Stegskopf bleibt tabu

 Dies ist noch eines der harmlosen Relikte aus der Zeit der militärischen Nutzung des Stegskopfes. Um die Bevölkerung zu schützen, tritt ab 1. Juli eine Gefahrenabwehrverordnung in Kraft. Foto: BUND
  • Dies ist noch eines der harmlosen Relikte aus der Zeit der militärischen Nutzung des Stegskopfes. Um die Bevölkerung zu schützen, tritt ab 1. Juli eine Gefahrenabwehrverordnung in Kraft. Foto: BUND
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sz  -  Wer schon sein Zelt gepackt, die Kette des Mountain-Bikes geölt oder einfach nur die Wanderschuhe geputzt hatte, um nächste Woche den ehemaligen Truppenübungsplatz Stegskopf zu erkunden, muss sich vermutlich noch länger in Geduld üben. Wegen der Kampfmittel- und Munitionsreste bleibt das Betreten des Geländes weiterhin lebensgefährlich, auch wenn es sich nach dem  Besitzerwechsel nicht mehr um einen militärischen Sicherheitsbereich handelt. Deshalb hat die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier mit Wirkung zum 1. Juli eine Gefahrenabwehrverordnung erlassen, die das Betretungsverbot in den bisherigen Grenzen aufrecht erhält.

Die Kampfmittel und Munitionsreste auf dem Truppenübungsplatz stammen zum Teil noch aus der Zeit der ungeordneten Benutzung des Geländes unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der ADD und der Kreisverwaltungen Altenkirchen und Westerwald.

Claudia Bies, zuständige Referatsleiterin bei der ADD,  appeliert an die Bevölkerung, das Verbot unbedingt zu beachten. Georg Reitz vom zuständigen Geschäftsbereich Bundesforst der BImA erläutert die Problematik: „Wenn sich bislang in punkto Kampfmittel gut ausgebildete Soldaten und besonders eingewiesenes ziviles Personal auf der Liegenschaft bewegen konnten, darf das nicht zu dem falschen Schluss verleiten, dies kann nun jedermann tun.“  Man müsse bedenken, dass nach dem Krieg der Platz durch alliierte Streitkräfte unkoordiniert zu Schießübungen genutzt worden sei. „Und das bilden die Unterlagen der Bundeswehr natürlich nicht ab“, erklärt Reitz. Um Spaziergänger auf die neue Gefahrenabwehrverordnung hinzuweisen, erhalten zunächst die Schilder an der Platzgrenze eine neue Aufschrift.

 „Wir müssen leider weiterhin damit rechnen, dass Personen unbefugt das Gelände betreten“, stellt Reitz mit Sorge fest. Der Platz werde deshalb auch künftig – wie zuvor schon von der Bundeswehr – intensiv bewacht. Der zivile Wachdienst ist laut Pressemitteilung angewiesen, die Personalien von Betroffenen festzustellen und sie des Grundstücks zu verweisen. Reitz: „Bis zu 5000 Euro Ordnungsgeld sind als Strafe in der Gefahrenabwehrverordnung vorgesehen. Das soll davor abschrecken, das Betretungsverbot zu missachten.“ Auch  Rettungskräfte könnte bei einem Notfall auf dem Platz nicht sofort zur Hilfe eilen, sondern müssten sich erst aus Gründen der Eigensicherung mit der BImA abstimmen.

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