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Technische Umsetzung ist hohe Hürde
Start der elektronischen Patientenakte verschoben

Technische Schwierigkeiten gibt es derzeit noch bei der Einführung der elektronischen Patientenakte „ePA“. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe rechnet daher auch mit Verzögerungen, für die die Praxen selbst nichts können.
  • Technische Schwierigkeiten gibt es derzeit noch bei der Einführung der elektronischen Patientenakte „ePA“. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe rechnet daher auch mit Verzögerungen, für die die Praxen selbst nichts können.
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juka Siegen/Bad Berleburg. Nein, an der Sinnhaftigkeit der elektronischen Patientenakte (ePA) gibt es kaum Zweifel. Alle wichtige Gesundheitsdaten wie Arztbriefe, Befunde oder Medikationspläne kompakt beisammen zu haben, kann im Notfall möglicherweise Leben retten, in jedem Fall aber unnötige Untersuchungen ersparen.

Als Hürde erweist sich allerdings noch die technische Umsetzung der „ePA“. Bis zum 1. Juli – also kommenden Donnerstag – müssen eigentlich alle Arztpraxen an die digitale Telematik-Infrastruktur des Gesundheitswesens (TI) angeschlossen sein. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung sind nahezu alle Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten an die TI angeschlossen, trotzdem hält die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe den Stichtag 1.

juka Siegen/Bad Berleburg. Nein, an der Sinnhaftigkeit der elektronischen Patientenakte (ePA) gibt es kaum Zweifel. Alle wichtige Gesundheitsdaten wie Arztbriefe, Befunde oder Medikationspläne kompakt beisammen zu haben, kann im Notfall möglicherweise Leben retten, in jedem Fall aber unnötige Untersuchungen ersparen.

Als Hürde erweist sich allerdings noch die technische Umsetzung der „ePA“. Bis zum 1. Juli – also kommenden Donnerstag – müssen eigentlich alle Arztpraxen an die digitale Telematik-Infrastruktur des Gesundheitswesens (TI) angeschlossen sein. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung sind nahezu alle Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten an die TI angeschlossen, trotzdem hält die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe den Stichtag 1. Juli für „nicht realistisch“, wie Sprecher Andreas Daniel gegenüber der SZ erklärte. Die Probleme liegen dabei im Detail.

"Viele Praxen können
die Frist ohne
eigenes Verschulden
nicht einhalten."

Andreas Daniel
Sprecher der KVWL

„Es sind noch nicht alle drei im Markt befindlichen Konnektoren für die Nutzung der eAkten-Anwendung zertifiziert“, erklärt Daniel. Bei den Konnektoren handelt es sich um ein Stück Hardware, das die Praxen mit der geschützten „TI“ verbindet. Zudem hätten noch nicht alle Hersteller von Praxisverwaltungssystemen die Module zur Anbindung und Befüllung der elektronischen Patientenakte umgesetzt, zeigt Daniel auf.

Viele Praxen können Frist nicht einhalten

„Fazit: Viele Praxen können ohne eigenes Verschulden die Frist nicht einhalten“, resümiert der Sprecher.

Neben den technischen Schwierigkeiten gebe es aber noch weitere Hürden, so müssten vor der Inbetriebnahme alle Ärzte und Psychotherapeuten ihren Heilberufsausweis ausgeliefert bekommen haben, auch Schulungen im Umgang mit der Technik müssten zuerst noch erfolgen.

Elektronische Patientenakte: Das müssen Sie wissen

Und der Stichtag 1. Juli? Der wurde laut KVWL vom Bundesgesundheitsministerium etwas gelockert, das dritte Quartal soll nun als eine Art Übergangszeit für die Praxen dienen, damit die technischen Voraussetzungen tatsächlich geschaffen und installiert werden können. „Ab dem 1. Oktober soll dann in den Praxen mit der ePatientenakte gearbeitet werden“, betont der KVWL-Sprecher. Die ursprünglich vorgesehene Sanktionierung zum 1. Juli soll daher auch nicht gelten, insofern die Vertragsärzte oder -psychotherapeuten die Komponenten bereits vor diesem Stichtag bestellt haben.

KVWL sieht Patienakte positiv entgegen

Der Einführung der elektronischen Akte selbst sieht die KVWL aber positiv entgegen. Insbesondere für die Patienten selbst. Den behandelnden Ärzten und Psychotherapeuten bringt sie nur zusätzlichen Nutzen, wenn sie gut geführt wird und alle notwendigen Daten von Patienten auch zur Einsicht freigegeben werden“, stellt Daniel klar. Wenn die technischen Voraussetzungen also geschaffen sind, wird es in erster Linie auf die Nutzer selbst ankommen, ob die „ePA“ ihren vollen Nutzen auch entfalten kann.

Abgeschlossen sein soll die Digitalisierung in diesem Bereich mit den bisherigen Funktionen aber noch nicht. Ab Oktober schreibt der Gesetzgeber auch die digitale Variante des „gelben Zettels“, also die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung „eAU“, vor. Im Januar 2022 soll dann auch das „E-Rezept“ kommen, im gleichen Jahr soll dann auch der Impfausweis, der Mutterpass, das Untersuchungsheft für Kinder und das Zahnbonusheft digital abrufbar sein. Die Patienten dürfen dann jeweils selbst für jedes einzelne Dokument festlegen, wer es einsehen darf.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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