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Campus in der Innenstadt
„Stadtbildoffensive“ kritisiert Umzugspläne der Uni Siegen

Der computergenerierte Blick vom Häusling gen Oberstadt: Die Silhouette sieht die Arbeitsgruppe „Stadtbildoffensive“ durch das Gebäudeensemble des geplanten Campus Süd massiv beeinträchtigt. Sie fordert „Anpassungen“.
  • Der computergenerierte Blick vom Häusling gen Oberstadt: Die Silhouette sieht die Arbeitsgruppe „Stadtbildoffensive“ durch das Gebäudeensemble des geplanten Campus Süd massiv beeinträchtigt. Sie fordert „Anpassungen“.
  • Foto: AG Stadtbildoffensive
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ch/sz Siegen. Während die heimische Hochschule den Umzug vom Haardter Berg in die Innenstadt plant und die Stadtverwaltung passend dazu ein Verkehrsgutachten erarbeiten lässt, um die künftigen Ströme von Autos, Radfahrern und Fußgängern koordiniert durch die City schleusen zu können, also beide im Leisen ihre konzeptionelle Arbeit verrichten, meldet sich erneut die Arbeitsgruppe Stadtbildoffensive mit lauten Tönen zur Wort. Mit Grund. Ihre Kritik: Noch immer fehlen Alternativvorschläge in Sachen Architektur des Uni-Gebäudeensembles am Häutebachweg – und das Thema Parken werde von den Campus-Planer komplett vernachlässigt.

ch/sz Siegen. Während die heimische Hochschule den Umzug vom Haardter Berg in die Innenstadt plant und die Stadtverwaltung passend dazu ein Verkehrsgutachten erarbeiten lässt, um die künftigen Ströme von Autos, Radfahrern und Fußgängern koordiniert durch die City schleusen zu können, also beide im Leisen ihre konzeptionelle Arbeit verrichten, meldet sich erneut die Arbeitsgruppe Stadtbildoffensive mit lauten Tönen zur Wort. Mit Grund. Ihre Kritik: Noch immer fehlen Alternativvorschläge in Sachen Architektur des Uni-Gebäudeensembles am Häutebachweg – und das Thema Parken werde von den Campus-Planer komplett vernachlässigt.
Auf völliges Unverständnis stößt bei den kritischen Bürgern der Arbeitsgruppe, dass trotz ihres Monierens der Geschosshöhe und des Abstandes der vier Gebäude beim geplanten „Campus Süd“ auch nach einem Austausch mit allen Akteuren in „konstruktiver Atmosphäre“ es keine Resonanz gegeben hat. Die Bildung einer „Gebäudeschlucht“ und die dem Stadtbild drohenden Beeinträchtigungen sind aus Sicht der Kritiker nicht akzeptabel. „Hier sind Anpassungen der Planung erforderlich und nach den Äußerungen der Universität zu einer Reduzierung der prognostizierten Studentenzahlen auch realistisch“, so Gruppensprecher Sprecher Dieter Tröps.

Sorge um Silhouette der Oberstadt Siegen

Allein durch eine „Fassadenkosmetik“ ließen sich die dem Stadtbild drohenden Beeinträchtigungen nicht abmildern. Der Kreisheimatpfleger Tröps: „Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Silhouette der Siegener Oberstadt im kulturlandschaftlichen Fachbeitrag des Landschaftsverbandes unter Schutz steht und der Blick vom Häusling auf diese Ansicht durch die geplanten Neubauten erheblich gestört wird.“
Die Bürgergruppe untermauert dieses Statement mit dem Hinweis auf das Baugesetzbuch, nach dem „die Belange der Baukultur, des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, sowie die erhaltenswerten Ortsteile, Straßen und Plätze von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung bei Planungen zu beachten sind!“
Dem Ausrufungszeichen folgt ein dickes Fragezeichen. „Von besonderem Interesse“ sei doch die Frage, ob bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung für den Landesrechnungshof auch Kosten für den erforderlichen Stellplatzneubau in der Innenstadt kalkuliert wurden?

Große Sorge um Parkplätze in Siegen

Und, wichtiger noch: Mit Sorge betrachtet die Immobilien- und Standortgemeinschaft Oberstadt (ISG), die auch in der Arbeitsgruppe vertreten ist, die Parkraum-Situation. Dauermietverträge werden für gewerbliche Mieter aktuell nicht mehr vergeben, für Anwohner existieren mittlerweile lange Wartelisten, Parkgebühren haben sich vergangenes Jahr erheblich verteuert. Der geplante Standort des Campus Süd werde diese Situation ohne die Schaffung von neuem Parkraum für die Mitarbeiter der zusätzlichen Gebäudekapazitäten verschärfen, dringend notwendiger Parkraum für den Einzelhandel und die Bewohner der Oberstadt verloren gehen. Die Standortqualität würde sich in der Summe verschlechtern, obwohl das Gegenteil gewünscht ist. Nach Auffassung der ISG bestehe durch den zunehmenden Mangel von Parkplätzen die große Gefahr, dass die von Stadtbaurat Henrik Schumann anvisierte Funktionsmischung in dem Quartier „tendenziell einer Monokultur studentischer Nutzungen weicht“.
Ortswechsel, geplanter Campus Nord, am Fuße des Siegbergs: Hier mahnen die Wortführer der Stadtbildoffensive, dringend das Verkehrsgutachten abzuwarten und die Umzugspläne nicht zu überstürzen. Tröps warnt: „Es ist zu klären, inwieweit die Entwicklung des Campus Nord der Realisierung des Siegberg-Tunnels, einer Baumaßnahme, die für die zukünftige Innenstadtentwicklung von erheblicher Bedeutung ist, zunichtemachen würde!“

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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