Siegener Zeitung im Jahr 2023. Als Leitartikler wird er aber nicht mehr in Erscheinung treten. Auch sein Vorgänger Dr. Eberhard Winterhager („ewi“) scheidet auf eigenen Wunsch von der regelmäßigen Teilnahme an der Kommentierung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen aus. „Seine Kommentare und Kolumnen sind in den vergangenen fast 40 Jahren in der Region zu einer Institution geworden, an der sich die Leserschaft orientieren und auch reiben konnte. Mit viel Herzblut und großem Sachverstand hat ,ewi‘ in seinen Leitartikeln stets angstfrei und kompetent jene klare Kante gezeigt, die viele in der politischen Debatte vermissen“, würdigte der scheidende Chefredakteur die zahllosen Beiträge seines Kollegen.
 
Markus Vogt freut sich auf seine neue Aufgabe: „Es ist für Tageszeitungen sicher eine schwierige Phase, aber Herausforderungen bieten immer eine Chance für neue Ideen und Initiativen, ohne die tragenden Säulen dieses Hauses zu gefährden, und die wichtigste sind die Leserinnen und Leser. Die Siegener Zeitung ist eine exzellente Medienmarke mit besonderer regionaler Verankerung, die im Digitalen alle Chancen hat.“

Markus Vogt kehrt in die Heimat zurück

Der 45-Jährige hat in den vergangenen Jahren verschiedene Führungsfunktionen im Bereich der Kommunikation besetzt, zuletzt als „Kommunikationschef“ der Messe Stuttgart. Davor war er als Direktor im Rathaus der Stadt Stuttgart für die Kommunikation der baden-württembergischen Landeshauptstadt verantwortlich. In Hamburg hat der Sauerländer als Geschäftsführer eine Kommunikationsagentur der Verlegerin Angelika Jahr geführt.

Mit dem Wechsel zur Siegener Zeitung kehrt Vogt zurück in die südwestfälische Heimat: Er ist in Heggen im Kreis Olpe geboren und aufgewachsen. Vogt studierte in Berlin Kommunikationswissenschaften.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Markus Vogt eine Führungspersönlichkeit mit unternehmerischer Erfahrung für unser Haus gewinnen konnten, der mit seinen fachlichen Qualitäten die Siegener Zeitung zukunftsorientiert weiterentwickeln wird“, erklärte Verleger Wolfgang Rothmaler.

Tägliche Orientierung im Tagesgeschehen

Dieter Sobotka begleiten die besten Wünsche der Geschäftsleitung in den Ruhestand: „Wir danken unserem scheidenden Chefredakteur für seinen unermüdlichen Einsatz und seine hervorragende Arbeit, die er in den vergangenen Jahrzehnten für die Siegener Zeitung geleistet hat – als Redakteur, in den 14 Jahren als Leiter des Lokalressorts und in über zwölf Jahren als Chefredakteur.“ In einer zunehmend komplexer werdenden Zeit habe er den Leserinnen und Lesern tägliche Orientierung im Tagesgeschehen vermittelt und damit eine besondere Verbindung zur Leserschaft und hiermit auch zum Unternehmen hergestellt.

„Für die Geschäftsleitung und sein Redaktionsteam war Dieter Sobotka ein stets verständnisvoller und kluger Ansprechpartner, der auch in den zahlreichen Phasen der Veränderung Ruhe und Kraft ausstrahlte. Wir wünschen uns, dass er sein Wissen der Zeitung weiterhin zur Verfügung stellt. Libertam quam peperere maiores digne studeat servare posteritas: Die Freiheit, die errungen die Alten, möge die Nachwelt würdig erhalten.“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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