Stegskopf: Kein Fest der Liebe

Auf dem Stegskopf war Weihnachten kein Fest der Liebe: Am Tag vor Heiligabend kam es dort zu Reibereien und Handgreiflichkeiten.
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damo - Das hatte nicht viel mit dem Fest der Liebe zu tun: Am Tag vor Heiligabend ist es in der Erstaufnahmeeinrichtung Stegskopf zu einer größeren Auseinandersetzung unter den Flüchtlingen gekommen. Bis zu 300 Menschen waren in die Streitigkeiten involviert. Allerdings: Von einer Massenschlägerei wollte der Leiter der AfA, Winfried Conrad, nicht sprechen. „Die Pressemitteilung der Polizei erscheint mir da etwas vorschnell.“

Conrad erklärt diese Einschätzung an Heiligabend im Gespräch mit der SZ: Nur einer der am Streit Beteiligten habe mit einer Risswunde am Arm ärztlich behandelt werden müssen. „Wenn es da eine Massenschlägerei gegeben hätte, dann wäre es zu anderen Verletzungen gekommen.“ Dennoch steht für Conrad außer Frage: „Wir werden Konsequenzen daraus ziehen müssen.“

Für einige der Streithähne hat es bereits am Mittwochabend ein Nachspiel gegeben: Fünf Männer wurden von der Polizei erkennungsdienstlich behandelt. Ihnen steht ein Strafverfahren wegen Körperverletzung bevor. Ein Teil von ihnen hat zudem den Stegskopf mittlerweile verlassen: Drei der fünf sowie zwei weitere Bewohner der AfA wurden noch am Mittwochabend in andere Flüchtlingslager gebracht.

Noch ist der Hintergrund der Streitigkeiten nicht genau bekannt. Fest steht bislang nur, dass gegen 16.30 Uhr eine Gruppe von fußballspielenden Syrern von einigen Iranern beleidigt worden ist. Diese waren nach Conrads Angaben alkoholisiert – was eigentlich nicht passieren dürfte, denn auf dem Stegskopf herrscht ein Alkoholverbot. Aus dem Wortgefecht wurde laut Conrad eine Rangelei, die von der Security schnell beendet wurde. Am Ende musste ein Mann mit einer Risswunde im Krankenhaus versorgt werden.

So weit, so schlecht – und noch nicht genug: Der Streit setzte sich wenig später im Speisesaal fort, wo offenbar zwei der Beteiligten des ersten Streits erneut aneinandergeraten sind. Das habe dann zu einem Aufruhr geführt: „Da saßen ja vor allem Familien, und die haben alles stehen und liegen gelassen und sind rausgestürmt.“ Vor der Kantine standen nach Conrads Darstellung schließlich rund 300 Menschen; die Stimmung sei gereizt gewesen, und es sei zu gegenseitigen Beleidigungen und zu einzelnen Rangeleien gekommen. Abermals schoben Polizei und Security einer Eskalation einen Riegel vor.

Conrads Fazit: „Wir sind von der Realität eingeholt worden.“ Letztlich sei es nicht verwunderlich, wenn es zu Konflikten komme – schließlich leben auf dem Stegskopf mehr als 1300 Menschen verschiedener Nationalitäten auf engstem Raum zusammen, und jeder einzelne hat mehr oder weniger traumatische Erlebnisse im Reisegepäck. „Und wenn dann noch Alkohol dazukommt, gibt’s eben Ärger“, sagt Conrad. Der Alkohol-Konsum wird aber wohl eine Stellschraube sein, an der jetzt gedreht wird.  Auch über mögliche Konflikte zwischen verschiedenen Nationalitäten macht sich der AfA-Leiter jetzt noch mehr Gedanken als vorher. Daniel Montanus

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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