Stadt muss dringend Brücken bauen

 Sperrungen sollen kein Dauerzustand bleiben: Die Stadt Bad Berleburg will die kommunalen Brückenbauwerke – hier die Fußgängerbrücke im Bereich Ludwigsburgstraße – nachhaltig sanieren. Foto: Martin Völkel
  • Sperrungen sollen kein Dauerzustand bleiben: Die Stadt Bad Berleburg will die kommunalen Brückenbauwerke – hier die Fußgängerbrücke im Bereich Ludwigsburgstraße – nachhaltig sanieren. Foto: Martin Völkel
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vö - Die Stadt Bad Berleburg kommt nicht umhin, dringend Brücken zu bauen – und zwar nicht im übertragenen Sinne, sondern sprichwörtlich. Denn das Ergebnis der Brückenhauptprüfung aus dem Herbst 2018, das dem Ausschuss für Bauen, Planen, Wohnen und Umwelt in dessen nächster Sitzung am Dienstag, 12. Februar (Beginn: 18 Uhr in der Mensa des Johannes-Althusius-Gymnasiums), zur Beratung vorliegt, ist alarmierend. Verwaltung und Kommunalpolitik sind gefordert, es besteht Handlungsbedarf.

Mittelfristig muss die Odebornstadt demnach knapp 5,2 Mill. Euro für die Herstellungskosten in die Hand nehmen, „um einen optimalen Bauwerkszustand und den bestmöglichen Gebrauchswert in den kommenden Jahren zu erzielen“, heißt es in der entsprechenden Druckvorlage. Die Aussage der Bad Berleburger Verwaltungsspitze beim Etat-Pressegespräch am vergangenen Montag, dass man trotz eines Plandefizites von rund 2,5 Mill. Euro für 2019 weiterhin nachhaltig in die Infrastruktur investieren werde, bekommt vor diesem Hintergrund noch eine ganz andere Gewichtung. Klar ist: Die Haushaltskonsolidierung ist alternativlos, auf der anderen Seite darf sich die Stadt aber nicht kaputt sparen.

Die Durchführung der Hauptuntersuchung der Brückenbauwerke des Bad Berleburger Stadtgebietes hat die Kommune an ein Ingenieurbüro aus dem benachbarten Sauerland vergeben. Bereits in den Jahren 2011/12 habe das Büro die vorherige Hauptuntersuchung durchgeführt: „Aufgrund der gewissenhaften Durchführung, des positiven Miteinanders und der Vorkenntnisse der Gegebenheiten wurde das Büro erneut beauftragt.“

Anfang Dezember habe Abteilung Infrastruktur und Erholung die Ergebnisse der 95 geprüften Brückenbauwerke erhalten. „Demnach werden 32 Brücken als recht kritisch eingestuft, 16 von ihnen kommen nicht über eine Bewertung von 3,5 hinaus, was einen ungenügenden Bauwerkszustand aufzeigt.“ Zehn seien mit der Note 4,0 – der schlechtesten Zustandsbewertung – aufgenommen und bereits im Zuge der Prüfung seien relevante Schäden besprochen und erforderliche Maßnahmen eingeleitet worden, schildert die Verwaltung. Dazu zählten unter anderem die Brückensperrungen der Fußgängerbrücke „Zur Ludwigsburgstraße“ in Bad Berleburg, der Osterbachbrücke „Unter der Kirche“ in Girkhausen und der Mennerbachbrücke „Im Grund“ in Elsoff sowie auch die Tonnenbeschränkung der Ederbrücke „Zum Heilbach“ in Aue.

Bei zwölf Brücken sei ein kompletter Neubau wegen Tragfähigkeitsverlust und Ablauf der wirtschaftlichen Nutzungsdauer empfohlen worden, acht davon sollten kurzfristig durchgeführt werden. Bei mindestens drei anderen Bauwerken müsse die generelle Notwendigkeit des Fortbestandes überprüft werden, da weitere Erschließungsmöglichkeiten für angrenzende Grundstücke bestünden. Die vorläufig geschätzten Kosten bezüglich Neubau und Instandsetzung der 32 kritischen Brücken beliefen sich auf rund 2,92 Mill. Euro. Und weiter: „Weitere Kosten und ein erhöhter Aufwand in der Unterhaltung werden mittelfristig erforderlich für Schäden an den restlichen Brücken, welche die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigen. Größtenteils handelt es sich dabei um Erneuerungen und Instandsetzungen an Geländern und Schutzeinrichtungen.“ Insgesamt – und dies ist die mittel- bis langfristig Perspektive – muss die Stadt Bad Berleburg mit den angesprochenen knapp 5,2 Mill. Euro kalkulieren.

Darüber hinaus sei es vorrangig erforderlich, so die Stadtverwaltung in ihrer Darstellung, zur Abarbeitung des aufgezeigten Sanierungs- und Investitionsstaus kurzfristig eine Umsetzungsstrategie zu definieren, die unter Bestimmung entsprechender Prioritäten die daraus folgende Zeitplanung sowie Finanzierungsplanung enthalte.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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