Kinderschutz
Stadt Siegen bietet Beratung bei sexualisierter Gewalt an

Das Bundeskriminalamt schätzt die Dunkelziffer von sexualisierter Gewalt auf 250 000 Fälle pro Jahr in Deutschland.
  • Das Bundeskriminalamt schätzt die Dunkelziffer von sexualisierter Gewalt auf 250 000 Fälle pro Jahr in Deutschland.
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  • hochgeladen von Sarah Groos

sz/js Siegen. Lügde, Bergisch Gladbach, Münster: Die Namen dieser Städte stehen in unrühmlicher Verbindung zu bekannt gewordenen Fällen schwerer sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Sie haben aufgezeigt, dass es Handlungsbedarf gibt, dass Opferschutz und Präventionsarbeit gestärkt werden müssen.

Stadt Siegen bietet Beratung an

Auch die Stadt Siegen wird nun eine spezialisierte Beratung bei sexualisierter Gewalt ausbauen. Als Teil der städtischen Jugendhilfestruktur wird die Erziehungsberatungsstelle der ev. Jugendhilfe Friedenhort mit Sitz an der Siegener Friedrichstraße personell aufgestockt.

Der Jugendhilfeausschuss gab grünes Licht

Die Initiative kommt von der NRW-Regierung. Das Familienministerium hat die Beratungsstellen im Land dazu aufgerufen, eine solche spezialisierte Beratung auszubauen. Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Siegen gab dieser Tage mit einstimmigem Votum grünes Licht für das Vorhaben, das zu 80 Prozent aus Landesmitteln und zu 20 Prozent aus dem Stadtsäckel finanziert wird. Dieser Eigenanteil beträgt jährlich etwa 15 000 Euro, wird ab 2022 für fünf Jahre in den Haushalt einzustellen sein.
Schon seit Längerem betreibt die Stadt in Zusammenarbeit mit der ev. Jugendhilfe Friedenshort eine Erziehungsberatungsstelle mit Sitz in der Innenstadt. Hierfür werden bislang drei Vollzeitstellen – verteilt auf vier Fachkräfte – in einem interdisziplinären Team eingesetzt. Dieses Quartett soll nun um eine spezialisierte Fachkraft ergänzt werden, und zwar mit einer halben Stelle. Die Verwaltung sieht die Erweiterung der Expertise vor dem Hintergrund des auch in Siegen gestiegenen Bedarfs als notwendig an.

Ziel der Beratung sei die Prävention und der  Opferschutz

„Sexualisierte Gewalt stellt Betroffene, aber auch Familien und ihr Umfeld, Einrichtungen und beteiligte Fachkräfte vor größtmögliche Herausforderungen, das Geschehene zu begreifen, einzuordnen und zu verarbeiten“, heißt es im Konzept. Ziel der neuen Beratung solle es sein, erlebte sexualisierte Gewalt zu beenden, Betroffene zu schützen, sie bei der Bewältigung der psychischen und sozialen Beeinträchtigungen zu unterstützen und präventive Angebote zu schaffen.
Präventionsarbeit soll ein Schwerpunkt sein. Das Bundeskriminalamt schätzt die Dunkelziffer von sexualisierter Gewalt auf 250 000 Fälle pro Jahr in Deutschland. Dementsprechend wichtig ist es, an Kitas und Schulen, in Jugendeinrichtungen und Vereinen Fachkräfte und Eltern immer wieder für diese Thematik zu sensibilisieren. Der überwiegende Teil sexueller Übergriffe findet im engeren sozialen Umfeld statt. Das Spektrum reicht von heimlichen, vorsichtigen Berührungen über verletzende Sprüche oder Blicke bis zum gemeinsamen Anschauen von Pornografie und Vergewaltigung. Oft ziehe sich dies über lange Zeiträume hin, mitunter beginnend schon im Säuglingsalter.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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